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Supersportler: Zonda: Fangios sportliche Erben

Wer als Ferrari-Fahrer davon ausgeht, von keinem anderen straßentauglichen Fahrzeug überholt werden zu können, sollte möglichst selten im Umland von Modena unterwegs sein.

Wer als Ferrari-Fahrer davon ausgeht, von keinem anderen straßentauglichen Fahrzeug überholt werden zu können, sollte möglichst selten im Umland von Modena unterwegs sein. Auf den engen Landstraßen rund um die italienische Stadt kann es durchaus vorkommen, dass ein springendes Pferd einer flachen Rennflunder zum Opfer fällt. Der Name des Ferrari-Schrecks: Zonda. Pagani Zonda.

Vorbild Rennsport

Zugegeben, der Vergleich ist nicht ganz fair. Ein Ferrari Modena beispielweise hat mit dem in Kleinstserie gebauten Zonda außer dem sportlichen Anspruch kaum etwas gemein. Was die Autobauer von Pagani auf die Räder stellen, orientiert ausschließlich am Rennsport. Die Straßenzulassung erscheint da mehr wie ein Unfall.

Hommage

Am Anfang stand, wie so oft, die Idee vom perfekten Sportwagen. Horacio Pagani entwickelte die Idee des Zonda als Hommage an den besten Rennfahrer aller Zeiten: Juan Manuel Fangio. Der 1995 gestorbene Argentinier ist bis heute der Einzige, der fünf Weltmeisterschaften gewinnen konnte. Sein Landsmann und Ex-Lamborghini-Ingenieur Pagani wollte ihm noch zu Lebzeiten ein ebenso unvergesslichen Sportwagen bauen.

Während der gesamten Entwicklungszeit holte sich Pagani Ratschläge von seinem Meister, zeichnete die Entwürfe nach den Vorgaben Fangios. Als sein Idol 1995 starb, führte Pagani das Projekt als Fangios Vermächtnis weiter.

Deutsche Perfektion unter der Haube

Entstanden sind dabei gleich zwei ebenso ungewöhnliche wie unvergleichliche Sportwagen. Den Anfang machte der Zonda C12, wenig später folgte sein großer Bruder, der Zonda S. Beide verheiraten Bauteile, die so in keinem anderen Fahrzeug der Welt aufeinanderprallen. So wummert unter der eindeutig von einem italienischen Designer entworfenen Karosserie kühle deutsche Kraft und Perfektion. 550 PS sind beim Zonda S, auf zwölf Zylinder verteilt, direkt hinter den Sitzen in einem Gitterrohrrahmen untergebracht. Offiziell heißt das Kraftpaket AMG-E-70 und ist eigentlich im mercedeseigenen Supersportwagen CLK-GTR verbaut. Angesichts der von diesem Motor freigesetzten 750 Newtonmeter Kraft konnten allerdings auch die Enthusiasten von Pagani nicht widerstehen. Der »kleine« Zonda muss mit 394 PS klar kommen.

Der Rest ist Sportwagenbau vom Feinsten. Unter der Karbon-Karosserie steckt Technik aus dem Rennsport. Zwischen den vorderen- und hinteren Aluminium-Rahmen, die Radaufhängung und Fahrwerkstechnik aufnehmen, befindet sich das aus Kohlefasern »gebackene« Cockpit.

Schickes Heck

Die Frontansicht dominieren die kess ausgestellten Scheinwerfer, die der tiefen Spoilerlippe eindeutig die Schau stehlen. Richtig interessant wird es am Heck des italienischen Sportlers. Neben dem eindrucksvollen Heckspoiler, dem man seine abtriebsfördernde Tätigkeit ohne Zweifel abnimmt, überrascht die ungewöhnliche Auspuffanlage, die die Endrohre mittig zusammenführt.

Hightech und Handarbeit

Im Inneren dominieren Hightech und Handwerkskunst. Sichtbare Kohlefaser-Teile wechseln sich mit feinstem Leder und poliertem Aluminium ab. Garniert wird das Ganze mit Navigationssystem und einer Audio-Anlage, die sicherlich selten zum Einsatz kommen wird. Wer braucht schon Musik, wenn er ein zwölftöpfiges Orchester an Bord hat?

Pagani Zonda C12 S

Motor

V12-Mittelmotor

Hubraum

7,3 Liter

Leistung

555 PS / 408 kW

Länge/Breite/Höhe

4.395/2.055/1.150 Millimeter

Leergewicht

1.250 Kilogramm

0-100 km/h

3,7 Sekunden

Topspeed

340 km/h

Preis

ab 397.000 Euro

Die Fahrleistungen sind natürlich über jeden Zweifel erhaben. Keine vier Sekunden verstreichen beim Sprint von null auf 100 Stundenkilometer. Schluss ist erst weit jenseits der 300 Klamotten. Wie weit? Zumindest so weit, dass sich Pagani beharrlich weigert, einen offiziellen Wert festzulegen.

300.000 Euro


Nur gut 25 Stück der hand gefertigten Sportler verlassen pro Jahr die Fabrik in Modena. Wer über 300.000 Euro für einen Zonda S übrig hat, kann sechs Monate darauf verwenden, eine passende Garage für sein neues Spielzeug zu bauen. Perfekte Autos brauchen Zeit. Das ist ein Glück für Ferrari-Fahrer. Die müssen auf diese Weise nicht befürchten, allzu oft mit einem Zonda aneinander zu geraten.

Jochen Knecht

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.