HOME

Jeep Grand Cherokee SRT: Piste statt Wald

Der aufgefrischte Grand Cherokee SRT zeigt sich kraftvoll, edel und großzügig. Niemand will mit dem 468 PS starken Kraftmeier ins Gelände. Die Konkurrenz heißt Porsche Cayenne, BMW X5 und Mercedes ML.

Ein Geländewagen, der nicht ins Gelände darf? Ist längst an der Tagesordnung. Beim SRT-Topmodell des Jeep Cherokee geht es vielmehr um Power auf Landstraßen und Autobahnen. Dafür sind die 344 kW / 468 PS genau das Richtige. Und der Motorenklang des Achtzylinders ist ein echter Ohrenschmaus. So kann das gut klingende 825-Watt-Soundsystem von Harman/Kardon einfach ausbleiben. Dann muss man sich auch nicht mit dem alles andere als überzeugenden Navigationssystem beschäftigen. Ohne großen Aufwand wird der sieben Zoll große und frei konfigurierbare Bildschirm im digitalen Cockpit zum Sprintzeit- und Bremswegmesser. Im Optimalfall erscheint eine 5,0 beim Sprint von 0 auf Tempo 100. Die ebenfalls einblendbare digitale Geschwindigkeitsangabe zeigt bei erreichter Höchstgeschwindigkeit einen Wert von 257 Kilometer pro Stunde an. Der Weg dorthin verläuft dank der neuen Achtgang-Automatik sowie den 29,5 Zentimeter breiten und 20 Zoll großen Räder durchzugsstark und ohne jegliche Komforteinbußen.

So gut und vor allem überraschend flott der 4,85 Meter lange, 1,95 Meter breite und 1,75 Meter hohe Jeep Grand Cherokee SRT auf gerader Strecke beschleunigt, so sehr muss sich der Fahrer beim Erreichen der nächsten Kurve über das von ihm bewegte knapp 2,5 Tonnen schwere Stahlkleid bewusst sein. Der Schwerpunkt liegt geländewagentypisch hoch und die Lenkung neigt zur amerikanischen Leichtgängigkeit. Die Fahrzeugmasse des bis zu 2,9 Tonnen an den Haken nehmenden Jeeps bleibt nicht verborgen. Da hilft auch der 6,4 Liter große Achtzylinder nicht, der sein maximales Drehmoment von 624 Newtonmetern an alle permanent angetriebenen Räder leitet.

Für einen nahezu perfekten Vortrieb sorgt der aktive, automatische Vierradantrieb Quadra-Track Active-on-Demand. Mit Hilfe des elektronisch gesteuerten Sperrdifferenzials an der Hinterachse erhöht sich erfahrbar die Sicherheit auf rutschigem oder auch wechselndem Untergrund. Noch bevor ein traktionsarmes Rad durchdreht werden Gegenmaßnahmen eingeleitet. Der Wagen bleibt somit auch bei Regen oder Schnee gut kontrollierbar. Sollte dennoch Traktion an einem oder mehreren Rädern verloren gehen, kann der Allradantrieb des SRT bis zu 100 Prozent des Drehmoments an ein einziges Hinterrad leiten. Mittels Drehschalter kann der Fahrer zudem aus den fünf Fahrmodi Auto, Sport, Tow, Track und Snow wählen. Die adaptiven Stoßdämpfer sind mit der Traktionsregelung Selec-Track vernetzt und passen ihr Ansprechverhalten dem Fahrbahnzustand und der Geschwindigkeit an.

Die Kombination von Allradantrieb und einem 2,5 Tonnen schweren Sport-SUV lässt den Verbrauch von 14 Litern auf 100 Kilometern fast schon selbstverständlich erscheinen - und das trotz Zylinderabschaltung. Dank des 93,5 Liter großen Treibstofftanks kann der im Juli nach Deutschland kommende Jeep Grand Cherokee SRT aber zumindest noch in puncto Reichweite punkten. Dass ein großes Fahrzeug nur etwas für große Menschen sein muss, widerlegt der Grand Cherokee innerhalb weniger Sekunden. Denn wenn die verschlafen öffnende Heckklappe erst einmal den Blick in den 782 Liter Gepäck fassenden Kofferraum offenbart, stoßen sich an ihr Personen unter 1,85 Meter nicht sofort den Schädel. Gleichzeitig werden sich kleingewachsene Bepacker sehr über den auf Kennzeichenhöhe befindlichen Schalter für das automatische Schließen der Heckklappe freuen. Wer das Kofferraumvolumen auf die maximalen 1.554 Liter erhöhen möchte, kann die Alcantara bezogenen Fond-Sitze zwar umklappen, allerdings nicht vom Kofferraum aus. Muss ja nicht sein, weil die zweite Sitzreihe dank des großen serienmäßigen Glaspanoramadachs hervorragend zum mobilen Sonnenbaden einlädt. Wenn der SRT auf Grund seines fehlenden Offroad-Ausstattungspaketes schon nicht mit seinen Artgenossen im Schlamm spielen darf, kommt diese angenehme Abwechslung gerade recht.

Press-Inform / pressinform
Themen in diesem Artikel

Wissenscommunity

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.