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Neuer Bußgeldkatalog: Für Raser und Alkoholsünder wird's teuer

Ab jetzt gilt der neue Bußgeldkatalog - und Deutschland verliert seinen zweifelhaften Ruf als "Bußgeldparadies". Vor allem Alkohol- und Drogensünder müssen tief in die Tasche greifen. Erstmals werden hier Strafen in bis zu vierstelliger Höhe möglich. Welches Vergehen, was kostet.

Der 1. Februar ist für alle Kraftfahrer ein wichtiges Datum - dann wird's teuer. Wer zu sehr aufs Tempo drückt oder ein Bierchen zuviel trinkt, muss mit höheren Bußgeldern rechnen. Geschwindigkeitsverstöße können bis zu 760 Euro kosten, Alkoholverstöße sogar bis 1500 Euro. Wer vorsätzlich handelt, zahlt bei Alkoholvergehen sogar bis zu 3000 Euro. Bereits der erste Verstoß führt zu einer Strafe.

Und auch Fahranfänger sollten vorsichtig sein. Verstoßen sie gegen die Null-Promille-Regel müssen sie doppelt so tief in die Tasche greifen wie bisher. Wie bisher muss noch eine Nachschulung absolviert werden, und die Probezeit verlängert sich auf vier Jahre. Doch es schmerzen nicht nur die hohen Bußgelder, in vielen Fällen kommen Fahrverbote und Punkte in der Flensburger Sünderkartei hinzu - so denn jemand erwischt wird.

Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) nimmt die Länder deshalb in die Pflicht, den Verkehr künftig stärker zu kontrollieren. "Der Bußgeldkatalog wirkt nur, wenn genügend Polizeibeamte zur Verfügung stehen, um die Bußgelder bei Verstößen auch zu verhängen", betonte der Minister jüngst in Berlin. Tiefensee kündigte an, Raser, Drängler und Angetrunkene würden künftig "mit aller Härte" zur Rechenschaft gezogen. "Damit bestrafen wir die Hauptverursacher der schlimmsten Unfälle."

Allerdings sind im neuen Katalog nicht alle Strafen verändert worden. So bleiben die Dauer möglicher Fahrverbote oder auch Verwarnungsgelder unverändert.

Freuen dürfen sich dagegen Landkreise und Städte. Denn in ihre Säckel wandern die Bußen der Autofahrer.

stern.de gibt Ihnen links einen Überblick über die Änderungen.

Detaillierte Informationen über Bußgelder und Sünderpunkte gibt es beim Bundesverkehrsministerium.

Drogen und Alkohol

Am teuersten sind mit dem 1. Februar 2009 Verstöße bei Alkohol und Drogen:

Erster Verstoß:
bisher: 250 Euro
neu: 500 Euro

Zweiter Verstoß:
bisher: 500 Euro
neu: 1000 Euro

Dritter Verstoß:
bisher: 750 Euro
neu: 1500 Euro

Null-Promille-Regel für Fahranfänger nicht eingehalten:
bisher: 125 Euro
neu: 250 Euro

Tempo und Abstand

Unangepasste Geschwindigkeit:
bisher: 50 Euro
neu: 100 Euro

zu geringer Abstand (je nach Tempo und Abstand):
bisher: 40 bis 250 Euro
neu: 75 bis 400 Euro

Tempolimit missachtet (ab 21 km/h bei Pkw):
innerorts bisher: 50 bis 425 Euro
innerorts neu: 80 bis 760 Euro
außerorts bisher: 40 bis 375 Euro
außerorts neu: 70 bis 600 Euro

Verkehrszeichen und Fehlverhalten

Fehlverhalten auf Autobahnen (z.B. Wenden, Rückwärtsfahren):
bisher: 40 bis 150 Euro
neu: 70 bis 200 Euro

Fehlverhalten an Fußgängerüberwegen:
bisher: 50 Euro
neu: 80 Euro

Fehlverhalten an Bahnübergängen:
bisher: 50 bis 450 Euro
neu: 80 bis 700 Euro

Vorfahrt missachtet:
bisher: 50 Euro
neu: 100 Euro

Rote Ampel missachtet:
bisher: 50 bis 200 Euro
neu: 90 bis 360 Euro

Allgemeine Verstöße

Verstoß gegen Rechtsfahrgebot:
bisher: 40 Euro
neu: 80 Euro

Gefährliches Überholmanöver:
bisher: 40 bis 125 Euro
neu: 80 bis 250 Euro

Durchführung illegaler Kfz-Rennen:
Veranstalter bisher: 200 Euro
Veranstalter neu: 500 Euro
Teilnehmer bisher: 150 Euro
Teilnehmer neu: 400 Euro

Fahren mit nicht-verkehrssicherem Kfz:
bisher: 50 bis 150 Euro
neu: 80 bis 270 Euro

Lkw-Sonntagsfahrverbot nicht eingehalten:
Fahrer bisher: 40 Euro
Fahrer neu: 75 Euro
Halter bisher: 200 Euro
Halter neu: 380 Euro

DPA/AP / AP / DPA

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.