Street Motor Show Hubraum statt Spoiler


Die Freunde der wahren Spritschlucker amerikanischer Herkunft verwandelten Hamburg zwei Tage in ein Mekka der PS-Fetischisten.

Die Freunde der wahren Spritschlucker amerikanischer Herkunft verwandelten Hamburg zwei Tage in ein Mekka der PS-Fetischisten. Die Besitzer von Charger, Mustangs und Corvettes zeigten ihre Heiligtümer auf der zehnten "Street Motor Show". Normale Wagen gab es kaum zu sehen, hier fand der Mister Universum Wettbewerb für Motorblöcke statt. Motto: größer, länger, breiter. Am besten mit Lader und das Ganze total verchromt. Eingehüllt in einer Wolke von Benzin und Gummi packte die Zuschauer schon beim Anlassen der PS-Schwindel. Nur vereinzelt trauten sich Fahrer von Wagen wie einem Ford Capri oder einem PT Cruiser unter die PS-Giganten, um dann für den Rest des Tages die spöttischen Blicke ihrer Standnachbarn zu ertragen.

Route 66-Feeling

Die Oldtimer-Show zeigte immerhin mehr als 1000 US-Schlitten und Harleys meist aus Privat-Besitz. Nicht weniger sehenswert waren die stilecht gestylten Besitzer, die neben ihren chromblitzenden Karossen lagerten und hautnahe Tuchfühlung gestatten. Hier reichte die Bandbreite vom normalen Autoschrauber über Modelle mit Schulterverbreiterung und Ganz-Arm-Tätowierung bis hin zum Standard-Modell: "Elvis lebt für immer." Manche Fans ließen allerdings die nötige Ehrfurcht vermissen. Nicht jeder kann etwas dafür, wenn er sich keinen Straßenkreuzer leisten kann, oder er von den Behörden nicht mehr an das Steuer gelassen wird. Aber als ein schwergewichtiger Mopedfahrer nicht absteigen wollte und zum ungestörten Blick ins Cockpit eines fünfziger Jahre Dodge seine Zweirad-Schüssel in Blechkontakt mit dem heiligen Blech brachte, war es um die Coolness des Fahrers (Modell: " Schulterverbreiterung") geschehen.

Nimm doch den, Papi!

Zahlreiche Fahrzeuge standen zum Verkauf, vom aufgetunten Edel-Oldtimer bis zum renovierungsbedürftigen Standart-Kombi allerdings mit V8-Block. Um potentiellen Käufern angesichts der derzeitigen Sprit-Preise die Entscheidung leichter zu machen, fehlte der natürlich nicht der Hinweis auf die steuergünstige LKW-Zulassung.

Gernot Kramper

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