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Seoul-Motor-Show: Im Land des Lächelns

Auf einer Motorshow in Südkorea feiert man zuerst die eigene Stärke. Highlight ist die Präsentation von Hyundais neuestem Flaggschiff - dem Grandeur. Die Koreaner klotzen, die Ausländer stehen verlassen in den Hallen.

Wenn in Südkorea eine Motor-Messe stattfindet, dann ist das vor allem eines: Die Demonstration eigener Stärke. Hyundai, Kia, Ssangyong oder Renault Samsung klotzen, während deutsche Hersteller kaum auffallen. Die Präsentation von Hyundais neuestem Flaggschiff - dem Grandeur - gerät da leicht zum pompösen Auftritt, der mit seiner Lautstärke die gesamte und einzige Halle füllt. Die heimische Fachpresse jubelt, während nebenan bei Volkswagen der neue Passat einsam und verlassen dasteht.

Willkommen im Hyundai-Land. Die Koreaner dominiren die Seoul-Motor-Show. Foto: Auto-Reporter Unbestrittener Star der Messe ist der Grandeur. Er ist so etwas wie die S-Klasse Koreas, entsprechend groß ist die Beachtung. Auch wenn die Materialanmutung noch immer nicht mit der deutschen Premiumklasse mithalten kann, so ist der Grandeur doch eine sehr gut gemachte Limousine mit reichlich Platz und einem riesigen Kofferraum. Der Nachfolger des XG-350 soll ab 2006 in der Oberklasse Kunden finden. Mit einer Länge von fast 4,90 Metern, einer Breite von 1,85 Metern und einer Höhe von 1,49 Metern übertrifft der Neuling seinen Vorgänger bei den Abmessungen leicht und locker. Als Motoren offeriert Hyundai einen 3,3-Liter-V6 mit 173 kW/233 PS und einem Drehmoment von 304 Newtonmetern sowie etwas später einen 2,2-Liter Common-Rail-Diesel mit 107 kW/145 PS. Zur Ausstattung zählen unter anderem eine getrennt regelbare Zweizonen-Klimaautomatik, Ledersitze sowie eine elektrisch neigungs- und längsverstellbare Lenksäule. Sechs Airbags, aktive Kopfstützen und ein elektronisches Stabilitätsprogramm (ESP) sind ebenfalls Serie. Die Preise beginnen in Korea bei rund 32 Millionen Won, deutlich unter 40 000 Euro. Ein Passat, etwas kleiner, kostet mindestens 40 Millionen Won.

Bescheidenheit bei Volkswagen

Kein Wunder, dass Volkswagen mit seinen Vorgaben sehr bescheiden bleibt. 1000 Fahrzeuge will der Neuling auf dem koreanischen Markt in diesem Jahr verkaufen, Bestseller ist das Beetle Cabriolet. Aber auch in den Passat setzten die Wolfsburger große Hoffnungen, außerdem hat das Unternehmen jüngst die Lizenz erhalten, Fahrzeuge mit TDI-Motoren in Korea zu verkaufen. Marktführer der Importeure in Korea ist Lexus, die im vergangenen Jahr knapp 7000 Autos a die Kunden brachten, gefolgt von BMW mit rund 6000 Einheiten, davon am meisten 7er. Mercedes, in Seoul gerade einmal mit vier Autos vertreten, setzte etwa 4000 Autos ab. Darüber können die Herren von Hyundai nur lächeln: Sie haben einen Marktanteil von fast 50 Prozent, mit der Tochter Kia sind es gar über 70 Prozent.

Interessant ist die Studie XCT von SsangYong. Das modisch als Sports Utility Coupé bezeichnete Auto bietet auf 4,45 Metern vier Personen reichlich Platz, die Breite von 1,94 Meter und die Höhe von 1,74 Meter ermöglicht ejn gutes Raumgefühl. Innen ist der XCT mit viel Metall und Leder auf futuristisch getrimmt, hinten sorgt vor allem das mittig platzierte Auspuffrohr für Aufmerksamkeit. Die Chance, das er in Serie geht, stehen nicht schlecht, ob das Fahrzeug aber jemals nach Europa kommt, vermochte keiner zu sagen.

Schnittig, wenn auch schon bekannt, ist die Sportwagenstudie HCD-8 von Hyundai, die viele Designelemente des neuen Coupés in sich trägt und 2007 mit Heckantrieb zu den Kunden rollen soll. Die Studie Portico, ebenfalls von Hyundai, fällt mit gegeneinander öffnenden Türen auf, innen gibt es sechs Einzelsitze, die sich mittels eines Schienensystems verschieben lassen. Ob das System für den Nachfolger des Trajet übernommen wird, ist noch unklar.

Es gibt auch einige Exoten auf der Messe. Mitsouoka heißt ein japanischer Autobauer, der auf Honda- oder Nissan-Basis Luxuskarossen im Retrodesign anbietet. Angeblich sollen die beiden Modelle auch nach Europa kommen - für 50 bis 60 000 Euro das Stück mit Edelholz und Leder satt.

Eine Art Exot auf der Messe ist auch Peugeot. Die Franzosen zeigen fast die gesamte Produktpalette in Seoul, gerade die Cabrios 206 CC und 307 CC sorgten für reges Interesse bei den koreanischen Journalisten.

Toyota glänzrt durch Abwesenheit

Toyota sucht man auf der Seoul Motor-Show übrigens vergebens. Für die Japaner, immerhin weltweit die Nummer zwei, lohnt sich der Eintritt in den Markt nicht. Die Segmente, die das Unternehmen besetzen könnte, hält Hyundai besetzt und gegen deren Preise kann auch Toyota nicht ausrichten. Deshlab, so eine Managerin, habe man sich auf das Premium-Segment konzentriert und nur Lexus etabliert. Andere Luxus-Marken wie Infinity sind ebenfalls am Start, bisher nicht mit durchschlagendem Erfolg.

Was in Europa in den vergangenen Jahren nicht mehr üblich ist, spielt hier eine große Rolle: Pro Fahrzeug stehen zwei mehr oder minder bekleidete Damen daneben, die sich auf Anweisung der zahlreichen Fotografen in verschiedenen Stellungen am oder im Auto räkeln. Auf die Frage, ob die Arbeit gut bezahlt wird, sagt die im Katzenkostüm für Jaguar posierende Sophie: "Ich verdiene hier in einer Woche mehr als sonst im ganzen Monat."

AR/SB

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.