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Classic Days Schloss Dyck 2013: Strahlende Stars

Bei den achten Classic Days auf Schloss Dyck lachte nicht nur die Sonne. Über 100 Oldtimer-Clubs und rund 6.000 Fahrzeuge sorgten für strahlende Gesichter bei fast 40.000 Zuschauern.

Wer normalerweise durch den englischen Landschaftspark von Schloss Dyck bei Düsseldorf flaniert, genießt die Ruhe und die Schönheit der Natur. Doch einmal im Jahr ist alles anders. Dann nehmen Autos, Motorräder und tausende Besucher den Park in ihren Besitz - denn dann residieren die Classic Days auf Schloss Dyck. Rund 6.000 Oldtimer, Youngtimer und das eine oder andere aktuelle Juwel luden vom 2. bis 4. August zum Träumen, Schwärmen und Fotografieren ein. Einen Höhepunkt an diesen schönen Sommertagen herauszufiltern, fällt daher zum einen schwer und würde zum anderen den vielen übrigen Teilnehmern schlicht nicht gerecht werden. Ob nun ein Ford RS200, ein Ferrari Enzo, der älteste VW Käfer der Welt oder ein Mercedes-Benz 500 K Cabriolet - jedes Fahrzeug wurde bei strahlendem Sonnenschein mehr als nur einmal begutachtet und anschließend per Kamera oder Smartphone für die Ewigkeit festgehalten.

Wobei natürlich die Crème de la Crème, sprich die Fahrzeuge, die es entweder nur in geringster Stückzahl gab oder noch gibt, beziehungsweise die über eine nennenswerte Geschichte verfügen, den Concours d\'Elegance bildeten. Darunter eben jener VW Käfer, der im eigentliche Sinne ein Porsche ist. Denn das Modell mit der Chassisnummer 38/06 gehört zur Käfer-Vorserie aus dem Jahr 1938, von welcher leidglich 30 Fahrzeuge bei Porsche in Handarbeit gebaut worden sind. In den Fahrzeugpapieren des 23,5 PS starken und über 985 Kubikzentimeter Hubraum verfügenden Ur-Käfers steht daher auch heute noch Porsche Prototyp 38.

Über einen Hubraum von 22 Ur-Käfern, genauer gesagt über 21,7 Liter, herrscht der Fahrer des Fiat Mefistofele aus dem Jahr 1923. Das auf einem Rennwagen vom Typ SB4 basierende Hubraum-Monster brach 1924 den Landgeschwindigkeitsweltrekord. Der 320 PS starke Sechszylindermotor eines Kampfflugzeuges aus dem Ersten Weltkrieg beschleunigte sich selbst und seinen Fahrer Ernest Eldridge auf 234,98 Kilometer pro Stunde. Dies war gleichzeitig der letzte Landgeschwindigkeitsrekord, der auf einer öffentlichen Straße aufgestellt wurde.

Doch nicht nur in der Vergangenheit ertönten die Motoren im Rennmodus. Bei den Classic Days hieß es in regelmäßigen Abständen: "Gentlemen... start now!" Auf einer Rundstrecke von drei Kilometern Länge genossen Fahrer und Beifahrer von über 80 historischen Rennwagen die Begeisterung der Zuschauer. Damit diese zu jedem Zeitpunkt auch genau wussten, welches Fahrzeug dort in just diesem Moment über die Strecke donnerte, drang die Stimme des kompetenten Moderators Dirk Johae aus den Lautsprechern. Und nicht nur die einfachen technischen Daten zum Fahrzeug, sondern auch seine zahlreichen Anekdoten und Insiderinformationen sorgten für eine ungeahnte Informationsdichte und den einen oder anderen Lacher.

So hieß es dann auch aus den Lautsprechern: "Und jetzt auf der Strecke der Mercedes-Benz 220 (W 180), der 1956 auch bei der Mille Miglia zum Einsatz kam. Er wird heute gefahren von Rennfahrerlegende Hans Herrmann." Neben dem 85-jährigen Rennidol Herrmann kamen noch prominente Fahrer wie Roland Asch, Dieter Glemser, Ewy Rosqvist und Jochen Mass nach Jüchen zu den Classic Days. Der diesjährige Ehrengast war der britische Auto- und Motorrad-Weltmeister John Surtees. Ebenfalls bekannt, vor allem in der Camping-Szene, ist das Ehepaar Annemarie und Karl-Heinz Paumen. Wie schon die Jahre zuvor verbrachten sie die Nächte der gesamten Veranstaltung in einem Wohnwagen. Den 40 Jahre alten dänischen Wohnwagen MKP Smutti brachten sie mit Hilfe ihres VW Käfers aus Dormagen in den englischen Landschaftspark. "Es ist immer wieder ein ganz tolles Erlebnis hier auf Schloss Dyck während der Classic Days zu campen. Allerdings wird es in diesem Jahr ganz schön heiß in unserem 390 Kilogramm leichten Smutti", verriet Karl-Heinz Paumen mit einem Strahlen im Gesicht.

Für Besucher, die nicht ganz so weit in die automobile Vergangenheit reisen wollten, für die bot sich ein gemütlicher Spaziergang durch das Miscanthusfeld an. Dort feierten Auto-Clubs, Vereine und Zubehörhändler ihre eigenen Classic Days. Zum 50. Geburtstag der Marke Lamborghini waren dort Sportwagen aus der Vergangenheit und der Neuzeit zu bestaunen. Und wer dachte, dass zum Beispiel eine Corvette oder ein BMW Z1 seltene Fahrzeuge sind, der musste in Anbetracht der zahlreichen Modellgrüppchen schnell seine Meinung ändern. Schade bei all der Freude über die tollen Autos und das schöne Wetter war lediglich der hohe Tagesticketpreis von 30 Euro für Erwachsene. Ein kleiner Lichtblick war hingegen der Preis für eine Kinder-Tageskarte. Denn schon für drei Euro konnten die ganz Kleinen Teil einer ganz großen automobilen Geschichte werden.

Press-Inform / pressinform

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.