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Skandal um ADAC: Funktionäre reisten öfter per Rettungshubschrauber

Nicht nur das ADAC-Präsidium nutzte Rettungshubschrauber, auch andere Funktionäre hatten Zugriff auf die Maschinen. Nach den Enthüllungen über den Autoclub denken 1,3 Millionen Mitglieder an Austritt.

Die Hubschrauber der ADAC-Luftrettung GmbH wurden nicht nur vom Präsidium des Automobilclubs für Reisen genutzt. Auch die 18 Vorsitzenden der Regionalclubs des ADAC durften nach stern-Informationen mit den gelben Rettungshubschraubern in die Luft gehen.

Der ADAC gestand ein, das sei "im Zusammenhang mit der Außendarstellung der Luftrettung" möglich gewesen. "Allerdings nicht, um damit von A nach B zu fliegen", betonte ein Sprecher gegenüber dem stern. In der Vorwoche hatte der ADAC bereits die Zahl von "weniger als 30" Flügen des Präsidiums in den letzten zehn Jahren genannt.

Auch andere PR-Flüge gab es offenbar: So startete den stern-Informationen zufolge am 6. Oktober 2007 eine Maschine vom Flughafen Braunschweig, um dem Fotografen eines lokalen Wochenblattes Fotos aus der Luft zu ermöglichen. Mit an Bord war auch die Frau des Wochenblatt-Verlegers. Der war ein Parteifreund des damaligen Vorsitzenden des ADAC-Regionalklubs Niedersachsen Sachsen-Anhalt. Der ADAC bestätigte den Flug an diesem Tag. Wer allerdings an Bord gewesen sei, "das entzieht sich unserer Kenntnis", teilte der ADAC auf Anfrage mit. Es habe sich um eine Reservemaschine gehandelt. Die Kosten für den Flug habe die Luftrettung getragen, "da diese den Hubschrauber ohnehin dort vor Ort hatte." Damals fand in Braunschweig eine Luftrettungstagung statt.

Mit dem Rettungs-Jet zum Tauchurlaub

Die "Bild"-Zeitung berichtet zudem, eine frühere Führungskraft des Vereins habe ihren Sohn mit einem Rettungs-Jet in den Urlaub fliegen lassen. Die Frau sei als Geschäftsführerin der ADAC-Service-Gesellschaft im vergangenen Februar zurückgetreten, nachdem der Vorfall bekannt geworden war. Ein Kollege habe "gepetzt".

Der Flug soll im August 2012 stattgefunden haben. Der Sohn der Frau und ein Freund hätten damals ihren Abflug nach Ägypten zu einem Tauchurlaub versäumt. Daraufhin habe die Funktionärin es organisiert, dass die beiden von Nürnberg aus in einem ADAC-Rettungsflugzeug nach Ägypten reisen konnten. Der Jet ist mit Intensivmedizin-Geräten ausgerüstet und für schwere Notfälle gedacht. In der Maschine sei auch ein Notarzt gewesen, der einen kranken Deutschen von Ägypten nach Deutschland begleiten sollte. Dass die beiden Jungs in dem Jet in den Urlaub flogen, sei laut den Richtlinien des Vereins ein "Missbrauch von Rettungsgeräten", berichtet die Zeitung weiter.

Vertrauen in den ADAC schwindet

Die Enthüllungen über manipulierte Abstimmungen und Dienstflüge mit Rettungshubschraubern kratzen auch am bisher untadeligen Bild des ADAC. Nach einer stern-Umfrage haben 46 Prozent der Deutschen eher geringes (29 Prozent) oder sehr geringes (17 Prozent) Vertrauen in den Automobilclub. Nur noch 44 Prozent äußern eher großes (33 Prozent) oder sehr großes (11 Prozent) Zutrauen in die über 100 Jahre alte Vertretung der Autofahrer.

Ein Teil der rund 19 Millionen ADAC-Mitglieder möchte sogar persönliche Konsequenzen ziehen: Der Umfrage zufolge überlegen 7 Prozent, mithin gut 1,3 Millionen Mitglieder, den Pannendienst zu verlassen. 60 Prozent aller Befragten (und 54 Prozent der befragten ADAC-Mitglieder) wünschen, dass der Verein sich künftig überwiegend auf den Pannendienst konzentrieren soll. Allerdings wollen rund zwei Drittel sowohl aller Bürger (65 Prozent) wie auch der Mitglieder (69 Prozent), dass der ADAC sich weiterhin immer mal wieder in die Politik einmischt.

Club gelobt Besserung

Angesichts der immer neuen Enthüllungen ging der ADAC am Mittwoch in die Offensive und kündigte Reformen an. Man wolle sich neu aufstellen, hieß es. "Wir glauben, dass wir nur durch eine grundlegende Reform die aktuellen Schwachstellen beheben können", teilte ADAC-Präsident Peter Meyer in München mit. Die Struktur des Vereins und seiner wirtschaftlichen Aktivitäten werde daher überprüft. Die Mitglieder sollen mehr eingebunden werden. In einer außerordentlichen Hauptversammlung soll die Neuausrichtung beschlossen werden.

Datenbasis der Umfrage: Für die ADAC-Erhebung befragte das Forsa-Institut am 22. und 23. Januar 2014 für den stern 1002 repräsentativ ausgesuchte Bundesbürger, die durch eine computergesteuerte Zufallsstichprobe ermittelt wurden. Die statistische Fehlertoleranz liegt bei +/- 3 Prozentpunkten.

Boris Wintzenburg/anb / print

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Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.