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Rallye Dakar: VW mit Dreifach-Führung

Nach der Disqualifizierung des bisherigen Spitzenreiters Nasser Al-Attiiyah hat das Team VW eine Dreifach-Führung übernommen. Nach der siebten Etappe war Carlos Sainz wieder auf Platz eins, gefolgt vom VW-Team Dirk von Zitzewitz und Giniel de Villiers.

Nach der Disqualifikation von Nasser Al- Attiyah im BMW X3 ist der Weg für Volkswagen zum ersten Rallye-Dakar- Triumph frei. Während der arabische Pilot des deutschen X-Raid-Teams nach seinem Etappen-Sieg in der Nacht zum Freitag an der Spitze liegend von dem Marathon-Rennen ausgeschlossen wurde, setzten sich die Wolfsburger bei der erstmals in Argentinien und Chile ausgefahrenen Rallye gleich mit drei Race Touaregs an die Spitze. Der Südafrikaner Giniel de Villiers und sein deutscher Beifahrer Dirk von Zitzewitz waren plötzlich Etappensieger und vorübergehend die Nummer 1. "Wir dürfen nicht vergessen, dass uns die schwierigsten Etappen erst noch bevorstehen", meinte von Zitzewitz. Und sollte Recht behalten: Nach der siebten Etappe löste ihn der Spanier Carlos Sainz am Freitag in Valparaiso mit neun Sekunden Vorsprung als Erster ab.

Die Etappe führte von der argentinischen Stadt Mendoza in die 816 Kilometer entfernte chilenische Hafenstadt am Pazifik mit einem Anstieg auf 3100 Meter Höhe. Nach den Dramen in den hohen Dünen am Ende der Donnerstagsetappe verkürzte die Rennleitung die siebte sportliche Wertung von 419 auf 243 Kilometer und verzichtete auf die gefährlichen Dünenpassagen. Volkswagen dominiert weiter, aber die Führung wechselte erneut. Nach seinem dritten Tagessieg liegt Sainz nun vor von Zitzewitz und dessen südafrikanischem Fahrer Giniel de Villiers; das Wolfsburger Spitzen-Trio komplettiert der Amerikaner Mark Miller mit 15:33 Minuten Rückstand. Der Spanier Juan ’Nani’ Roma blieb als Vierter (Rückstand: 29:16 Minuten) bester Mitsubishi-Pilot.

Eine schwere Zeit erlebte Nasser Al-Attiyah, der zweimalige Olympia-Teilnehmer im Skeet. "Es tut sehr weh, auf diese Art und Weise von der Rallye zu gehen", sagte der 38-Jährige dem TV-Sender Eurosport. Der Mann aus Doha, der in Sydney Sechster und in Athen Olympia-Vierter geworden war, fährt für das Team von Millionenerbe Sven Quandt und sorgte als Außenseiter für Furore. "Wir haben eine tolle Show geboten", sagte er. Doch da Al-Attiyah am Donnerstag nach technischen Problemen am BMW X3 zusammen mit seiner schwedischen Beifahrerin Tina Thörner Kontrollpunkte nicht angefahren hatte, wurde er von der Jury aus dem Rennen genommen. "Ich bin Rennfahrer und kein Regel-Kundler, auch wenn ich mir das jetzt zu Recht vorwerfen lassen muss", sagte der Rallye-Pilot, der auch technische Probleme beklagte.

Schon auf der sechsten Etappe seien Probleme aufgetaucht. "Ich wusste, dass ich eine Zeitstrafe bekommen würde, aber wenn ich mit dem überhitzten Motor in den feinen weichen Sand der Dünen gefahren wäre, wäre ich definitiv mit Motorschaden ausgeschieden", begründete Al-Attiyah die Irrfahrt auf der Tages-Strecke zwischen San Rafael und Mendoza. "Wir hatten Mittwochnacht so viel am Auto gearbeitet, wie wir konnten, aber wir konnten nicht alles wechseln", sagte Quandt, der zunächst noch auf Gnade hoffte, später aber den Ausschluss seines Piloten bestätigte. "Das müssen wir leider so hinnehmen. Es ist schade, wir haben eine gute Vorstellung geboten. Für Al-Attiyah tut es uns leid", so Pressesprecherin Yvette Theisen.

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Die Dakar-Premiere des neuen Racing Lancer von Rekordsieger Mitsubishi steht in Südamerika unter keinem guten Stern. Am Samstag schied der zweifache japanische Sieger Hiroshi Masuoka (2003/2003) wegen Motorschadens aus. Am Donnerstag gab der Franzose Luc Alphand, Sieger 2006, auf, weil sein Beifahrer Gilles Picard am Morgen mit einem Kreislaufkollaps zusammenbrach. Am Freitagmorgen fing der Lancer des Franzosen Stéphane Peterhansel Feuer, das gelöscht werden konnte. Wegen einer möglichen Motorüberhitzung hatte der neunmalige Dakar-Sieger das Ziel am späten Nachmittag noch nicht erreicht.

In der Motorrad-Wertung hat der spanische KTM-Pilot Marc Coma seine Führung weiter ausgebaut. Der Dakar-Sieger von 2006 hat nach sieben von 14 Prüfungen einen Vorsprung von 51:22 Minuten auf Jonah Street (USA) auf einer privaten KTM. Der Franzose David Fretigne blieb mit einem Abstand von 1:09 Minuten zu Street auf Platz drei bester Yamaha-Pilot. Der Chilene Francisco Lopez (KTM) erzielte auf dem Weg in seine Heimat seinen ersten Tagessieg.

Toni Hoffmann, dpa / DPA

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