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Nach Skandal: ADAC-Präsident Peter Meyer tritt zurück

Nach dem Skandal um Manipulationen beim ADAC-Preis "Gelber Engel" legt Präsident Meyer sein Amt nieder. Er sei damit einem Suspendierungsverfahren zuvorgekommen, so der Autoclub.

Der Rücktritt kam überraschend: Am Mittag teilte der ADAC Nordrhein mit, dass Präsident Peter Meyer mit sofortiger Wirkung sein Amt niederlegt. Später ließ die Zentrale des ADAC verlauten, der 64-Jährige sei damit einer möglichen Amtsenthebung zuvorgekommen: Angesichts der aktuellen Vertrauenskrise habe das Präsidium am Montagvormittag ein Suspendierungsverfahren gegen ihn beschlossen. Peter Meyer bestreitet dies. Das Amt des Präsidenten übernimmt kommissarisch Vizepräsident August Markl. Die Nachfolge soll bei der nächsten ordentlichen Hauptversammlung im Mai 2014 geregelt werden.

Meyer war seit 2001 Präsident des Autoclubs. Dem Rücktritt vorausgegangen waren Manipulationen beim ADAC-Autopreis "Gelber Engel". "Für Fehler und Manipulationen von hauptamtlichen Führungskräften, denen gemäß ADAC-Satzung die Besorgung der laufenden Geschäfte obliegt, möchte ich nicht länger alleine verantwortlich gemacht werden", erläuterte Meyer in einer Mitteilung. Die Diffamierungen seiner Person, heißt es darin weiter, belasteten nicht nur den ADAC, sondern auch seine Familie. Er habe sich die Entscheidung "allein und sorgfältig überlegt".

Zuvor hatte Meyer einen Rücktritt mehrfach ausgeschlossen. Er sehe seine Pflicht darin, weiter für die gute Sache zu kämpfen, hatte er noch am Wochenende der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" gesagt. Nun wirft er den Gremien des Clubs vor, seine Reformpläne nicht unterstützt zu haben: "Wenn die Gremien in Krisen eine Gefolgschaft nicht leisten, kann es keine strukturellen und unternehmenskulturellen Veränderungen im ADAC geben."

Heiko Maas: Rücktritt reicht nicht aus

Verbraucherschutzminister Heiko Maas (SPD) hat weitere Konsequenzen angemahnt. "Dieser Rücktritt wird allein nicht ausreichen", sagte Maas. Grundsätze der guten Unternehmensführung müssten auch für Organisationen wie den ADAC gelten. "Der ADAC muss sich das verlorene Vertrauen seiner Mitglieder zurück erarbeiten. Dafür braucht es größtmögliche Transparenz und grundlegende Reformen."

Seit Wochen beherrscht der ADAC die Schlagzeilen. Im Laufe des Montags oder Dienstags wird der unabhängige Prüfbericht zu den Manipulationen beim Autopreis "Gelber Engel" erwartet. Das Wirtschaftsprüfungsunternehmen Deloitte wollte den Bericht zunächst intern dem ADAC vorlegen. Dabei geht es um die jüngste Wahl zum Lieblingsauto der Deutschen, Berichte zu früheren Jahren sollen folgen.

Bislang steht fest, dass bei der Wahl des VW Golf die Zahlen nach oben frisiert wurden, aber auch die Rangfolge der Fahrzeuge könnte manipuliert worden sein. Autokonzerne haben für diesen Fall bereits angekündigt, die Preise zurückzugeben. Dem ADAC war unter anderem auch vorgeworfen worden, seine Rettungshubschrauber für Flüge von ADAC-Funktionären eingesetzt zu haben.

car/DPA / DPA

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.