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Renault Koleos: Auf Tigerjagd

Die Schonzeit für den VW Tiguan ist vorbei. Gerade erst hat sich der Ford Kuga herangepirscht, da macht sich nun auch der Renault Koleos zur Jagd bereit, eine in Korea gebaute französisch-japanische Koproduktion.

"Das ist wie bei Hase und Igel: Früh starten bringt gar nichts, man muss nur rechtzeitig ins Ziel kommen", sagt Firmensprecherin Aurelie Leclerc über Renaults späten Einstieg in den SUV-Markt. Denn abgesehen vom Allrad-Kangoo und dem Scénic RX4 ist Renault abseits befestigter Straßen ein ziemlicher Frischling.

Nun bauen die Franzosen auf zwei Erfolgsrezepte: Erstens die Kooperation mit einem japanischen Hersteller, so wie es Peugeot und Citroën mit Mitsubishi beim 4007 und C-Crosser gemacht haben. Zweitens versuchen sie sich im klassischen Wolfsburg-Manöver: Erstmal abwarten, Stärken und Schwächen der Konkurrenz analysieren und dann - wie VW mit Touran und Tiguan - das Feld von hinten aufrollen.

Der Name freilich sorgt erst einmal für Stirnrunzeln. Tiguan oder Kuga - das klingt nach agilen Raubtieren. C-Crosser hört sich nach Gelände an und Antara kann man immerhin flüssig aussprechen. Koleos aber erinnert irgendwie eher an ein schwangeres Nilpferd.

Offroad Know-how von Nissan

Dabei ist der Offroad-Franzose hübsch anzuschauen, mit 4,5 Metern Länge einigermaßen parklücken-tauglich und innen sehr geräumig. Das Raumangebot im Cockpit ist opulent. Hinten ist die Kniefreiheit etwas knapp, wenn zwei Erwachsene hintereinander sitzen. Die Rücksitze lassen sich in Längsrichtung verschieben. Gegen Aufpreis gibt es ein Panorama-Glasdach mit Jalousien. Ein riesiges Handschuhfach und viele Ablagen stehen bereit, der Kofferraum fasst 450 (maximal 1380) Liter. Die zweigeteilte Heckklappe ist praktisch bei knappen Platzverhältnissen. Der untere Teil dient als Sitzbank oder Rampe beim Einladen und ist mit bis zu 200 Kilogramm belastbar.

In der Allradtechnik bedient sich Renault bei Nissan. Der Koleos teilt sich die Plattform mit den Nissan-Modellen Qashqai und X-Trail - und er hat die neueste Generation des Allradsystems All Mode 4X4 an Bord. Per Knopfdruck schaltet man zwischen Frontantrieb, variablem Allradmodus und einem starren Durchtrieb für Geländefahrten um. Bei aktivierter Hill Descent Control (Bergabfahrhilfe) kriecht der Koleos im ersten Gang mit konstant 7 km/h talwärts. Eine Geländeuntersetzung gibt es nicht. Mit einem Böschungswinkel von 31 Grad hinten und 27 Grad vorn braucht sich der Koleos ansonsten aber nicht zu verstecken.

Bei Fahrten in leichtem bis mittlerem Gelände lässt er keine Wünsche offen. Die elektronisch gesteuerte Kupplung leitet bei Bedarf bis zu 50% des Drehmoments an die Hinterachse, reagiert schnell und lässt wenig Schlupf zu. Der Koleos fährt auch im 2WD-Modus immer mit allen vier Rädern an, erst in Fahrt wird automatisch auf Frontantrieb umgestellt.

Etwas umständlich zu erreichen sind die Knöpfe für das Allradsystem, die sich hinter dem Schalthebel verstecken. Zum Ausgleich ist die aus dem Laguna bekannte Navi-Steuerung griffgünstig in der Mittelkonsole platziert. Der Navi-Bildschirm zeigt für Feierabenteurer auf Knopfdruck auch Höhe und Luftfeuchtigkeit, die Himmelsrichtung und den Neigungswinkel der Karosserie an.

Hoher Federungskomfort

Der Koleos ist mit drei verschiedenen Motoren zu haben. Aus dem X-Trail kommt der 2,5-Liter Benziner mit 171 PS. Das hubraumstarke Aggregat ermöglicht entspanntes Fahren ohne viel Schaltarbeit. Doch der Tiguan 1.4 TSI holt aus 1,4 Litern Hubraum nur 21 PS weniger und liefert trotzdem mehr Drehmoment. Geschaltet wird im Koleos mit einem Sechsganggetriebe oder Automatik.

Für knifflige Geländefahrten eignet sich der Benziner wegen seines Drehzahlhungers im Kriechgang weniger. Insgesamt macht der Renault-Diesel 2.0 dCi (150 oder 173 PS) im Koleos die bessere Figur und bewegt die stolzen 1,7 Tonnen Fahrzeuggewicht dynamisch genug.

Einen ausgezeichneten Eindruck hinterlässt die Federung. Der Koleos liegt nicht ganz so knackig in der Kurve wie der Tiguan und hat auf Asphalt bei Bodenwellen eine ganz leichte Wankneigung, doch im Gelände und auf schlechten Straßen stecken die Mehrlenker-Beine des Franzosen fast jede Unebenheit kommentarlos weg.

Der Koleos ist in drei Ausstattungslinien zu haben. Die Basis bringt unter anderem E-Fenster und elektrische Außenspiegel, CD-Radio, Lederlenkrad, Klimaanlage, Tempomat, Nebelscheinwerfer und automatische Parkbremse mit.

Die Preise für den Koleos stehen noch nicht fest. Das Einstiegsmodell, der 2.5 16V mit 171 PS, soll ungefähr 24.500 Euro kosten, bekommt aber für den deutschen Markt nur Frontantrieb. Der 2.0 dCi ist als Fronttriebler oder mit Allrad (2000 Euro Aufpreis) zu haben. Damit wird sich der Koleos auf dem Niveau des Ford Kuga (als 4X4 ab 28.500 Euro) und des VW Tiguan bewegen (ab 26.700 Euro, Allradantrieb serienmäßig). Lieferengpässe wie beim Tiguan soll es bei Renault nicht geben. Die Wagen kommen nicht direkt aus Korea, sondern aus einem Zwischenlager in Slowenien, wo die wichtigsten Ausstattungsvarianten parat stehen.

Sebastian Viehmann / pressinform / PRESSINFORM

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.