ADAC-Straßentest Wie geschmiert durch Ostdeutschland


Die Milliarden, die seit der deutschen Einheit in das ostdeutsche Straßensystem geflossen sind, zahlen sich jetzt aus - wie der aktuelle ADAC-Straßentest zeigt.

Laut ADAC-Straßentest sind ostdeutsche Autobahnen und Bundesstraßen mittlerweile in einem besseren Zustand als vergleichbare westdeutsche Straßen. Das Sicherheitsniveau auf der neu ausgebauten A9 zwischen Nürnberg und Berlin sei höher als das der alten A8 zwischen Stuttgart und München.

Insgesamt sind die Autobahnen in Deutschland laut Test aber sehr sicher. 70 Prozent der getesteten Strecken erhielten die mögliche Bestnote. Bei den getesteten Bundesstraßen erzielten dagegen nur 10 Prozent, von den Landstraßen sogar nur 7 Prozent sehr gute Noten. 60 Prozent der Landstraßen würden bei einem Unfall nur mäßigen Schutz bieten, folgert der ADAC.

Forderung nach mehr Transparenz

Als Konsequenz forderte der Verband eine größere Offenlegung von Unfalldaten und ihren Abgleich durch Bund, Länder und die Versicherer. Wo Straßen nachweisbar nur unzureichend Schutz böten, solle mit Einnahmen aus der LKW-Maut nachgebessert werden, forderte ADAC-Vizepräsident Erhard Oehm.

Für den ersten Test nach EU-Kriterien fuhren ADAC-Experten vom Mai bis November 2004 insgesamt rund 6000 Kilometer der wichtigsten Autobahnen (A1 bis A9), 1500 Kilometer Bundesstraßen und 395 Kilometer Landstraßen ab. Das entspricht rund der Hälfte der deutschen Autobahnen, aber nur einem Bruchteil des übrigen rund 600.000 Kilometer langen deutschen Straßennetzes. Für die Bundes- und Landstraßen seien die Ergebnisse deshalb noch nicht repräsentativ, teilte der ADAC weiter mit. Der Test soll deshalb fortgesetzt werden.

Deutschland im Mittelfeld

Für die ersten Ergebnisse kontrollierte der ADAC unter anderem, ob Schutzplanken oder Seitenstreifen Autofahrern bei vorschriftsmäßiger Geschwindigkeit ausreichend Schutz bieten. Zusätzlich nahmen die Tester Kreuzungen unter die Lupe. "Es geht darum, ob die Anlage der Straßen im Ernstfall Unfallfolgen mindern kann", sagte Testleiter Björn Dosch. "Wer allerdings mit 150 Stundenkilometern über eine Landsstraße rast, dem verzeiht das auch die beste Straße nicht".

In Deutschland starben im vergangenen Jahr 5862 Menschen bei Unfällen im Straßenverkehr. Zwei Drittel von ihnen verunglückten auf Landstraßen. In der EU liegt Deutschland nach ADAC-Angaben bei der Verkehrssicherheit im guten Mittelfeld. Zu den Spitzenreitern gehöre Großbritannien, ein Schlusslicht sei Griechenland.

DPA DPA

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