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Automesse China 2018: Chinas "Weltmeister" – ein Elektro-SUV mit 600 km Reichweite für 19.000 Euro

Chinas Autoindustrie will das E-Zeitalter erobern. In Peking werden unzählige E-Modelle gezeigt, die auch in Deutschland ein Erfolg wären, denn ihr Preis-Leistungsverhältnis ist atemraubend.

Der Weltmeister EX5 kann bereits gekauft werden.

Der Weltmeister EX5 kann bereits gekauft werden.

Hersteller

Deutschland steckt im Diesel-Sumpf, in auf der Automesse in Peking zeigen die Chinesen wie E-Mobilität geht und auch, wo das Ziel ist. Die Marke WM Motors macht keinen Hehl daraus, denn WM steht für "Weltmeister" und nichts weniger will Chinas Autoindustrie werden: Weltmarktführer bei E-Mobilität.

Auf dem Messestand von Weltmeister steht das neue Topmodell: ein knackiges SUV mit 600 Kilometern elektrischer Reichweite und – jetzt kommt es – zu einem Preis von nur 19.000 Euro. Dafür gibt es bei uns einen VW Golf mit Sparausstattung und schlappem Benziner. In nur drei Jahren seit der Firmengründung ist Weltmeister weit gekommen. Die Firma macht keine leeren Versprechungen: Der Elektro-SUV EX5 steht bereits in den Verkaufsräumen. Für 16.000 Euro bietet er 450 Kilometer Reichweite. Bis 2020 sollen drei weitere Weltmeister-Elektromodelle folgen.

Unglaubliches Tempo

Da staunt der Europäer. Bei dieser Schlagzahl, dem Entwicklungstempo und den Endpreisen müsste sich die Kanzlerin in Deutschland keine Sorgen um Mobilitätswende und Feinstaub machen. Bei Technik und Präsentation haben die chinesischen Hersteller in den letzten zwei Jahren enorm zugelegt, nur beim Design wird gern noch abgekupfert. Direkt neben dem Mazda CX-5 steht der MG X Motion im Scheinwerferlicht – eng verwandt ist noch untertrieben, selbst der rote Lack ist fast identisch. Ob Range Rover oder Audi – europäisches Design, das begeistert, findet immer noch begeisterte Nachahmer.

Zum Spotten dürfte keinem Europäer zu Mute sein, allzu sehr hat die Produktqualität der gezeigten Automobile zugelegt. Smartphonespielereien und Konnektivität sind für den chinesischen Kunden ein entscheidendes Kaufargument. Der oder die Bildschirme können daher gar nicht groß genug sein.

Stromer dominieren

Von Geely gab es die neue GE-Limousine zu sehen. Auch bei Geely spielen Stromer die größte Rolle. NEVs (Plug-in-Hybriden und Elektromodelle) sollen bis 2020 90 Prozent des Portfolios ausmachen. Spannend zu sehen ist auch die Cross-over-Studie des Geely Icon, sie gibt einen Ausblick auf das zukünftige Design der Chinesen.

Lange Zeit war China eine Bastion der Limousinen, aber auch hier werden die SUVs sie bald als Lieblingstyp ablösen. Cross-over sind allgegenwärtig. Interessantes Detail: BAIC machte es einfach möglich, das komplette Batteriemodul zu tauschen.

Leistung durch Elektro

Chinesische Hersteller entdecken neben den Serienfahrzeugen nun auch den Reiz von Leistungsmodellen. Der BYD Tang ist ein siebensitziges SUV. Der gewaltige Tang soll die 100 km/h-Marke in 4,5 Sekunden erreichen. Rein elektrisch absolviert er bis zu 80 Kilometer. Für den Vortrieb sorgen 200 PS Zweiliter-Turbobenziner und zwei 147 PS Elektromotoren. Das ergibt eine Systemleistung von 500 PS und ein maximales Drehmoment von 820 Newtonmetern. Aufgrund der strengen Dienstwagen-Bestimmungen in China kann man solche Leistungswerte nur mit E-Antrieb erreichen. Das Design des Tang kann sich auch sehen lassen, schließlich stammt es vom Ex Audi-Mann Wolfgang Egger. Byton präsentiert auf der Peking Motorshow noch nicht das Serienmodell seines elektrischen SUV. Das Serienmodell der Studie, die schon in den USA für Aufsehen sorgte, soll mit zwei Akkupaketen von 71 und 95 kWh sowie mit einer Reichweite von 400 und 520 Kilometern angeboten werden.

Kra mit Pressinform

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