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Internationales Mini Meeting: Familientreffen

Seit 37 Jahren treffen sich die europäischen Mini-Fans über Pfingsten - längst nicht mehr nur in Deutschland. Diesmal war Litauen der Gastgeber des Internationalen Mini Meetings (IMM).

Es ist eine Performance der etwas anderen Art: In zum Halbkreis aufgestellten Campingstühlen sitzt ein gutes Dutzend Männer und Frauen in Shorts und T-Shirts um einen Mini gruppiert, dem die halbe Front und der halbe Motor fehlen. Sachkundig verfolgt das Publikum, wie drei schon etwas ältere Herren mit ölverschmierten Fingern an dem Vorderteil des Klassikers hantieren und ihn wieder Schraube für Schraube zusammensetzen - mitten auf einem Stück Wiese im Wald.

Internationales Mini Meeting: Familientreffen
Inga Narauskaite (rechts) gehört zum Orga-Team des Internationalen Mini Meetings 2015 in Litauen

Inga Narauskaite (rechts) gehört zum Orga-Team des Internationalen Mini Meetings 2015 in Litauen

Es ist nicht der einzige Mini, der an diesem Pfingstwochenende auseinander genommen und sauber wieder montiert wird. Einmal im Jahr trifft sich seit 1978 die internationale Mini-Gemeinde zum fröhlichen Schrauben, zum gemeinsamen Grillen und Fachsimpeln, zu Ausfahrten und - ja, auch das: ein bisschen auch zum Angeben. Denn was ist ein Fan-Treffen ohne Preise für den schönsten Mini oder die weiteste Anfahrt?

Das mit der weiten Anfahrt war diesmal eher der Normalfall - die hatten die meisten Teilnehmer. Denn brauchte das Gros der Mini-Fans bisher meistens gerade mal eine Alpen- oder Ärmelkanal-Überquerung, um zu den Familientreffen zu gelangen, so ging es diesmal eher in die andere Himmelsrichtung.

Gastgeber war der MiniPeople Club Lithuania, eine junge Truppe um Inga Narauskaite, die in die malerische Seenlandschaft rings um die Kleinstadt Zarasai im Nordosten Litauens eingeladen hatte. Wo man sich trifft, das entscheiden die europäischen Miniclubs im Rahmen dieser Meetings. Italien war bislang immer wieder gerne ein Ziel, vor zwei Jahren der Plattensee in Ungarn. Einziger Fixpunkt: Jedes fünfte Jahr muss das Treffen in England stattfinden. Dort lief 1959 der erste Mini vom Band und jedes halbe Jahrzehnt steht deshalb ein Jubiläum an. Litauens MiniPeople haben ihren Club erst 2008 gegründet und zählen mittlerweile 250 Mitglieder. 2013 hatten sie beim damaligen Treffen im italienischen Mugello von den anderen Clubs den Zuschlag für das Event in bekommen.

Die Location auf einer Insel im Zarasas-See an der keine 10.000 Einwohner großen Stadt nahe der lettischen Grenze war nahezu ideal: Viel Platz für die Mini-Fans, um sich mit ihren Autos und Zelten auszubreiten, idyllisch gelegen und nur durch eine schmale Zufahrtsstraße mit dem "Festland" verbunden.

Mit geschätzt gut 500 angereisten Minis und 800 Teilnehmern kamen diesmal deutlich weniger als sonst. Vor allem in der deutschen Mini-Szene hatte sich im Vorfeld Unmut breit gemacht: "1.500 km durch Polen und Litauen und 1.500 km zurück" - das war so manchem dann doch zu weit. Andere Mini-Fans hatten damit keine Probleme: "Endlich wird das Öl mal warm." Ansonsten: nicht mit dem Auto um, sondern mit der Fähre über die Ostsee. Und ganz ehrlich: Die Fernstraßen in Litauen sind mittlerweile besser als so manch deutsche Autobahn.

So waren die Teilnehmer auch in Litauen schließlich nicht viel weniger international gemischt als sonst. Viele Briten, Deutsche, Schweden, Finnen, Italiener, Belgier, ein paar eingeflogene US-Amerikaner - alles da. Einige von ihnen waren mit ihren Cabrios und Mini Mokes Hunderte von Kilometern offen durch Sonne, Regen und Hagel gebrettert. Die längste Anreise auf Achse mit dem eigenen Mini hat Dan Moloney hinter sich gebracht. Gestartet im Westen von Irland musste er fast 3.200 Kilometer auf dem Weg zum IMM zurücklegen. Als Ehrengast mit dabei: "Rallye Professor" Rauno Aaltonen, der 1967 mit dem Classic Mini die Rallye Monte Carlo gewann und in Zarasai froh war, genügend Autogrammkarten dabei zu haben.

Die Stimmung auf einem Mini-Meeting ist kaum mit der auf den meisten anderen Treffen von Autofans zu vergleichen. Die "Fuchsschwanz-Fraktion" spielt keine Rolle - so verwegen auch manche Gruppen hier aussehen mögen. Keine Donuts im Asphalt, kein Geruch von Gummi mutwillig zerstörter Reifen, keine Bierleichen oder Geschwindigkeitsexzesse auf den umliegenden Straßen. Keine knapp bekleideten Hostessen, die sich auf irgendwelchen Motorhauben räkeln. Statt dessen eine Pyjama Party am Samstag Abend, Slalom und Classic Rallye, viel Fachsimpelei, Lkw mit eingebauter öffentlicher Sauna, hungrige Moskitos, Kinderbetreuung und kostenlose Standplätze für Teilehändler. Ein Familientreffen mit Barbecue eben.

Press-Inform / pressinform

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.