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Probleme mit dem Gaspedal: So bändigen Sie Ihren Toyota

Toyota ruft in Europa bis zu 1,8 Millionen Autos in die Werkstätten zurück. Acht Modelle sind von klemmenden Gaspedalen betroffen. Die Notfalltipps des japanischen Autobauers wirken hilflos.

Von Gernot Kramper

Wie viele Fahrzeuge in Deutschland von dem Rückruf betroffen sind, ist bislang allerdings noch unklar. In den vergangenen Tagen hatte Toyota bereits 2,3 Millionen Autos in den USA wegen Problemen mit dem Gaspedal zurückgerufen. Bei den Modellen besteht nach Angaben des Konzerns die Gefahr, dass das Pedal nicht mehr oder nur langsam in seine Ausgangsposition zurückkehrt. Obwohl in Europa noch keine Unfälle mit verrückt spielenden Gaspedalen bekannt geworden sind, hat sich Toyota zur der Rückrufaktion entschieden. Das kann auch ein Hinweis darauf sein, dass nicht die Fertigung bei dem amerikanischen Zulieferer das Problem verursacht hat, sondern schon die Konstruktionsvorgaben problematisch gewesen sein könnten. Kunden, die jeden Morgen in einen Toyota steigen, müssen nicht warten, bis Toyota ihren Wagen abholt. Toyota empfiehlt zunächst, selbst einen kleinen Check vorzunehmen.

Toyota empfiehlt einen Pedal-Check

Für den Test solle man das Gaspedal nicht mit dem Fuß durchtreten, sondern mit der sensibleren Hand. Wenn sich das Pedal gleichmäßig auf und ab bewege, sei nicht mit einem plötzlichen Verklemmen innerhalb der nächsten Wochen zu rechnen – so Toyota. Das Problem soll sich durch einen langsam steigenden Widerstand ankündigen. Problem für den Kunden ist dabei, dass er ohne direkten Vergleich die allmähliche Änderung des Widerstandes kaum bemerken wird. Ursache für ein mögliches Festklemmen des Gaspedals und der daraus folgenden ungewollten Beschleunigung soll Verschleiß an dem Kunststoffbolzen im Pedal-Scharnier sein.

Hilfe bei der unfreiwilligen Blitz-Beschleunigung

Sollte sich das Pedal verklemmen und der Wagen selbstständig voran schießen, empfiehlt Toyota Folgendes: Die Fahrer sollten bei klemmendem Gaspedal versuchen während der Fahrt die Automatik-Gangschaltung auf Leerlauf zu schalten. Sollte das Manöver gelingen, lässt sich der Wagen normal abbremsen. Dann kann man ihm am Rand der Straße stoppen und den Motor ausschalten. Sollte sich die Automatik störrisch zeigen, kann ein kräftiger Ruck kombiniert mit einer starken Bremsung helfen. Der Fahrer darf sich nur nicht vom aufheulenden Motor irritieren lassen. Getrennt vom Antriebsstrang wird der Motor bei Vollgas nämlich sofort die höchstmöglichen Umdrehungen erreichen.

Fährt man einen Toyota mit Handschaltung, reicht es aus, die Kupplung durchzutreten und den Gang raus zu nehmen. Diese Prozedur funktioniert bei einem Handschalter immer, bei einer Automatik kann es passieren, dass sich die Gangschaltung nicht in Leerlauf schalten lässt. Dann sollte der Fahrer versuchen den Motor während der Fahrt abschalten - entweder mit dem An/Aus-Knopf oder indem er den Zündschlüssel herumdreht. Dabei sollte er aber auch die richtige Stellung finden. Wer gleich in die "Lock"-Stellung dreht, dem droht die Arretierung der Lenkung, der Schlüssel muss also in der Position zwischen Fahrt ("On") und "Lock" stehen bleiben, in der Position in der die Lenkung nicht blockiert und die erste Stufe der Stromversorgung noch aktiv ist.

Tipps bieten wenig Sicherheit

In der Praxis bieten die Toyota-Tipps wenig Hilfe in einem Automatik-Fahrzeug. Wer den Motor abstellt, erlebt einen Schock. Lenkung und Bremsen verlieren die Unterstützung durch den Motor. Manuell wird der Kraftaufwand erschreckend hoch. Vor allem schwächlichere Fahrer in großen Modellen müssten sich enorm anstrengen. Die meisten Fahrer sitzen leider so falsch, dass sie die Bremse mit Kraftaufwand überhaupt nicht durchtreten können. Der Schlüssel darf während der Fahrt nicht ganz abgezogen oder gestellt werden, dann würde das Lenkrad blockieren. Aber selbst in der Lock-Stellung kann eine stärkere Lenkbewegung zum Ausweichen zum Blockieren der Lenkung führen.

Auf einer Autobahn mag noch etwas Zeit zum Reagieren bleiben. Aber welcher unvorbereitete Fahrer könnte so schnell reagieren, dass er einen mit Vollgas beschleunigenden Lexus in der Stadt stoppen kann, bevor es zu einem Crash kommt? Ein flotter LS 460 benötigt 5,6 Sekunden um von Null auf Hundert zu kommen. Beim Ampelstart dürfte der Fahrer erst wirklich misstrauisch werden, wenn der Wagen über 50 km/h hinaus beschleunigt, dann bleiben etwa zwei Sekunden bevor Tempo Hundert erreicht ist. Wenn man nicht vorher auf ein Hindernis prallt.

Trotz solcher Aussichten, sollte man nicht in Panik verfallen. In Europa sind schließlich noch keine Unfälle bekannt geworden. Wer sich in seinem Toyota unsicher fühlt, sollte den Pedalcheck dort vom Fachmann vornehmen lassen.

Wissenscommunity

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.