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Ausblick 44. Tokio Motorshow: Lokalpatriotismus

In den späten 90er Jahren war die Tokio Motorshow weltweit eine große Nummer. Seitdem China boomt ist die Leistungsschau in die zweite Reihe gerutscht. Hier einige der wichtigsten Neuheiten.

BMW M4 GTS

BMW M4 GTS

Mazda, Honda, Suzuki, Subaru, Nissan oder Toyota - einige der größten Automarken der Welt wollen alle zwei Jahre im Herbst zeigen, dass das automobile Asien mehr zu bieten hat, als den gigantischen Markt rund um Chinas Millionenstädte. Die japanische Autoindustrie gehört mit rund zehn Millionen produzierten Fahrzeugen pro Jahr zu den größten auf der Welt. Der Toyota-Konzern zeigt auf dem Messegelände Big Sight vom 30. Oktober bis zum 8. November bei der 44. Auflage der Tokio Motorshow nicht nur die neue Sportlimousine Lexus GS-F und den neuen Toyota Prius, sondern seinen frischen Luxus-SUX RX und eine Konzeptstudie, mit der Lexus seinen Weg ins Luxussegment präsentieren will.

Lokalpatriotismus
BMW M4 GTS

BMW M4 GTS

Getreu dem Motto des Messeauftritts "Accelerate towards our dreams" lässt Mazda auf der Tokio Motor Show neben dem bereits auf der Frankfurter IAA enthüllten SUV-Studie Koeru und der Rennversion des neuen MX-5 einen Ausblick auf ein neues Sportcoupé im hellen Scheinwerferlicht erstrahlen. Kaum zu glauben, dass für dieses Coupé wieder ein Wankelmotor in der Erprobung ist. Sehr wahrscheinlich, dass die Japaner im Jahre 2017, zum 50. Geburtstag des Wankel-Erstlings Cosmo Spider, wieder einen RX-7 auflegen. "Doch es muss bei uns immer einen Businesscase geben", schwächt Mazdas Technikchef Kiyoshi Fujiwara ab, "die Technik haben wir im Griff." Hört sich ganz nach einer Wiederauflage an.

Hoch sportlicher präsentiert sich auf der Tokio Motorshow der BMW M4 GTS, der Dank Wassereinspritzung 500 PS leistet und 305 km/h schnell ist. Erstmals in einem Serienfahrzeug sind bei dem auf 700 Fahrzeuge begrenzten Sondermodell OLED-Rückleuchten verbaut. Mit einem Preis von 142.600 ist der BMW M4 GTS beinahe doppelt so teuer, wie der Serien-M4 mit 431 PS. Porsche zeigt auf der 44. Tokio Motorshow erstmals den überarbeiteten Porsche 911 Carrera 4 / 4S - beide mit 370- bzw. 420 PS starken Turbomotoren.

Honda, unverändert einer der größten Motorenproduzenten der Welt, gibt in Tokio erstmals den Blick auf die neue Generation eines Brennstoffzellenfahrzeugs frei, der als Nachfolger des Kleinstserienmodells FCV mit einer Reichweite von 700 Kilometern bereits im kommenden Jahr in den Handel kommen soll. Bei Suzuki steht alles im Zeichen des neuen Kleinwagens Ignis als Weiterentwicklung des Concept Cars iM-4, das auf dem Genfer Automobilsalon auffiel. Mit dem Fahrzeug gibt Suzuki einen Ausblick auf einen neuen Mini-Crossover, der eine Brücke schlägt zwischen Alltagsnutzen und Freizeitaktivität. Das Exterieur greift die Designtradition von Suzuki auf, indem es Elemente des Suzuki Fronte Coupé, eines Kleinstwagens aus den Siebzigerjahren, mit einem modernen Design kombiniert. Darüber hinaus zeigt Suzuki mit dem Concept Car Mighty Deck die Vision eines neuen, spaßorientierten Kleinwagens mit einem Dach aus textilen Stoffen und einer offenen Ladefläche, die vielfältig genutzt werden kann. Die Designstudie des Air Triser gewährt einen Ausblick auf einen kompakten Minivan mit drei Sitzreihen, die mit einfachen Griffen in kurzer Zeit zu einer privaten Lounge umfunktioniert werden können.

Nissan bietet in den Messehallen Big Sight nicht nur das überarbeitete Elektroauto Leaf mit bis zu 250 Kilometern Reichweite, sondern auch den Konzeptvan Teatro for Dayz. Eigens für die digitale Generation konzipiert, gibt der vernetzte Kastenwagen einen Ausblick auf die Mobilität der Zukunft. Das vollelektrische Fahrzeug ist eine rollende Batterie auf vier Rädern, die auch mobile Endgeräte wie Smartphones und Tablets auflädt. Das Exterieur und das gänzlich in Weiß gehaltene Interieur dienen als riesige Leinwand: Während der Fahrt zeigt das Armaturenbrett die üblichen Instrumente und Anzeigen, im Stand verwandelt es sich jedoch in einen Touchscreen - auch in die Kopfstützen der Vordersitze und die Türverkleidungen sind Displays eingebaut. Sie gewähren Zugang zur digitalen Welt, womit sich Online-Games spielen und soziale Medien nutzen lassen. Eine Onboard-Kamera liefert auf Wunsch auch Bewegtbilder direkt aus dem Fahrzeug, einer Videobotschaft oder dem Selfie von unterwegs steht nichts mehr im Wege. Mittels zweier weiterer LED-Displays außen können die Insassen zudem mit Passanten am Straßenrand kommunizieren und Inhalte teilen. Ebenfalls am Nissan-Stand zu bestaunen: das Gripz Concept und den X-Trail Hybrid Mode Premier. Spektakulär: die Gran-Turismo-Studie des Concept 2020 Vision.

Ein interessantes Citymobil zeigt Autozulieferer ZF mit seinem Advanced Urban Vehicle. Das rein elektrisch angetriebene, teilautomatisiert fahrende und in die Cloud vernetzte Stadtmobil wäre ideal für eine Millionenmetropole wie Tokio. Und ein paar weitere Überraschungen wird es sicher geben - dafür ist Tokio immer gut.

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.