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Autosalon Genf: VW unter Starkstrom

Nie zuvor hat ein Autokonzern seine Zukunft so offen gelegt wie Volkswagen. Die Wolfsburger wollen ökonomisch und ökologisch die Nummer eins der Autobranche werden. Eine offene Kampfansage an Toyota, die derzeitige Nummer eins.

Von Michael Specht

Gewöhnlich halten sich die Bosse der Autokonzerne eher bedeckt, wenn es um zukünftige Strategien und neue Modelle geht. "Lassen Sie sich überraschen", lautet eine der Standardantworten. Um so mehr verwundert waren die rund 2000 geladenen Gäste und Journalisten von einem geradezu redseligen Dr. Martin Winterkorn. Der Vorstandsvorsitzende von Volkswagen legte beim "Konzernabend", einer vorabendlichen Präsentation neuer Modelle im Rahmen des Genfer Autosalons, dar, wie die Zukunft von VW in Sachen alternative Antriebe aussehen soll.

2013 wird zum Schlüsseljahr der Elektroautos

Und diese Zukunft wird elektrisch sein. Vorbei sind die Zeiten, in denen man in Deutschland den Hybrid-Antrieb als modischen Abweg, als verwirrten Zwitter der Antriebstechnik abkanzelte. Bei Volkswagen wird in den nächsten Wochen die zweite Generation des Touareg zu den Händlern rollen, erstmals mit Hybridantrieb. 2011 startet eine Testflotte Elektro-Golf. 2012 debütiert der Jetta-Hybrid in den USA. 2013 wird der E-Up das erste käufliche Elektroauto von VW. Im selben Jahr folgen der E-Golf und der E-Jetta sowie eine Hybridversion vom Golf und Passat. "Wir machen die Elektromobilität zur zweiten Säule des Unternehmens", sagt Winterkorn. "Das Herz der Marke schlägt in Zukunft auch elektrisch."

Winterkorns Ziel ist äußerst ambitioniert. 2018 sollen nicht nur drei Prozent der eigenen Angebotspalette Elektroautos sein, sondern Volkswagen will auch die Nummer eins der Autobranche sein, "ökonomische und ökologisch", wie Winterkorn betont. Damit wäre sein Wunsch, den derzeit größten Autohersteller der Welt, Toyota, vom Thron zu stoßen zwar erfüllt, doch Fachleute bezweifeln, ob diese Rechnung so glatt aufgeht. Danach müsste VW jährlich rund 500.000 Autos mehr verkaufen als im jeweiligen Jahr zuvor. 2018 schließlich über neun Millionen. An Toyota kann man aktuell studieren, wie zu schnelles Wachstum die Kernwerte einer Marke gefährden kann.

Trauen Sie Volkswagen die Elektrowende zu?

Suzuki hilft in Indien

Helfen soll dabei unter anderem der neue Partner Suzuki - von Ferdinand Piech sorgfältig ausgewählt. "Suzuki liefert Spitzentechnik im unteren Fahrzeugbereich, in denen Wettbewerber kein Geld mehr verdienen", begründet der VW-Aufsichtsratschef den strategischen Einstieg, "und sie bauen Motorräder." Der japanische Kleinwagenbauer ist vorwiegend in Indien und Asien sehr gut aufgestellt. Hier kann, wenn alles nach Plan läuft, VW erfolgreich partizipieren. Wie die Partnerschaft harmonieren soll, weiß Winterkorn: "Offenheit, Vertrauen und Transparenz. Nur so haben wir eine gemeinsame Zukunft." Schon bald wird VW den Polo in Indien bauen lassen und dort für umgerechnet 7000 Euro verkaufen. Suzuki dürfte von VW erheblich beim Elektroantrieb profitieren.

Supersportwagen Porsche 918 Spyder

Gleiches gilt für die Konzerntöchter. Für die größte Überraschung beim Konzernabend sorgte das jüngste Familienmitglied Porsche. Vorstandschef Michael Macht rollte mit Rallye-Legende Walter Röhrl in einem neuen, offenen Supersportwagen auf die Bühne, der zeigen soll, "wie sich Porsche neu positioniert" (Wolfgang Porsche). In der Konzept-Studie 918 Spyder stecken ein aus dem Rennwagen RS Spyder abgeleiteter über 500 PS starker V8, drei Elektromotoren und eine große Lithium-Ionen-Batterie. Der Plug-in-Porsche soll 25 Kilometer mit Strom fahren können, der Verbrauch bei drei Liter pro 100 Kilometer liegen. Auch die für Renn-Freaks wichtige Maßeinheit "Nordschleife" nannte Porsche: "deutlich unter 7:30 Minuten". "Der ist schneller wie der Carrera GT", freute sich Testpilot Röhrl. Zwar will man zunächst die Publikumsresonanz abwarten, doch eine limitierte Serienversion ist so gut wie beschlossen. "Porsche hat noch nie eine Studie gezeigt, die nicht gebaut wurde", sagt Michael Macht.

Bildschöner Kleinwagen von Seat

Eine kleine, aber nicht minder reizvolle Studie präsentierte die spanische VW-Tochter Seat: den IBE. Der 3,78 Meter kurze Kleinwagen - angetrieben von einem 102 PS starken Elektromotor - spiegelt nicht nur die neue Designsprache von Seat wider, sondern dürfte, ginge er so in Serie, auch dem Audi A1 e-tron gefährlich werden. Der knackige Hintern und die gedrungene Silhouette des IBE schien dem Publikum fast besser zu gefallen, als die Proportionen des kleinen Audi.

Bei so viel Hybrid-, Elektro- und Ökobekundungen für die Zukunft zeigte man auf dem Konzernabend auch Verständnis, wenn VW noch etwas automobile Unvernunft und Männlichkeit auf die Bühne rollen ließ. So präsentierte Bentley den Continental Supersports Convertible, laut Firmenchef Franz-Josef Paefgen das "schnellste viersitzige Cabrio mit dem stärksten und umweltfreundlichsten Zwölfzylinder der Welt". 630 PS und 800 Nm wuchten das massige Cabrio auf über 300 km/h, der Motor verdaut als Öko-Feigenblatt auch Flex-Fuel, jenes Gemisch aus Bioethanol und Superbenzin.

Noch eine Stufe massiger baut der Bugatti 16 C Galibier. Die Konzept-Limousine wird angefeuert von einem Achtliter-Sechzehnzylinder-Doppelkompressormotor. "Die schnellste Limousine der Welt", sagt Paefgen, "plus Allradantrieb, Keramikbremsen und beleuchtete Radnaben." Als weiteren Gimmick lässt sich in dem Gallibier die edle Uhr aus dem Armaturenbrett lösen und ans Handgelenk klicken.

Luxus hat Zukunft

"Bentley und Bugatti stehen dafür, das Luxus Zukunft hat", sagt Winterkorn und sprach sogleich auch VWs italienischen Ableger heilig. "Lamborghini ist für uns die Speerspritze für Leichtbau und neue Werkstoffe." Auf die Bühne fuhr - mit kurzen Gasstößen wie in alten Zeiten - der Lamborghini Gallardo LP 570-4 Superleggera. Der giftgrüne und um 70 Kilogramm erleichterte Flachmann schafft mit seinem V-Zehnzylinder und 570 PS eine Höchstgeschwindigkeit von 325 km/h und sprintet in 3,4 Sekunden auf 100 km/h. Lambo-Boss Stephan Winkelmann verspricht dennoch "20 Prozent weniger Verbrauch".

Wissenscommunity

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.
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Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.