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ADAC-Test Sommerreifen 2011: Himmelfahrtskommando mit Billigreifen

Der ADAC schlägt Alarm: Sieben Reifen sind beim aktuellen Test von Sommerreifen glatt durchgefallen. Die gute Nachricht: Die Testsieger sind kaum teuerer als die Versager.

Von Gernot Kramper

Bei seiner Testreihe von Sommerreifen hat der ADAC gewaltige Unterschiede zwischen guten Reifen und Versagern festgestellt. Von 33 getesten Reifen fielen sieben durch. Der Testssieger ContiPremiumContact 2 kam nach 58,3 Metern auf nasser Fahrbahn zum Stehen, der italienische Dayton brauchte dazu 80,4 Meter. Gebremst wurde aus einer Geschwindigkeit von 100 km/h. Als der Sieger bereits stand, hatte der Wagen mit dem schlechtesten Reifen noch 44 km/h auf dem Tacho. Trifft das Auto mit dieser Geschwindigkeit auf einen Fußgänger oder Radfahrer ist das eine Frage von Leben und Tod.

Grund zur Panik besteht trotz der Negativergebnisse im ADAC-Reifentest für Autofahrer dennoch nicht: Mit zwölf "guten" und elf "befriedigenden" Reifen gibt es genügend Auswahl, um sicher durch den Sommer zu kommen. Getestet wurden Reifen aus zwei Größenklassen: Größe 195/65 R15V, wie sie in der Mittelklasse etwa beim Skoda Octavia benutzt werden. Und 175/65 R14T, sie werden bei Kleinwagen wie dem Ford Fiesta oder dem Citroën C2 verwendet.

Neben dem Verhalten auf trockener und nasser Fahrbahn flossen Geräuschverhalten, Kraftstoffverbrauch und Verschleiß in die Bewertung ein. "Es ist leicht, einen Reifen zu bauen, der auf trockener Fahrbahn überzeugt," sagt Maximilian Maurer vom ADAC. "Hier sind die Unterschiede sehr gering. Aber man muss es auch hinbekommen, dass der gleiche Reifen auch auf Nässe überzeugt." Die größten Unterschiede zwischen den Kandidaten fanden die Tester tatsächlich beim Verhalten auf nasser Fahrbahn. Testsieger bei den 195ern wurde der Vredestein Sportrac 3 mit sehr ausgewogenem Fahrverhalten und der Bestnote auf Nässe. In der kleineren Dimension lag der ContiPremi-umContact 2 vor dem Uniroyal RainExpert.

Auffällig war das schlechte Abschneiden von Billigprodukten: Sava intensa hp, Point S Summerstar 2, Chengshan CSR 66 und der kleinere Dayton D110 markieren das untere Ende der Skala. Übertriebenen Geiz beim Reifenkauf lohnt sich dabei überhaupt nicht. "Wer Geld sparen will, soll nicht zum nächstbesten Händler gehen, sondern die Preise vergleichen", rät Mauerer. "Bei einem guten Angebot sind die guten Reifen in diesen Größen kaum teurer als die schlechten." Den Testsieger in der 195er-Größe, den Vredestein Sportrac 3 konnte man laut ADAC ab 49 Euro bekommen, für den schlechtesten Reifen, den Chengshan CSR 66 werden 48 Euro verlangt. Man muss allerdings damit rechnen, dass nach Veröffentlichung der ADAC-Ergebnisse die Preise der Testsieger steigen.

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