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60 Jahre Porsche: Suche nach dem Mythos

Die Welt stöhnt über CO2, Tempolimits und sinkender Kaufkraft. Doch Porsche, sportlichste Fahrzeugmarke im ehemaligen Autoparadies Deutschland, rast von Erfolg zu Erfolg. Die Autos selbst sind jedoch nur die eine Seite der Medaille. Die Zuffenhausener Marke lebt vom Mythos Porsche.

Porsche ist seit je her weit mehr als eine Automarke. Im Schatten des übermächtigen Stuttgarter Nachbarn Mercedes-Benz hatte man sich zunächst eine Nische und über die Jahrzehnte Image und Reputation geschaffen, die ihresgleichen suchen - weltweit. Wer an einen Sportwagen denkt, dem kommt unweigerlich die weich gezeichnete Silhouette des Porsche 911 in den Sinn. Um ihn dreht sich alles bei der Marke Porsche. Der puristische 356, der gefährliche 550 Spyder, Motorsportlegende 917 oder der fette 928 sind stimmige Randerscheinungen in einem nahezu perfekten Bild automobilen Fortschritts. Doch der Mythos Porsche bedeutet vor allen Dingen eines - 911. Drei Ziffern, die in den USA gleichermaßen Symbol für den Telefonnotruf der Polizei und den ursprünglichsten Sportwagen außerhalb der Vereinigten Staaten sind. Asiaten oder Amerikaner lieben den 911er vielleicht noch viel mehr als die Europäer, die ihn seit frühester Kindheit kennen. An deutschen Grundschulen war der Mitte der 70er Jahre präsentierte und 260 PS starke 911 Turbo der ersten Generation das Auto, das es im Quartettspiel zu schlagen gilt. Funktionierte allenfalls bei Leergewicht und Zylinderzahl - doch wer den 911 Turbo in seiner Hand wusste, ging zumeist als Sieger der Autoquartett-Runde hervor. Das hat sich heute kaum geändert.

Das Spiel vom Pausenhof setzt sich bei vielen im späteren Leben fort. Wenn man es beruflich geschafft hat, gönnt man sich - besonders als Mann einen 911 - zumindest im Traum. Die Internationale Automobil Ausstellung in Frankfurt wurde im Jahre 1963 die Geburtsstunde des ersten Porsche 911. Zunächst hieß er "901". Doch der französische Autohersteller Peugeot hatte sich die dreistelligen Zahlenkombinationen mit der Ziffer "0" in der Mitte gesichert und klagte. So wurde der Porsche 901 eilig in 911 umbenannt. Nach dem großen Erfolg auf der IAA kommt die erste Generation des Porsche 911 wenig später auf den Markt. Seit dieser Zeit gilt der 911 als Traumsportwagen. Bereits in den 60er Jahren wird die Grundlage zur Legende des Porsche 911 gelegt. Für das Design des 911ers sorgte Ferdinand Alexander Porsche. Das erste Modell im Maßstab 1:1 wurde Ende 1958 fertig gestellt. Bereits er zeigte die typische 911er-Kontur, die bis heute unverwechselbar geblieben ist. Charakteristisch die fließenden Linien, die markanten Kotflügel und der Motor im Heck. Der erste 911er bietet Platz für 2+2 Personen. Bereits damals bekam das noch hölzerne Armaturenbrett die typischen fünf Runduhren.

Motorsportgene

Der Ur-911er wurde von einem luftgekühlten Sechszylinder-Boxermotor mit zwei Litern Hubraum und oben liegenden Nockenwellen angetrieben. Der Motor ist eng mit den Achtzylinder-Porsche-Rennaggregaten verwandt. In Zeiten, als 60 PS schon für einen kraftvollen Auftritt sorgten, ging der erste 911 mit 96 KW / 130 PS an den Start. Die Höchstgeschwindigkeit lag bei 210 km/h; den imageträchtigen Spurt 0 auf 100 km/h schafft er in 9,1 Sekunden. Seine Motorsportgene waren ihm jedoch nicht nur durch Motor und Antriebskonzept in die Wiege gelegt. Um bei einem Autorennen mit Le-Mans-Start wertvolle Sekunden Zeit sparen zu können, wurde das Zündschloss auf die linke Seite gelegt. Technisch betritt der Porsche 911 ebenfalls Neuland. Die pendelnden Halbachsen des legendären Porsche 356 wurden von einer McPherson-Vorderachse abgelöst. Zudem gibt es Schräglenker und Doppelgelenk-Antriebswellen. Für die exzellenten Fahreigenschaften und erste Rundstreckenerfolge sorgten neben Fahrwerk und Heckmotor die Sicherheitsstangenlenkung und der kurze Radstand.

