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Saab 9-2X: Arigato Subaru

Es gab Zeiten, da waren viele japanische Autobauer vor allem damit beschäftigt, die Technologie der europäischen Konkurrenz nachzubauen. Inzwischen haben die findigen Autobauer aus dem Land der aufgehenden Sonne diese "Nachhilfe" nicht mehr nötig.

Es gab Zeiten, da waren viele japanische Autobauer vor allem damit beschäftigt, die Technologie der europäischen Konkurrenz nachzubauen. Inzwischen haben die findigen Autobauer aus dem Land der aufgehenden Sonne diese "Nachhilfe" nicht mehr nötig. Im Gegenteil. Um an die Kohle der amerikanischen Kompaktwagenkäufer zu kommen, holt sich Saab inzwischen Unterstützung bei Fuji Heavy Industries (FHI). Saabs 9-2X ist ein waschechter Subaru.

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Technologietransfer

Für den japanisch-schwedischen Technologietransfer verantwortlich ist US-Autoriese General Motors. Der XXL-Konzern hat Saab vor einiger Zeit geschluckt und seitdem am vermeintlichen Filet-Stück der schwedischen Automobilindustrie schwer zu kauen. Vor allem die über Jahre praktisch unveränderte Produktpalette macht den Nordländern zu schaffen.

Verhängnisvolle Affäre?

Um wenigstens in Amerika einen Fuß in die Tür zu bekommen, hat Mama GM für das schwedische Töchterchen nun eine Affäre mit Subaru organisiert. Keine schlechte Idee, immerhin ist GM auch an Fuji Heavy Industries mit 20 Prozent beteiligt. Offiziell läuft die verhängnisvolle Affäre unter "Kooperation", wobei Saab eigentlich nur ein paar Plastikteile zum Gemeinschaftsprojekt beitragen darf. Der Rest ist solide Subaru-Technik, die in Europa unter dem Namen Impreza über die Straßen bollert.

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Neu ist nur das Saab-Gesicht

Das Ergebnis heißt 9-2X und soll für unter 25.000 Euro ab Juli nächsten Jahres bei den amerikanischen und kanadischen Händlern stehen. Optisch unterscheidet sich der Saab nur von vorne von seinem japanischen Organspender. Der dreigeteilte Saab-Kühlergrill ist mit dicken Chromrändern verziert, die schmalen Scheinwerfer elegant um die Ecke des Wagens geschlenzt, im Stoßfänger klafft ein mächtiger Lufteinlass. So kennt man das auch von den jüngsten Saab-Konzeptfahrzeugen. Mehr Saab gibt's nicht. Nicht einmal die herrlich hässliche Lufthutze auf der Motorhaube durften die Schweden von der Motorhaube operieren.

Im Innenraum unterscheidet sich der Saab vor allem durch frische Farben vom Subaru. Mittelkonsole und Instrumente sind Original-Teile des Impreza und passen damit so gar nicht zum Look der restlichen Subarus. Dafür dürfen sich die vielen, vielen neuen amerikanischen Kompaktwagenkäufer über einen sportlichen Kombi mit bis zu 1.744 Litern Stauraum freuen.

Zwei Boxermotoren

165, beziehungsweise 227 PS leisten die beiden Boxermotoren, die hinter dem modernen Saab-Gesicht werkeln. Das Zweiliter-Turbo-Kraftwerk stemmt dabei üppige 294 Newtonmeter auf die vier angetriebenen Räder. Was stört es da, dass der 9-2X weit und breit der einzige Saab mit Boxermotor und Allradantrieb ist.

Die Schweden sind jedenfalls mächtig stolz auf ihren angeheirateten Familienzuwachs. Saab-Chef Peter Augustusson hält den 9-2X für ein Auto, "das man einfach fahren will" und ist überzeugt, damit die "neuen, jungen Fahrenthusiasten" erreichen zu können. So ähnlich klang das übrigens auch, als der Manta nach Europa kam. Danke (Arigato) Subaru!...

Jochen Knecht
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