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Verkehrsunfälle: Der Trend heißt überleben

Auf deutschen Straßen sterben so wenig Menschen wie nie, trotz immer dichteren Verkehrs. Oft bewahrt die Hightech-Medizin Unfallopfer vor dem Tod, vor allem aber sind es die Hightech-Autos mit ihrer modernen Sicherheitstechnik. Die Überlebenschance ist in einem neuen Fahrzeug ungleich höher als in einem alten - da bekommt die Abwrackprämie einen ganz neuen Sinn.

Von Michael Specht

Den derzeitigen Dax-Stand von unter 4000 hat die Zahl der in Deutschland im Verkehr Getöteten noch nicht erreicht, aber sie ist auf dem besten Weg dorthin. Seit Jahren kennt die Kurve nur eine Tendenz: nach unten. Laut Statistischem Bundesamt in Wiesbaden sank die Zahl der Verkehrstoten gegenüber 2007 um fast zehn Prozent auf 4500. Das ist erneut der niedrigste Stand seit Einführung der Statistik im Jahr 1953. Bereits 2007 vermeldete man einen historischen Tiefststand von 4970. Insgesamt zählte die Polizei 2008 in Deutschland 2,27 Millionen Unfälle. 2400 Menschen starben in Pkw, neun Prozent weniger als im Jahr zuvor.

Technik mindert die Folgen

Noch 1992 lag die Zahl der im Pkw Getöteten bei mehr als dem Doppelten. Doch Jahr für Jahr wurden die Autos sicherer. Sie erhielten neben optimierten Knautschzonen und steiferen Fahrgastzellen auch bessere Bremsen. Das Antiblockiersystem (ABS) war nicht länger der automobilen Oberklasse vorbehalten, sondern hielt sogar Einzug in die Kompakt- und Kleinwagenklasse. Als größter Retter bei Unfällen gilt jedoch der Sicherheitsgurt, heute durchweg gekoppelt mit Gurtstraffer und Gurtkraftbegrenzer. Und schließlich half der Airbag, die Zahl der Verletzten und Toten weiter zu reduzieren. In modernen Pkw stecken heute bis zu sieben Airbags. Selbst unter mancher Lenksäule entfaltet sich ein Luftsack, um auch noch die Beine des Fahrers zu schützen.

Wie schätzen Sie die Sicherheit Ihres Verkehrsmittels ein?

Unfälle vermeiden

Während die passive Sicherheit im Auto weitgehend ausgereizt ist, konzentrieren sich die Entwickler verstärkt auf die aktive Sicherheit. Hierzu zählt seit gut einem Jahrzehnt der Schleuderschutz ESP, der ins Bewusstsein der Bevölkerung rückte, als die Mercedes A-Klasse 1997 bei einem Ausweichmanöver (Elchtest) umkippte. Fortan rüstete Daimler alle seine Autos serienmäßig mit der modernen Elektronik aus und brachte die anderen Hersteller in Zugzwang. Heute liegt die Ausrüstungsrate beim ESP für Neuwagen bei über 60 Prozent. Noch immer zu wenig, wie die Autoversicherer finden. Besonders Kleinwagen und die sogenannten Utilities (Kastenwagen wie Renault Kangoo, Citroen Berlingo oder Fiat Doblo) werden häufig ohne ESP angeboten. Studien haben ergeben, dass jährlich 37 000 Unfälle mit Verletzten und 1100 Unfälle mit Getöteten in Deutschland vermieden werden könnten.

Sicherheitsvorreiter E-Klasse

Jetzt startet die nächste Generation der Fahrerassistenz-Systeme. "Das Ziel heißt Unfallvermeidung", sagt Dr. Joerg Breuer von Mercedes-Benz. In der neuen E-Klasse können (gegen Aufpreis) zum Beispiel Sensoren nicht nur Temposchilder lesen, Fußgänger bei Nacht erkennen, den Toten Winkel und die Spurhaltung überwachen, das Licht automatisch der Umgebung anpassen, sondern auch den Abstand zum Vordermann messen und im Notfall sogar eine Vollbremsung auslösen. Selbst die Müdigkeit des Fahrers wird überwacht. Wird sein Fahrstil auffällig, erscheint im Display das Symbol einer dampfenden Tasse Kaffee.

Nicht nur Autotechnik hilft

Doch nicht nur die Technik der Autos hilft, Unfälle zu vermeiden oder abzumindern. Auch der Straßenbau trägt dazu bei, dass weniger passiert. Laut der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) ereignen sich jährlich knapp 50.000 Unfälle mit Personenschäden, weil Autos von der Straße abkommen. So sollen nun vermehrt Rüttelstreifen am Fahrbahnrand eingefräst werden. Einfluss auf die Reduzierung von Unfalltoten aber hat nicht zuletzt auch die medizinische Versorgung. Dass selbst Schwerstverletzte überleben, denen Ärzte früher keine Chance mehr gegeben hätten, zeigt den hohen technischen Standard in der modernen Medizin.

Weiche Faktoren

Der Einfluss psychologischer Faktoren ist schwerer zu fassen, sollte aber nicht unterschätzt werden. Die Zeiten in denen riskante Überholmanöver generell als "männlich" galten sind vorbei. Auch die Toleranz gegenüber Alkohol am Steuer nimmt ab. Bei den sogenannten Disco-Toten ist dieser Trend noch nicht angekommen, aber der größere Teil der Bevölkerung würde sich heute nicht mehr von einem Betrunkenen kutschieren lassen.

Altwagen können Todesfallen sein

Und schließlich könnte sogar die Abwrackprämie der Bundesregierung eine weitere Hilfe sein, Menschen vor dem Unfalltod zu bewahren. Denn nicht nur auf die Umwelt (und Wirtschaft) hat der Kauf eines Neuwagens einen positiven Einfluss. Auch beim Thema Sicherheit liegen die alten Gurken ganz hinten. Crashversuche, die der stern vor knapp zwei Jahren mit einem Golf I und einem Golf V unternahm, zeigten, dass bei identischen Bedingungen nach EuroNCAP (64 km/h versetzt gegen die verformbare Barriere) die Insassen im neuen Golf nur leichte Verletzungen davon getragen hätten, jene im alten Golf dagegen mausetot gewesen wären.

Wissenscommunity

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.
Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.