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Autonomes Fahren Tesla plant, Fahrer im Autopilot-Modus mit Innenkameras zu überwachen

Innenansicht des Tesla Model Y.
Kameras am Rückspiegel sollen von nun an die Aufmerksamkeit der Fahrer in Teslas Model Y prüfen (Symbolbild)
© Tesla
Um einen verbesserten Schutz seiner Kunden zu gewährleisten, setzt Tesla in Zukunft auf die Überwachung der Insassen durch Kameras. Diese prüfen die Aufmerksamkeit des Fahrers im Autopilot-Modus und warnen bei Ablenkung und Sekundenschlaf.

Der US-amerikanische Elektroautobauer Tesla hat sich entschlossen die Aufmerksamkeit seiner Kunden beim autonomen Fahren über Innenkameras am Rückspiegel zu prüfen. Die Kameras sind bereits seit Jahren in diversen Tesla-Modellen verbaut, wurden allerdings kaum genutzt. Bisher kontrollierten lediglich Sensoren am Lenkrad, ob der Fahrer im Notfall bereit ist einzugreifen.

Verbraucherschützer und die Alliance for Automative Innovation, welche große Teile der Autoindustrie, mit Ausnahme von Tesla, repräsentieren, forderten die Kontrolle mehrfach als notwendige Voraussetzung für Teslas sogenannten „full self-driving“-Modus. In der Vergangenheit kam es bei Fahrten mit dem Autopiloten immer wieder zu schweren Unfällen.

Änderungen treten mit neuem Software-Update in Kraft

Tesla kündigte bereits im vergangenen Jahr an, die Kameras auf freiwilliger Basis einzusetzen, um Sicherheitsfunktionen und Erweiterungen für die in Zukunft von Elon Musk geplanten selbstfahrenden Robotaxis zu entwickeln. Jetzt treten die Änderungen mit dem neuen Software-Update 2021.4.15.11 in Kraft.

Der Tesla-Fahrer ist offensichtlich hinter dem Lenkrad eingeschlafen.

Tesla informierte seine Kunden in der Ankündigung zum Software-Update, dass mit der neuen freiwilligen Kamerafunktion Fotos und Videos aufgenommen werden. Die Bilder sollen das Fahrzeug nicht verlassen und werden weder nach außen übermittelt noch extern gespeichert, solange Nutzer die Option "Daten teilen" nicht aktivieren. Trotz der Videoüberwachung sind Fahrer auch weiterhin angehalten, stets beide Hände auf dem Lenkrad zu platzieren.

Wie genau das neue Sicherheitssystem funktioniert ist noch nicht bekannt. Auch Tesla machte diesbezüglich keine weiteren Angaben. Ähnliche Technologien anderer Autobauer wie General Motors oder Ford setzten in der Vergangenheit auf ein tonbasiertes Alarmsignal. Nach mehreren Alarmsignalen ohne Reaktion des Fahrers kommt das Fahrzeug zu einem vollständigen Halt.

Autonomes Fahren birgt einige Sicherheitsrisiken

Mit der neuen Kamerafunktion kommt Tesla allerdings nicht nur den Forderungen des Verbraucherschutzes nach. Eine Studie des renommierten Massachussetts Institute of Technology (MIT), hatte vor kurzem festgestellt, dass Personen beim Fahren mit Hilfe von Teslas Autopiloten, deutlich abgelenkter vom Verkehr sind. Die  Probanden in selbstfahrenden Autos mit Tempomat und Spurhalteassistent wendeten ihren Blick häufiger von der Straße ab, als bei einer herkömmlichen Fahrt ohne Autopiloten.  

Zudem tauchten in sozialen Medien, wie Instagram und Tiktok, immer wieder Videos auf, in welchen die User Teslas Lenkrad-Sensoren mit einfachen Mitteln überlisten. Einige User filmten sich laut dem US-Techmagazin Tech Crunch sogar bei voller Fahrt auf der Rückbank sitzend, was zu einer Welle der Entrüstung gegenüber dem Autobauer führte.

Tesla führt Vision-System ein

Beinahe zeitgleich mit der Veröffentlichung des Software-Updates führt Tesla das neues Vision-System in den Fahrzeugen Model 3 und Y ein. Das System setzt in Zukunft zur Erkennung des Fahrzeugumfeldes ausschließlich auf Kamerabilder und nicht wie bisher auf Radar. Die Einführung knüpft an Elon Musks Versprechen bis Ende diesen Jahres komplett autonomes Fahren ermöglichen zu wollen.

Durch das Vision-System wurde die Funktion des Spurhalteassistenten "Autosteer" auf eine Höchstgeschwindigkeit von 120 Stundenkilometern begrenzt. Außerdem hält der Autopilot einen größeren Sicherheitsabstand als vorher. In Zukunft sollen auch alle Wagen der Fahrzeugmodelle S, X, 3 und Y aus China mit dem Vision-System ausgestattet werden. Ab welchem Zeitpunkt die Änderungen dann tatsächlich in Kraft treten ist nicht bekannt.

Quellen:CNN, Efahrer.com, USA Today


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