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Autohersteller gehen auf dem Wasser gerne fremd: Wasser marsch!

Autohersteller zieht es nur allzu gerne aufs Wasser. Nicht nur in Verkaufsbroschüren parken die Traumwagen nur allzu gern in Yachthäfen oder im Vordergrund eines eleganten Segelschiffs. Immer wieder kreieren die automobilen Designteams eigene Luxusyachten oder lassen ihre Entwicklungsabteilungen Hightech-Komponenten entwickeln. Spaß oder Ernst? Marketinggag oder Technologietransfer? Beides.

Arrow 460 Granturismo

Arrow 460 Granturismo

Wenn man die geringe Zahl der Fahrzeuge mit Anhängerkupplungen auf unseren Straßen sieht und dann noch im Auge hat, dass die meisten mit der Zugvorrichtung Camping- und Wohnanhänger hinter sich herschleppen, mag es zunächst überraschen, dass sich Autohersteller und Bootsfirmen derart nah sind. Die zahllosen TV-Spots, Werbeanzeigen und Marketingkampagnen mit trendigen SUVs und Oberklasse-Kombis, die in Yachthäfen parken, während ihre zumeist grauhaarigen Besitzer betont sportlich das lifestylige Freizeitstückgut aus dem üppig dimensionieren Laderaum an Bord bringen, sind das eine. Doch die Zusammenarbeit von Yachtfirmen, Bootsbauern und Autoherstellern geht viel weiter. Das kann zum Beispiel eine Kooperation wie aktuell von Fiat mit dem faszinierenden Bootsbauer Riva sein. Das Sondermodell des in die Jahre gekommenen Kleinwagens ist die wohl sehenswerteste Möglichkeit, einen Fiat 500 zu fahren. So ist der dunkelblaue 500er im Innenraum unter anderem mit Mahagoni und Einlagen aus Ahorn veredelt. Das schicke Riva-Logo ziert zur Erhöhung der Aufmerksamkeit Flanken, Heck und Armaturentafel. Ein umlaufender, doppelter Streifen in schmuckem Aquamarin auf Höhe der Gürtellinie greift die Formgebung einer eleganten Riva-Yacht auf.

Wasser marsch!
Arrow 460 Granturismo

Arrow 460 Granturismo

Auch der chinesisch-schwedische Hersteller Volvo hat die Nautik bereits vor Jahren für sich und seine Vermarktung entdeckt. Jahrelang waren die Fahrzeuge fest mit dem weltweit ausgetragenen Volvo Ocean Race verbunden und die entsprechenden Sondermodelle gehörten zu den beliebtesten Fahrzeugen der eigenen Palette. Volvo übernahm den Namen des wohl schwersten Segelrennens rund um die Welt Anfang des Jahrtausends vom Vorsponsor Whitbread, einer britischen Brauerei. Das bisher letzte Volvo Ocean Race startete 2014 / 2015 im spanischen Valencia. Die nächste Auflage des mehrmonatigen Segelrennens mit einer Gesamtdistanz von rund 25.000 Seemeilen findet 2018 statt. Die nächste Volvo-Modelle warten schon.

Daimler geht mit seinem Engagement noch weiter und kreierte im vergangenen Jahr eine eigene AMG-Yacht. So wurde im Herbst auf der elitären Monaco Yacht Show neben einer VIP-Flugzeugkabine zusammen mit Bootsbauer Silver Arrows Marine die 14 Meter lange Motoryacht Arrow 460 Granturismo präsentiert, die Monate zuvor im April 2016 ihre Jungfernfahrt feierte. "Mit der Yacht und der Flugzeugkabine haben wir unsere Philosophie der sinnlichen Klarheit auf das Schiffs- und Flugzeugdesign übertragen", so Daimler-Chefdesigner Gorden Wagener, "die Gestaltung war eine inspirierende Herausforderung und wir haben Produkte geschaffen, die hot und cool einen formvollendeten modernen Luxus repräsentieren."

Die Yacht ist im Innern mit allem denkbaren Luxus ausgestattet; das Design des Interieurs selbst stammt aus dem Hause Daimler. Bei der Verglasung wurde sich bei den Roadsterdächern von Mercedes SL und SLC bedient, die sich mit der Magic-Sky-Technologie auf Knopfdruck verspiegeln. So integriert sich die silbrig-schimmernde Verglasung nahtlos in die Gesamtsilhouette. "Durch die Vereinigung der maritimen und automobilen Welt mit ihren jeweiligen Designsprachen, Technologien und Ideen haben wir einen neuen Standard für Motoryachten geschaffen. Die Arrow 460 Granturismo verbindet maritime Ingenieurskunst mit charismatischem Design und perfekter Eleganz, wie die Welt es von Mercedes‑Benz kennt", so Ron Gibbs, Chairman von Silver Arrows Marine. Doch Arrow 460 ist nicht der erste Ausflug von Daimler aufs Wasser. Seit vielen Jahren gibt es eine enge Partnerschaft von Mercedes-AMG und Cigarette Racing, wobei bisher acht exklusive Einzelstücke aufgelegt wurden. Die stärkste Yacht bringt 3.100 PS und 1750 Nm an ihre Schrauben.

