HONDA STREAM Kompakte Kutsche


Der neue Honda-Van stream ist ungewöhnlich niedrig - und bietet dennoch sieben Insassen Platz.

Der neue Honda-Van stream ist ungewöhnlich niedrig - und bietet dennoch sieben Insassen Platz. Unser siebensitziges Coupé» - so schwärmen die Honda-Verkäufer von ihrem neuen Van, der im Mai in die Läden kommt. Der Grund für die Begeisterung: Die Japaner haben den Großraumtransporter tiefer gelegt. Der Stream ist nur 1,59 Meter hoch. Das gibt ihm entfernte Ähnlichkeit mit einem Coupé.

Dennoch finden sieben Insassen darin Platz, weil die Konstrukteure auch den Boden senkten und ihn völlig eben gestalteten. Kein Mitteltunnel engt die Innenhöhe ein. Schalldämpfer und Tank mussten von ihren angestammten Plätzen weichen, um innen Raum zu schaffen. Selbst der Schalthebel wächst dem Fahrer nicht mehr aus der Mittelkonsole, sondern aus dem Armaturenbrett entgegen.

Erklärter Gegner des neuen Honda ist der praktische Opel Zafira. Voraussetzung für den Angriff auf den deutschen Marktführer ist allerdings der Trick mit der dritten Bank. Opel bringt die dritte Sitzreihe mit einem raffinierten Klappmechanismus zum Verschwinden - Honda hat den nun ebenfalls. Wie bei einem Zaubertrick verschwindet die Sitzbank mit wenigen Griffen unsichtbar unter dem Boden. Mit fünf Sitzen wächst der Kofferraum auf 435 Liter. Mit sieben Sitzen beträgt er spärliche 160 Liter. Was der Honda sonst noch taugt, klärt ein Fahrbericht.

GLANZ & GLORIA:

mau. Der Stream kommt etwas weniger unförmig als andere Vans daher. Aber er ist nicht aufregender als ein Handschuhfach.

GAS & SPASS:

mittelmäßig. Zwei Motoren stehen zur Wahl: mit 1,7 Liter Hubraum und 125 PS oder zwei Liter und 156 PS. Da der Stream trotz allen Leichtbaus auf ein Leergewicht von 1500 Kilo kommt (nach neuer Norm: inklusive Fahrer), ist zum stärkeren Motor zu raten. Selbst der Zweiliter hatte Mühe, einem Golf tdi zu folgen.

DRUM & DRAN:

ordentlich. Alles Sinnvolle ist, wie bei Japanern guter Brauch, im Grundpreis enthalten - vier Airbags, Nebelschlussleuchte, Befestigung für Kindersitze, neun Getränkehalter und zwei Normschächte für Radio und Navigationsgerät. Für Zaghafte, die in kritischen Situationen keine Vollbremsung hinkriegen, gibt es serienmäßig eine Hilfsvorrichtung: den Bremsassistenten. Wer den großen Motor wählt, erhält Klimaanlage, Radio und transparentes Schiebedach dazu. Die Automatik, zum gleichen Preis erhältlich wie das Schaltgetriebe, wartet mit fünf Schaltstufen und Tiptronic auf.

GELD & WERT:

konkurrenzfähig. Mit 38000 Mark liegt der Stream gerade einen Tausender über dem Opel Zafira (mit 25 PS weniger). Die Zwei-Liter-Variante kostet 42670 Mark. Dass Honda dem Neuling allerdings nicht zutraut, den Marktführer ernsthaft zu gefährden, deutet die Absatzplanung an: 4000 Autos will Honda jährlich auf dem deutschen Markt absetzen - weniger als ein Zehntel der Zafira-Stückzahl.

FAZIT:

Eindeutig ein Auto für praktisch denkende Nutzer, Familien mit Nachwuchs oder mit sperrigem Freizeitgerät wie Fahrräder (mit ausgehängtem Vorderrad) oder Außenbordmotor.

Von Peter Thomsen


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