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EuroNCAP-Crashtest: Vier Sterne und ein Ausreißer

Im Auftrag der Sicherheit Fahren die Tester fabrikneue Autos gegen die Wand und beurteilen anschließend deren Crash-Qualitäten mit kleinen Sternen. Jüngst mussten der Skoda Superb, der BMW X5, der Mitsubishi Pajero Pinin, der Audi TT, der MG TF und der Opel Meriva den Gang auf den Prüfstand antreten.

Wenn die Experten der EuroNCAP-Vereinigung sich eines Fahrzeuges annehmen, nimmt dessen kurzes Leben meist ein schnelles Ende. Im Auftrag der Sicherheit fahren die Tester fabrikneue Autos gegen die Wand und beurteilen anschließend deren Crash-Qualitäten mit kleinen Sternen. Jüngst mussten der Skoda Superb, der BMW X5, der Mitsubishi Pajero Pinin, der Audi TT, der MG TF und der Opel Meriva den Gang auf den Prüfstand antreten.

Fünf Sterne - seit Renault und Mercedes die EuroNCAP-Bestmarke geknackt haben, schielen viele Hersteller angespannt auf die hauptberuflichen Autozerstörer. Längst haben die Autobauer erkannt, dass sich ein gutes Crashtest-Ergebnis positiv auf den Absatz auswirkt.

Um zu einem Gesamtergebnis zu kommen, werden mehrere Fahrzeuge eines Modells benötig. Neben einem Frontalcrash gegen eine deformierbare Barriere mit 64 Sachen, einem Seitenaufprall mit Tempo 50 und einem Pfahlcrash mit 29 km/h, wird seit Januar auch der Fußgängerschutz der Testfahrzeuge ermittelt.

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Skoda Superb

Vier Sterne - grundsätzlich sind die Tester mit der günstigen Familien-Limousine in Sachen Insassenschutz nicht unzufrieden. Ein Problem stellte jedoch die ungewöhnlich starke Verformung der Karosserie dar. Außerdem prallte der Fahrer-Dummy durch den entfalteten Airbag aufs Lenkrad. Ebenfalls Anlass zur Kritik gaben die unzulänglichen Sicherheitshinweise bei der Verwendung von Kindersitzen auf dem Beifahrersitz.

BMW X5

Vier Sterne - der große BMW-Wühler entpuppte sich in allen Tests als harter Gegner. Die Karosserie verformte sich nur minimal, der Insassenschutz erwies sich bis auf kleine Ausnahme (harte Teile hinter der Verkleidung im Kniebereich) als ausreichend. Wenig zu gewinnen gab es für den X5 in Sachen Fußgängerschutz. Durch seinen bauartbedingten hohe Aufbau haben Fußgänger und besonders Kinder bei einem Unfall kaum eine Überlebenschance. Null Punkte.

Mitsubishi Pajero Pinin

Drei Sterne - der kleine Geländewagen hinterließ bei den Testern keinen überzeugenden Eindruck. Als zu instabil erwies sich beim Frontalcrash vor allem die Fahrgastzelle. Das Lenkrad schoss nach oben und erwischte dabei den Fahrer-Dummy. Erschwerend hinzu kamen unzählige scharfkantige Teile der Verkleidung, die in den Innenraum ragten. Ähnlich wie schon der X5, schrammte der Pajero Pinin beim Fußgängerschutz nur haarscharf an einem Null-Sterne-Ergebnis vorbei.

Beim Seitencrash bekamen die mitfahrenden Kinder-Dummies den unzureichenden Flankenschutz des Mitsubishi zu spüren. Ein älteres Kind hätten den Crash nur mit Kopfverletzungen überstanden

Audi TT

Vier Sterne - die beiden Passagiere im Audi-Roadster sind nach Einschätzung der Experten recht gut aufgehoben. Lediglich die durch die Sicherheitsgurte auftretenden Kräfte und einige scharfkantigen Teile im Bereich der Lenksäule wurden von den Testern beanstandet. Ganz düster sieht es für den TT jedoch beim Fußgängerschutz aus. Die Null-Sterne sind für den sonst so auf Sicherheit bedachten Ingoldstädter Autobauer ein echtes Debakel.

MG ZT

Vier Sterne - ähnlich positiv wie über den Audi TT urteilten die Tester auch über den kleinen Engländer. Zwar verformte sich die Karosserie recht stark - der Insassenschutz durch die Airbags blieb jedoch gewährleistet. Lediglich die gefährlich in den Fußraum hineinragenden Pedale und die, beim Seitencrash nachgebende Tür, trübten das positive Gesamtbild. Beim Fußgängerschutz konnte der TF mit drei Sternen glänzen. Der MG profitiert dabei von seinem Mittelmotor. Unter der Fronthaube lediglich Gepäckraum, der den Aufprall des Fußgängers recht sanft dämpft.

Opel Meriva

Vier Sterne - der kleine Opel, der erst im Frühjahr zu den Händlern kommen wird, hinterließ bei den Testern einen positiven Eindruck. Die Fahrgastzelle wurde durch den Frontalaufprall kaum deformiert, beim Seitencrash erzielte der Meriva durch seine Seitenairbags sehr gut Ergebnisse. Bauartbedingt reichte es auch für den kleinen Van nur zu einem Stern beim Fußgängerschutz. Die steil ansteigende Front konnte den Aufprall des Dummys kaum dämpfen.

Jochen Knecht

Wissenscommunity