Mehr Leute als man denkt, konnten sich in den vergangenen Jahrzehnten den Traum von einem Porsche 911 erfüllen. Parkten die ersten 911-Generationen zumeist nur in Nobelvororten wie Grafenberg, Grünwald oder Blankenese, so hat der 911 den Mythos Porsche gerade mit der Generation 996 seit Ende der 90er Jahre volumenfähig gemacht. Firmen bestellten für ihre Topleute nicht nur S-Klassen oder 7er BMW, sondern auch 911er - vielleicht sogar als Cabriolet, 4S oder Turbo. Der Sprung von der exklusiven Sportwagen- zur elitären Volumenmarke vollzog erst vor ein paar Jahren mit steigenden Leasingquoten. Über die wenig eindrucksvollen Ausflüge in die niederen Sportwagenklassen schaut man mit Modellen wie 914 / 916, 924 / 944 oder 968 im Jahr des 60. Geburtstags wohlwollend hinweg.

Porsche - Symbiose aus gestern und heute

Wer einen Porsche fährt, der träumt insgeheim immer auch vom Rennsport. Die Erfolge der zunächst kleinen, unscheinbaren Marke aus einem alles andere als sehenswerten Teil von Stuttgart sind konkurrenzlos. Formel-1, Tourenwagen, Mille Miglia, Targa Florio, GT- oder Rallyesport. In 60 Jahren feierte die Marke mit dem württembergischen Landeswappen mehr als 28.000 belegbare Rennerfolge. Die kleinen und mittleren Events daneben sind ungezählt. Porsche bediente sich wie keine andere Marke seit Jahrzehnten des Motorsports, um seine Produkte weltweit imageträchtig in Szene zu setzen. Ein tödlicher Unfall wie der von Filmlegende James Dean in seinem "Little Bastard", dem wilden 550 Spyder, hatte einen nicht unbeachtlichen Anteil an der Kreation des Mythos Porsche. Wer einen Porsche fuhr, der trug seinen wirtschaftlichen Erfolg schon immer etwas selbstbewusster zur Schau als andere und zeigte, dass er eines konnte - Auto fahren. Einen nicht zu vernachlässigen Teil am Erfolg der Marke Porsche hat der legendäre und charismatische Sound der Boxer-Motoren. Das sonore Grollen der sechs Zylinder begeisterte die automobilen Massen landauf, landab seitdem der 911er das Licht der Welt erblickte. Was wäre ein Porsche ohne diese Musik aus zumeist sechs engagierten Brennkammern?

Dass der Marke Porsche durch die schwäbische Heimat und die einstige Entwicklungsnähe zum VW Käfer etwas betont Bodenständiges anhaftet, hat einen nicht unbeachtlichen Anteil am Erfolg. So wissen selbst viele Autolaien, dass Ferry Porsche den Ur-Porsche 356 vor 60 Jahren im österreichischen Gmünd entwickelte. Nicht wenige Details entnahm den technischen Zeichnungen seines Vaters Ferdinand, dem Erfinder des VW Käfer. Technische Winzigkeiten wie Schalter oder Bedienelemente auf der einen sowie das Grundkonzept des Boxermotors im Heck ziehen sich bis in die heutige Zeit. Porsche - das war und ist eine Symbiose aus gestern und heute. Wie kaum eine andere Marke verstehen die Stuttgarter nicht nur auf Legenden und Motorsporterfolge zu setzen, sondern auch die Mitarbeiter in den Vordergrund zu stellen. Die mächtig gewordene Sportwagenschmiede steht auch für eine große Identifikation der Mitarbeiter. Bei guten Geschäftsjahren sind Gratifikationen zu einem angenehmen Nebeneffekt geworden. Egal ob Arbeiter am Band oder Managementebene - viele fahren selbst einen Porsche und stehen wie ein Mann hinter ihrer Marke. Kaum eine Firma ist bei Studienabgängern beliebter.

Stefan Grundhoff; press-inform / press-inform

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.