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Autostandort Deutschland: Jobmotor Tiguan

Bleibt der Arbeitsplatz in Deutschland oder wandert er nach China? Über diese Frage entscheidet nicht zuletzt das Produkt. Bei Auto 5000 in Wolfsburg ist man sicher, auch morgen noch vor Ort zu sein. Der Tiguan ist so gefragt, dass der Kunde mit monatelangen Wartezeiten rechnen muss.

Von Christoph M. Schwarzer

In den gängigen Autoforen mischt sich die Vorfreude bei Kunden des Volkswagen Tiguan mit Frust und Ungeduld: Während die Auto 5000-Fabrik in Wolfsburg offiziell von "bis zu sechs Monaten Lieferzeit" spricht, murren die Internetuser über angebliche Wartezeiten von bis zu einem Jahr, gerade bei speziellen Farb- oder Ausstattungswünschen. Der kleine Geländewagen ist zum Renner geworden. Die Produktionsmitarbeiter schieben Sonderschichten, und das sichert die Arbeitsplätze. Aber Auto 5000, was war denn das?

5.000 Arbeitslose für 5.000 Deutsche Mark

Genau, das war ursprünglich ein Notrettungsprogramm für Arbeitsplätze bei Volkswagen zur aktiven Zeit und mitgetragen vom damaligen Personalvorstand Peter Hartz, inzwischen besser durch die gleichnamigen Reformen und den Zusatz IV bekannt. Im Jahr 2001 drohte bei der Vergabe des Produktionsstandorts für den zu diesem Zeitpunkt brandneuen Van Touran eine Niederlage für Deutschland. Zu teuer. Zu hohe Löhne. Um eine Abwanderung ins Ausland zu verhindern, wurde die VW-Gesellschaft Auto 5000 gegründet: 5.000 Arbeitslose oder von Arbeitslosigkeit Bedrohte sollten relativ geringe 5.000 D-Mark brutto den Touran in einer komplett neuen Fertigung bauen. Heute darf sich jeder bewerben. Mit der Standortsicherung hat es geklappt, aller Kritik an der Gefahr der Aushöhlung des VW-Haustarifvertrags zum Trotz.

Eifersucht beim Lohnzettel

Inzwischen gilt die Fabrik in der Fabrik als Erfolgsmodell. Aus den 5.000 Mitarbeitern sind 4.200 geworden, und aus den 5.000 D-Mark 2.722 Euro plus Schicht- und weiterer Zuschläge. Dabei war vor allem die gefühlte und tatsächliche Konkurrenz der Auto 5000-Werker mit den Mitarbeitern im direkt benachbarten Stammwerk ein Problem. Wer verdient mehr, und wofür eigentlich genau? Eine Frage, die stern.de dem Gesamtbetriebsratsvorsitzenden Bernd Osterloh gestellt hat: "Heute ist die Einkommensdifferenz zwischen den Kolleginnen und Kollegen bei Auto 5000 und denen im Stammwerk fast null." Ja, in den Details der Tarifverträge gebe es Unterschiede wie etwa bezahlte Pausen im Hauptwerk, aber entscheidend sei, was "am Ende des Monats auf dem Konto ankommt."

"Von vornherein gut konstruiert"

Der Erfolg des Modells Auto 5000 ist nach Osterlohs Ansicht nicht in den unterschiedlichen Tarifen begründet. Vielmehr wären die ständige Qualifizierung des Personals sowie die bessere Verzahnung zwischen Produktion, Logistik und Vertrieb ausschlaggebend. Dazu kommen mit Touran und Tiguan zwei Autos, die von vornherein gut konstruiert worden sind. Und gut bedeutet hier: Leicht und damit kostengünstig zusammen zu bauen.

"Positive Dinge bei Auto 5000 werden für andere VW-Standorte übernommen und umgekehrt", erklärt Osterloh. Sein Ziel: Für die Mitarbeiter bei Auto 5000 muss mittelfristig auch der Haustarifvertrag gelten. Für den Standort Deutschland ist er zuversichtlich: "Mit dem Tarifvertrag von 2006 ist Volkswagen in Deutschland sicher."

Ausbruch aus dem VW-Geflecht

Autoexperte Professor Ferdinand Dudenhöffer hat noch einen weiteren Grund für die Arbeitsplatzsicherheit bei Auto 5000 ausgemacht: Die hohe Nachfrage. "Der Tiguan geht genau in die Lücke, die von den Kunden geliebt wird, und das zu konkurrenzfähigen Preisen." Trotzdem, das gibt Dudenhöffer zu bedenken, in der Slowakei oder anderswo seien die Lohnkosten noch geringer, und in der Produktqualität gebe es dort keine Abstriche. Da gelte, je neuer das Werk, desto besser. "Auto 5000 war für Volkswagen auch wichtig, weil damit der Ausbruch aus dem engen VW-Tarifgeflecht gelungen ist."

"Ich verlasse jetzt das Wartezimmer!"

Am Ende entscheidet der Kunde. Der Preis muss stimmen, und das Produkt auch. Beim Tiguan ist der Anteil der privaten Käufer mit etwa 40 Prozent sehr hoch. Das Echo in den Foren ist eindeutig. Wenig Klagen über das Auto. Viele über die Lieferzeiten, die sie wie Wartezeiten beim Arzt empfinden oder sogar mit den Verhältnissen in der DDR vergleichen. Wenn der Händler anruft und sagt, dass es so weit ist, bricht Jubel aus: "Ich verlasse jetzt das Wartezimmer!" Und besteige den Geländewagen aus heimischer Endfertigung. Es geht eben doch am Standort Deutschland.

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.
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