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Die größten Momente der Renngeschichte: Als Motorrennen noch verdammt gefährlich waren

Von den wichtigsten Momenten des Rennsports gibt es keine Fotos. Zwei Künstler aus Tschechien haben das nachgeholt. Ihre Bilder sind so dramatisch und lebendig, wie es Fotos nicht sein können.

24. Juli 1938. Manfred von Brauchitsch wird aus seinem brennenden Wagen gezerrt.

24. Juli 1938. Manfred von Brauchitsch wird aus seinem brennenden Wagen gezerrt.

Nicht alles war früher besser – der Motorsport aber ganz sicher. Er war rau und ölig. Die Motoren wurden mit dem Schraubenschlüssel und nicht mit dem Diagnose-Computer eingestellt. Die Wagen verbogen sich auf den Pisten so, dass der Fahrer keinen Gang einlegen konnte. Ohne Servolenkung und anderen Schnickschnack leisteten die Piloten Schwerstarbeit. Aber es gab auch keine Smartphones und keine Onboard-Kameras. Viele Rennen schrieben Geschichte, doch von ihren entscheidenden Momenten gibt es keine Fotos. Das musste geändert  werden, sagten die Künstler von Unique & Limited aus Tschechien. Am Computer haben sie hochdetaillierte Grafiken erstellt, die einerseits realistischer als zeitgenössische, echte Fotos aussehen, andererseits aber doch eine fremdartige, märchenhafte Atmosphäre verbreiten.

Drei Jahre lang arbeiteten Jan Rambousek und Petr Milerski allein an den ersten zwölf Motiven.

Es sind zum Teil dramatische Szenen, denen die beiden ein eigenes Leben einhauchen. Zu jedem Bild gibt es eine ausführliche von Bart Lenaerts lebendig erzählte Geschichte.

Etwa die vom 24. Juli 1938. Als Manfred von Brauchitsch beim Grand Prix auf dem Nürburgring in Flammen aufging. Sein Mercedes W 154 hatte einen unglaublichen 400 Liter Tank – aber dank Hubraum und Kompressor soff der Silberpfeil, als hätte er ein Loch im Boden. Beim zweiten Auftanken passierte es: Ein Mechaniker verspritzte Benzin, als von Brauchitsch den Motor startete, schossen Flammen aus dem Wagen. Eine dramatische Szene: Trotz der Gefahr zieht ihn sein eigener Rennleiter mit grauem Herren-Anzug aus dem brennenden Wrack. Helfer stürmen herbei, um den Wagen zu löschen. Erstmals eingefangen in einer Illustration des Bandes.

Neben den Highlights des Rennsports erlauben Jan Rambousek und Petr Milerski  in mehreren Kapiteln einen Blick in ihre Werkstatt. Etwa wenn sie darstellen, wie sie einen historischen, aber virtuellen 250 GTO in das aktuelle Foto einer Straßenkreuzung einfügen und anschließend die ebenfalls virtuellen Zuschauer im zeittypischen Aussehen in das Bild setzen. Dieser Band nie gemachter Rennsportfotos überzeugt durch die detailverliebte Besessenheit der beiden Künstler – bei jedem Bild bedauert man die Mittennaht des Buches. 

Der Titel geht übrigens auf ein Zitat von Jack Brabham zurück.  Von 1955 bis 1970 fuhr er in der Formel 1. Er siegte in 14 Rennen und wurde 1959, 1960 und 1966 Weltmeister. Er charakterisierte diese große Zeit der Formel 1 mit den Worten: Als der Sex sicher und der Rennsport verdammt gefährlich war (When Sex Was Safe And Racing Bloody Dangerous). 

"When Motor Racing was bloody dangerous" - Ein Bildband nie gemachter Rennsportfotos - 59,90 Euro


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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.