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Volkswagen im Abgas-Skandal: VW wusste lange von den Tests – und betrog dreist weiter

Der Dieselmotor war für Volkswagen ein Prestigeprojekt, das offenbar jede Manipulation rechtfertigte. Im Unternehmen müssen Hunderte Bescheid gewusst haben. Kleine Chronologie eines unfassbaren Betrugs.

Von Tim Sohr

Der Unternehmenssitz von Volkswagen in Wolfsburg im Abendlicht

Der Unternehmenssitz von Volkswagen in Wolfsburg: Neue Dimensionen des Betrugs

Jahrelang hat Volkswagen mit seinen Diesel-PKWs die erlaubten Abgaswerte systematisch überschritten, in den USA und in der EU. Immer mehr Hintergründe zum Skandal werden publik, die nur einen Rückschluss zulassen: Dass nicht, wie von Ex-Chef Martin Winterkorn behauptet, "einige Wenige" eingeweiht waren, sondern Hunderte über die Manipulationen Bescheid wussten.

Noch perfider: Über Jahre deutet sich an, dass die Sache nicht gut ausgehen kann für das Unternehmen. Immer wieder haken Umweltbehörden nach, weil VW-Diesel bei Tests mit grotesk überhöhten Werten aufgefallen waren. Aber um eine (schlechte) Ausrede ist man in Wolfsburg nie verlegen, wie die "Süddeutsche Zeitung" in ihrer Samstagsausgabe berichtet. Alleine in den letzten beiden Jahren gibt es mehrere Möglichkeiten, die Reißleine zu ziehen. Stattdessen setzt man Ruf und Zukunft des Unternehmens und seiner 600.000 Mitarbeiter fahrlässig aufs Spiel. Eine Chronologie der vergangenen zwei Jahre:


2013  - die ersten Tests

Bei Tests der West Virginia University im Auftrag der kleinen deutsch-amerikanischen Umweltgruppe ICCT können die Wissenschaftler die massiv nach oben ausreißenden Werte der VW-Fahrzeuge kaum glauben. "Wir wussten schon sehr, sehr lange, dass es Bedenken mit dem Schadstoffausstoß gibt", sagt John German vom ICCT zwar in der "Süddeutschen Zeitung". Trotzdem glauben sie zunächst, es mit defekten Autos zu tun zu haben, aber die Daten bestätigen sich. Wieder und wieder.

2014 - VW erhält Kenntnis der Studie

Die Studie des ICCT und der West Virginia University wird im Mai auf mehreren Konferenzen veröffentlicht, bei denen auch VW-Mitarbeiter anwesend sind. Sie wissen jetzt, dass ihnen jemand auf der Spur ist. Und tatsächlich meldet sich VW daraufhin beim ICCT - fragt aber nur nach, ob es sich bei den Tests wirklich um ihre Modelle handele.

Fünf Monate später veröffentlicht das ICCT eine weitere Studie, deren Testergebnisse VW - und andere Autobauer - erneut schwer belasten. Jetzt werden Kaliforniens Luftreinheitsbehörde CARB und die Umweltbehörde EPA auf die Angelegenheit aufmerksam. CARB hakt bei VW nach, aber die Manager des Konzerns beschwichtigen die Ingenieure: Alles nicht so schlimm. Im Dezember 2014 versprechen die VW-Leute, die Bordelektronik neu einzustellen. Skeptisch lässt sich die Behörde darauf ein.

2015 - VW gibt Software-Update vor, aber trickst weiter

Im Frühjahr werden eine halbe Millionen VW-Autos nachgerüstet, aber bei anschließenden Tests sind die Abgaswerte immer noch zu hoch. Im Abstand von vier bis sechs Wochen reisen nun Volkswagen-Leute nach Kalifornien, um gute Miene bei CARB zu machen. "Sie kamen immer mit neuen Lösungsvorschlägen und Gründen um die Ecke",  so CARB-Sprecher Dave Clegern. Aber das Abgasproblem bleibt bestehen. Die amerikanische Umweltbehörde droht, VW den Verkauf von Dieselautos in den USA ab 2016 zu verbieten. Daraufhin legen VW-Abgesandte in Kalifornien ein Geständnis ab: Ja, man habe mit einer speziellen Software die Abgaswerte manipuliert, und ja, die Software diene dazu, die Behörden zu täuschen.

Die Sache ist jetzt nicht mehr zu leugnen.

Die Frage ist bloß: Warum hat Volkswagen nicht gehandelt? Warum wollte man lieber mit dem "umweltfreundlichen" Dieselmotor untergehen, anstatt sich an die Vorschriften zu halten? Die Behörden in den USA haben viel Zeit verstreichen lassen, ehe sie aktiv wurden. Sie haben VW die Chance gegeben, die Autos zurückzurufen und die betrügerische Software zu deinstallieren.

"Für mich ist das die erstaunlichste Sache", sagt John German vom ICCT, "dass sie die Gelegenheit nicht genutzt haben."

Wissenscommunity

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.