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Streit um Knöllchen eskaliert: Vegankoch Attila Hildmann liefert sich Duell mit Berliner Polizei

Zwischen Vegankoch Attila Hildmann und der Berliner Polizei ist der Streit um ein Knöllchen eskaliert. Es gab Beleidigungen und gegenseitige Vorwürfe. Können Videobilder die Wahrheit ans Licht bringen?

Eine Polizistin in Berlin und Vegankoch Attila Hildmann

Vegankoch Attila Hildmann hat Ärger mit der Berliner Polizei (Archivbilder)

Tatort Berlin-Charlottenburg am Donnerstagnachmittag. Ein vermeintlicher Routinefall für die Hauptstadtpolizei: Ein Auto steht im Parkverbot, die Beamten wollen ein Knöllchen schreiben. Zu dem, was danach passiert, gibt es jedoch zwei Versionen. Eine von der Polizei und eine des prominenten Falschparkers, dem Koch Attila Hildmann. Das Duell wird öffentlich ausgetragen. Es steht Aussage gegen Aussage. 

Die Version der Ordnungshüter: Während die Polizisten das Knöllchen schreiben, sei ein Porschefahrer vorgefahren, habe sein Auto ebenfalls im Halteverbot abgestellt und angefangen die Beamten zu beschimpfen: "Idiot, hast du nichts Besseres zu tun?", "Spinnst du?". Anschließend habe der Porschefahrer die Polizisten zur Seite gestoßen und sei mit seinem Auto davongebraust, nach wenigen Metern jedoch von der hinzugerufenen Verstärkung gestoppt worden. Es habe weitere Beleidigungen gegeben und sogar Widerstand, so die Polizei in ihrem Facebook-Post. Festnahme.


Der Porschefahrer, "das war ich", schreibt Vegankoch Hildmann kurz darauf, ebenfalls bei Facebook, und schildert seine Sicht der Dinge: Er habe in seinem Laden ("Vegan Snackbar by Attila Hildmann") gesessen und gerade seine Bestellung aufgegeben ("beim Bio-Großhändler"), als seine Küchenchefin ihn auf das Knöllchen an seinem Wagen aufmerksam gemacht habe. Das Auto habe jedoch nicht im Halteverbot gestanden, so Hildmann, dennoch: "Ich ging raus und parkte den Wagen kommentarlos um."

Attila Hildmann vs. Berliner Polizei: Wer hat recht?

Fünf Minuten später seien die Polizisten aufgekreuzt und hätten "Führerschein und Personalausweis" verlangt und ein erneutes Umparken des Autos gefordert. "Ich erwiderte, ob sie denn nichts anderes zu tun hätten, Berlin versinkt in Kriminalität und ich hätte das Knöllchen ja schon erhalten", so der Koch weiter. "Ich ging raus, setzte mich in den Wagen und sagte 'Ich fahre ihn kurz auf meinen Stellplatz und komme dann wieder für die Papiere'." Fünf Streifenwagen mit elf Polizisten hätten ihn nach 500 Meter gestoppt, aus dem Auto gezerrt und ihm Handschellen angelegt. "Ich empfand das als unverhältnismäßig und wehrte mich, es folgten Würgegriffe und die Frage an die Beamten, ob sie noch alle Tassen im Schrank haben." Es habe Wortgefechte und eine Drohung der Beamten gegeben, er selbst habe jedoch nicht "Idiot" gesagt, sondern habe die Polizisten lediglich geduzt. Das Ende vom Lied: Er sei auf der Wache gelandet und habe einen Drogentest machen müssen ("natürlich negativ").


Bei der Berliner Polizei klingt das dann so: "In Handschellen und mit Strafanzeigen wegen Widerstands, Beleidigung (belegt mit Geld- oder Freiheitsstrafe) sowie einem Bericht an die Fahrerlaubnisbehörde endet die Geschichte in Charlottenburg. Zu prüfen bleibt, ob der Mann aufgrund seines Verhaltens geeignet ist, künftig am Straßenverkehr teilzunehmen."

Hildmann geht es auch um die Verhältnismäßigkeit - und um das große Ganze: "Wenn schwangere Frauen die U-Bahn-Treppen runtergetreten werden, passiert wochenlang nichts, (...) am Kottbusser Tor werden Frauen angetanzt, beklaut, beleidigt und auf offener Straße werden Drogen vertickt, dieses ganze Land schaut zu, wenn Millionen Tiere täglich gequält werden, (...) aber man macht so ein Faß auf, weil ich vor meinem Laden (...) nicht optimal geparkt hab, dafür sind dann Steuergelder also da!", erklärt der Koch.

Die Polizei entgegnet: "Angesichts des Verhaltens des Betroffenen kann man hier keineswegs von einer Bagatelle sprechen."

Einig sind sich der Koch und die Ordnungshüter darin, dass das Geschehen von mehreren Passanten gefilmt wurde. Es besteht also die berechtigte Hoffnung, dass ans Licht kommt, was am Donnerstagabend in Berlin-Charlottenburg wirklich geschah.

Attila Hildmann vor seinem neuen Restaurant

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.