Rabatte für Neuwagen Autos erstmals für die Hälfte


Die Abwrackprämie hat eine Rabattschlacht ohne Beispiel in Deutschland entfacht. Zum ersten Mal werden Modelle für die Hälfte des Listenpreises angeboten. Eine Beruhigung ist nicht in Sicht, kühle Rechner, die abwarten, werden noch höhere Rabatte einstreichen.

Die Rabatte beim Neuwagenkauf haben einen Höchststand erreicht. Das gilt nicht nur für Prozente, sondern auch für die absolute Höhe. Wer mit Abwrackprämie einen VW Touareg kauft, erhält von VW einen Rabatt von 7.500 Euro plus 2.500 Euro staatlicher Prämie - also 10.000 Euro insgesamt. Wer einen Jeep Commander kauft, erhält inklusive Abwrackprämie 15.300 Euro Nachlass. Das deutsche Abwrackwunder hat das Preisgefüge außer Rand und Band gebracht.

Das ist das Hauptergebnis der neuesten Preisstudie für den Monat Juni. Insgesamt 334 Verkaufsaktionen wurden vom CAR-Center Automotive Research der Universität Duisburg-Essen im Juni ausgewertet. Erstmals in der langjährigen Beobachtung der Autopreise wurde in Deutschland ein Spitzenrabatt von 51,3 Prozent erreicht, Abwrackprämie eingeschlossen. Das gab es noch nie.

Besonders viel Nachlass gewährt Citroen. Das Angebot des französischen Autoherstellers gilt für den Kleinwagen C1 und ist ein Leasingangebot mit null Euro Anzahlung und monatlicher Rate von 119 Euro. Umgerechnet bedeutet dieses Leasingangebot ein Rabatt von 4.818 Euro einschließlich Abwrackprämie - der C1 ist also für 6.890 Euro zu haben. Damit wurde der bisherige Rabattkönig Fiat mit seinem "ecoplus+ Bonus" übertrumpft. Beim Fiat Panda kommt man einschließlich Abwrackprämie auf einen Preisvorteil von 48,5 Prozent. In der Datenbank von finden Sie die aktuellen Angebote.

Der Markt beruhigt sich

Die Rabatte steigen, die Wirkung der staatlichen Abwrackprämie lässt gleichzeitig nach. Bei den Händlern hat sich der Kaufandrang deutlich beruhigt. Wurden noch bis Mitte April täglich 23.000 Anträge auf Prämien eingereicht, sanken die Anträge im Juni auf 7.300.

Im gleichen Maße wie die Zahl der Käufer sinkt, die die Prämie nutzen wollen, steigen die Rabatte der Hersteller. Längst reicht es nicht mehr aus, den Kunden einen normalen Rabatt zusätzlich zur Abwrackprämie einzuräumen. Die Zahl der Aktionen mit hohen Rabatten steigt kontinuierlich: Insgesamt 14 Modelle werden im Juni von den Herstellern mit Preisabschlägen von über 40 Prozent angeboten. Die Chevrolet-Aktion - "Wir schenken Ihnen die Mehrwertsteuer" - zeigt, in welche bisher unerreichten Höhen die Rabatte im deutschen Automarkt geschnellt sind. Die Abwrackprämie ist das größte Geschenk, seit Autos in Deutschland verkauft werden - und für den Handel und die Hersteller die größte tickende Zeitbombe.

Rabattschlacht geht weiter

Bereits heute ist absehbar, dass im Jahr 2010 nur dann Neuwagen an Privatkunden verkauft werden können, wenn Hersteller und Handel die Abwrackprämie plus saftiger Rabatte aus eigener Tasche zahlen. Ohne hohe Rabatte wird 2010 im deutschen Automarkt nichts gehen. Ohne weitere Nachlässe wäre der "Preisschock" zu hoch, zumal ein großer Teil der aufgestauten Nachfrage im Jahr 2009 in Neukäufe umgewandelt wurde. Bei den Kunden, die vorher ein Auto im Abwrack-Alter fuhren, kann man davon ausgehen, dass sie den Neuerwerb auch relativ lange nutzen werden. Für Neukäufe kommen sie also nicht in Frage.

Wer aber heute ein Auto kaufen will, hat großes Glück. Es macht Sinn, jetzt wirklich genau zu vergleichen und vielleicht noch vier oder sechs Wochen mit einem Kauf zu warten. Das für die Abwrackprämie bereitgestellte Geld reicht noch mindestens zweieinhalb Monate lang. Eine übereilte Unterschrift unter einen Kaufvertrag ist daher nicht nötig, die Rabatte werden in dieser Zeit weiter steigen. Wer wartet, gewinnt.

Ferdinand Dudenhöffer, Karsten Neuberger, Gernot Kramper

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