Während Daimler sich bei der Zusammenarbeit mit dem britischen Yachtbauer Silver Arrows Marine auf das Design beschränkte, lässt es Konkurrent BMW deutlich handfester angehen und entwickelt als Technologiepartner des America\'s Cup Hightech-Komponenten für Segelschiffe. Das Duell zwischen dem Titelverteidiger Oracle Team USA und dem sich noch zu qualifizierenden besten Herausforderer findet in diesem Frühsommer vor den Bermudainseln statt. "Der America\'s Cup verkörpert viele Elemente, die auch Teil der DNA von BMW sind: Pioniergeist und die Bereitschaft, keine Herausforderung zu scheuen", sagt BMW-Vertriebsvorstand Ian Robertson, "Leidenschaft für Innovationen sowie Ingenieurskunst und Teamwork sind für den Erfolg entscheidend - dies treibt auch BMW an. Darum engagieren wir uns in der Königsklasse des Yachtsports." Doch es geht zumindest auf den ersten Blick nicht allein im Image, Marketing und Markenkern. So stellte Robertson auf dem Detroit Motorshow Anfang des Jahres nicht nur den neuen 5er BMW, sondern auch ein Hightech-Steuerrad aus Karbon für den Rennkatamaran AC50 vor, das bei den Bayern entwickelt wurde. Mehr als 15 Designer und 50 Bootsbauer waren an der Entwicklung und der Konstruktion des mit bis zu 100 Km/h schnellen Katamarans "17" beteiligt und leisteten mehr als 85.000 Arbeitsstunden. Neben dem Hightech-Mix des Steuerrads geht es bei dem Segeleinsatz auch um die Aerodynamik, die in einem der größten Windkanäle der Welt feinjustiert wird. "Alles, was sich über der Wasseroberfläche befindet, kann genauso optimiert werden, wie wir das auch bei unseren Fahrzeugen machen", sagt Holger Gau, BMW Experte für 3D Simulationsmethoden. "Wir schauen uns Verwirbelungen an, wir schauen uns Nachlaufgebiete an und wir versuchen durch geeignete Formänderungen die Widerstände zu minimieren."

Mehr Erfahrung im Bootsbau als andere hat Luxushersteller Bugatti. Die deutschen Franzosen waren einst nicht nur im Automobilbau, sondern auch bei der Konstruktion von Schiffen tätig. Firmengründer und Namensgeber Ettore Bugatti baute Anfang der 30er Jahre parallel zu den Erfolgen der legendären Rennwagen eine Yacht. Knapp 90 Jahre später wird beim neuen Hypersportwagen Bugatti Chiron an diese Tradition angeknüpft. Die Yacht von Schiffsbauer Palmer Johnson mit der Bezeichnung Niniette trägt das geschwungene Design-C des 1.500 PS starken Boliden. Ein 16,2 Liter großer Achtzylinder mit 1.000 PS bringt das Wasserfahrzeug auf 44 Knoten - mit dem 1.500 PS schweren 16-Zylinder-Turbo des Chiron wäre einiges mehr drin gewesen.

Beim Thema Luxusyacht will auch der noble Toyota-Ableger Lexus nicht fehlen. So wurde jüngst als Einzelstück eine Hightech-Yacht zu Wasser gelassen. Zwei Lexus Fünfliter-V8-Motoren leisten knapp 900 PS und machen sie 43 Knoten schnell. "Das Lexus Sportjacht-Projekt hat uns die Gelegenheit gegeben, die Lexus Designsprache auf maritime Art zu interpretieren", sagt Yoshihiro Sawa, Executive Vice President von Lexus, "für das Lexus Designzentrum war es ein überaus spannendes und wertvolles Projekt, denn es hat kreative Energien freigesetzt und unsere Vorstellungskraft erweitert, um neue Design und Lifestyle Möglichkeiten außerhalb der uns wohlbekannten automobilen Welt zu entdecken." Die innere Struktur des Sportyacht-Konzepts besteht aus karbonfaserverstärkten Kunststoffen, einem ebenso festen wie leichten Material, das in der Struktur von Rennwagen verwendet wird. Im Lexus Sportjacht-Konzept sorgt diese Konstruktion für eine Gewichtseinsparung von fast 1.000 Kilogramm gegenüber einer vergleichbaren Yacht mit glasfaserverstärkten Kunststoffen.

Alle Yachten haben eines gemeinsam. Zumindest bei langsamer Fahrt kann man auf ihren Decks perfekt Sonne tanken. Das kommt den Autohersteller gerade recht, die sich im Licht des edlen Yachtklientels allzu gerne sonnen würden - egal ob technisch oder nur in Sachen Marketing.

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.