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Toyota Prius Plug-in Hybrid: Nachzügler

Toyota komplettiert seine Prius-Familie mit einem Plug-in Hybriden. Knapp 25 Kilometer sind nun rein elektrisch fahrbar.

"Aus unserer Sicht ist die Zeit jetzt schlicht weg reif für Hybridfahrzeuge", meint Toyota Deutschland-Chef Ulrich Selzer. Und auch Toyotas Europa-Chef Didier Leroy lässt sich gern mit den Worten zitieren: "Während andere über reine Elektrofahrzeuge diskutieren, haben wir über vier Millionen Hybridfahrzeuge verkauft". Nach der anfangs schwierigen Startphase des Prius nimmt der Hybrid-Kahn langsam Fahrt auf. Die Verkäufe sind in Deutschland jedoch nach wie vor mehr als überschaubar.

Der 4,48 Meter lange, 1,75 Meter breite und 1,49 Meter hohe Prius Plug-in Hybrid komplettiert nun den Ur-Hybriden von Toyota in der nunmehr dritten Generation. Von außen ist der Neue an seiner trapezförmigen Frontansicht und einer Chromzierleiste zu erkennen. Ebenfalls in Chrom gehalten sind die Türgriffe und eine weitere Leiste über dem Kennzeichen. Wer ihn bis dahin nicht enttarnt hat, dem helfen die Plug-in Symbole auf der Heckklappe und den Kotflügeln. Im Innenraum finden auch weiterhin zwei in der ersten und, solange das Stockmaß die 1,90 Meter nicht überschreitet, in der zweiten Reihe drei Insassen ausreichend Platz. Der Kofferraum hat dank der neuen Lithium-Ionen-Batterie lediglich zwei Liter an Stauraum verloren, da die Steckdose an der rechten hinteren Flanke eine kleine Delle in den Kofferraum drückt. Soll heißen zwischen 443 und 1.543 Liter Gepäck passen dort locker hinein.

Alles andere als erfreulich bleibt der lieblose Innenraum. Die ebenso großen wie lieblosen Oberflächenstrukturen im Innenraum, insbesondere im Cockpitbereich, sind alles andere als sehenswert. Hier wechseln sich längs- und quergebürstete Plastikoberflächen mit kunstvoll Geschwungenen oder einfach nur einfarbigen Modulen ab. Zumindest sind Armlehnen, Lenkrad und Türinnenraum zumindest in der gehobenen Ausstattungsvariante beledert. Dafür sind dann aber auch 42.500 statt 36.500 Euro nach Japan zu überweisen.

Die Antriebseinheit rund um den 1,8 Liter großen Vierzylinder-Reihenmotor mit 73 kW / 99 PS und dem 60 kW starken Antriebselektromotor basiert auf dem Prinzip des Vollhybriden. Die kombinierte Gesamtleistung beträgt 100 kW / 136 PS. Den größten Unterschied stellt die neu konstruierte Lithium-Ionen-Batterie dar, die das Gesamtgewicht des Prius Plug-in Hybrid auf 1.425 Kilogramm drückt. Er wiegt damit lediglich 55 Kilogramm mehr als der normale Prius. Hinzugekommen zur Vollhybridbasis ist der Ladeanschluss, durch den innerhalb von 90 Minuten eine rein elektrische Reichweite von 25 Kilometern gewährleistet wird. Für den Ladevorgang stehen drei verschiedene Möglichkeiten zur Wahl, zu der auch der Anschluss an eine haushaltsübliche Steckdose gehört.

Während der Fahrt stehen dem Fahrer drei verschiedene Fahrmodi zur Auswahl. Der HV-Modus entspricht dem des Vollhybriden Prius. Hier wechselt das Fahrzeug selbst, je nach Beanspruchung, zwischen elektrischem oder Benzin verbrennendem Antrieb. Im EV-Modus versucht die Software im Toyota dem elektrischen Antrieb den Vorrang zu gewähren, was auch bei defensivem Gasfußeinsatz bis Tempo 85 klappt. Wenn es ein wenig schneller gehen soll, schaltet sich der Verbrennungsmotor hinzu. Ein längerer Druck auf den Knopf EV-City Modus lässt den Hybriden genauso wie im EV-Modus arbeiten, mit der Ausnahme, dass der Verbrennungsmotor erst zum Einsatz kommt, wenn das Gaspedal mehr als 90 Prozent durchgedrückt wird. In diesem Modus, der in erster Linie für ein gemütliches im Stadtverkehr-Mitschwimmen gedacht ist, wird die Gasannahme stark zurückgenommen. Hier fährt sich der Prius besonders träge.

Allen drei Fahrmodi ist eines gemein, sie können durch das Drücken der Eco Mode-Taste um noch eine weitere Stufe mehr auf grün getrimmt werden. Die Leistungsentfaltung des Antriebs fällt noch weiter in den Keller und selbst die Regelung der Klimaautomatik wird reduzierend abgestimmt. Wer ab dem 6. Oktober einen neuen Toyota Prius Plug-in Hybrid in seinem Fuhrpark weiß, der schafft mit 45 Litern Kraftstoff bis zu 1.200 Kilometer. Der Spritverbrauch auf 100 Kilometern wird mit 3,7 Litern angegeben, was einem CO2-Ausstoß von 85 Gramm pro Kilometer entspricht. Im neuen EU-Messverfahren für derlei Antriebe stehen sogar nur 2,1 Liter auf 100 Kilometern auf dem Papier, sprich 49 Gramm CO2. Vorausgesetzt es wird auf den Ampelstart bis Tempo 100 in 10,8 Sekunden und auf die Höchstgeschwindigkeit von 180 Kilometer pro Stunde verzichtet. Doch in Sachen Fahrspaß ist beim Prius ohnehin nichts zu holen - da macht der Plug-In keine Ausnahmen.

Press-Inform / pressinform

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.