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VW Budd-e: Der Hippie-Bus kommt an die Steckdose

Zum wiederholten Male zeigt Volkswagen auf einer Automesse die Studie eines coolen Bulli-Nachfolgers. Wäre schön, wenn es doch einmal einer in die Serie schafft - notfalls auch elektrisch - wie der Budd-e.

Studie des VW Budd-e auf der CES 2016 in Las Vegas

Studie des VW Budd-e auf der CES 2016 in Las Vegas

Wir vier fahren irgendwo hin - mit dem VW Budd-e geht es von San Francisco in die Wüste Nevadas. Und weil der VW Budd-e bis zum Ende des Jahrzehnts noch ein Gedankenspiel bleibt, das auf der Consumer Electronic Show (CES) erstmals gezeigt wird, findet die imaginäre Wochenendtour zu einem Konzert erst im Jahre 2019 statt. Die Chancen sollen wieder einmal gut stehen, dass ein schick aussehende Bulli-Nachfolger automobile Realität werden soll. Wieso er angesichts der unverändert desaströsen Nachfrage von Elektroautos dann jedoch ausschließlich als Elektromobil kommen soll, steht in den Sternen über der glühend heißen Wüste von Nevada.

Ab in die Wüste
Studie des VW Budd-e auf der CES 2016 in Las Vegas

Studie des VW Budd-e auf der CES 2016 in Las Vegas

Angetrieben wird die rollende Szene-Lounge aus Wolfsburg von zwei Elektromotoren, deren Leistungsdaten dem imaginären Ausflugsquartett des Jahres 2019 Hoffnung auf stimmungsvollen Vortrieb machen sollen. Während die Vorderachse mit 100 kW / 136 PS und 200 Nm maximales Drehmoment versorgt wird, kann sich die hintere Achse über 125 kW / 170 PS und 290 Nm Leistung freuen. Die Systemleistung von 225 kW reicht allemal für lässiges Cruisen im Westen der USA und wird erst bei 180 km/h abgeregelt. Die elektrische Reichweite des VW Budd-e soll bei 533 Kilometern liegen. Das reicht zwar nicht für eine tankstopplose Fahrt von San Francisco ins kunterbunte Spielerparadies, aber je nach Fahrweise immerhin für mehr als Hälfte und der grandiose Lake Tahoe ist immer eine Reise wert. Die Batterie mit einer Kapazität von 92,4 kWh wurde beim erstmals im Budd-e vorgestellten Modularen Elektrifizierungsbaukastens (MEB) flach im Boden verbaut. Eine zusätzliche Hinterradlenkung ermöglicht einen geringeren Wendekreis von 11,5 Metern. Bleibt die Frage, ob bis zum Jahre 2019 entlang der US-Highways ausreichend Ladesäulen aufgestellt wurden, die den vier kalifornischen Musikliebhabern nicht die Ausfahrt verhageln. Wenn die Infrastruktur vorhanden ist, kann das Akkupaket des Elektro-Busses bei einer Ladeleistung von 150 kW (DC) in rund einer halben Stunde wieder auf 80 Prozent erstarken. Bleiben die Hochgeschwindigkeitsladesäulen in den nächsten Jahren weiterhin Zukunftsmusik, sollten die Musikfans ihre Reise nach Nevada einen Tag früher beginnen oder gleich einen Pick Up mit Verbrennungsmotor nehmen, um das Konzert in der Wüste nicht zu verpassen.

Dann wäre es jedoch nichts mit dem loungigem Loft-Charme des VW Budd-e. In seinem Innern finden vier Personen überaus bequeme Platzverhältnisse. Mit einer Länge von 4,60 Metern rangiert der Budd-e zwischen den heutigen VW-Vans Touran und T6. Die große Heckklappe öffnet dabei via Gestensteuerung mit dem Fuß ebenso wie die große Schiebetür an der rechten Seite. Für entspannte Stimmung und lässigen Reisekomfort sorgen unter anderem drehbare Sitze, Holzfußboden, ein mächtiger 34-Zoll-Bildschirm und der eindrucksvolle Radstand von 3,15 Metern. Auf Wunsch legt der VW Budd-e einen Großteil der Strecke auch autonom zurück.

Beim Budd-e erstrahlen nicht nur die Scheinwerfermodule in zeitgemäßer LED-Technik, sondern die gesamte Frontpartie des Elektro-Busses kann rund um das VW-Logo mit einem Ambiente-Licht umspielt werden, das auch die Seiten umzieht. Ähnlich innovativ präsentiert sich das Armaturenbrett, dessen zwei getrennte Displays alle wichtigen Informationen über Auto, Navigation, Klimatisierung und Entertainment beinhalten. Taster sucht man im Cockpit vergeblich; alle wichtigen Befehle werden über Sprache, Geste oder Touchfunktionen eingegeben. Hierbei dürfte der Realitätsbezug deutlich größer sein als beim mobilen Postfach, der Drop Box, die sich in der Heckschürze des VW Budd-e befindet. Hier sollen nach einer Zugangsprüfung über Near Field Communication (NFC) Gegenstände auch von anderen Personen als den Insassen abgelegt werden können. Ob mit Postschublade oder ohne - bleibt zu hoffen, dass es die Neuauflage des VW Busses nun endlich einmal in die Serie schafft; selbst, wenn es noch bis zum Ende des Jahrzehnts dauert.

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.