HOME

Toyota PM: Überraschungs-Ei

Wer in japanischen Ballungsräumen ein Auto kaufen möchte, braucht neben dem nötigen Kleingeld auch einen Parkplatz. Keine Parklücke, kein Auto. So einfach ist das.

Wer in japanischen Ballungsräumen ein Auto kaufen möchte, braucht neben dem nötigen Kleingeld auch einen Parkplatz. Keine Parklücke, kein Auto. So einfach ist das. Eine Ausnahme machen die Behörden nur bei winzigen Stadtwägelchen, so genannten "Kei-Cars". Entsprechend überwältigend ist der Ansturm auf die meist zweisitzigen Winzlinge.

Winzlings-Wahn

Wie das "Kei-Car" der Zukunft aussehen könnte, zeigt Toyota auf der Tokio Motor Show. Der (oder das?) PM treibt den Winzlings-Wahn auf die Spitze. Umgeben von einer Art Riesen-Überraschungsei kann sich der PM-Pilot ausschließlich alleine auf den Weg machen. Toyota nennt den 1,75 Meter langen Einsitzer das erste "anziehbare" Auto der Welt. Wobei man sich

Der Sitz kommt dem Fahrer entgegen

Technisch darf man den ungewöhnlichen Japaner keinesfalls unterschätzen. Das rollende Ei ist äußerst wandlungsfähig. Die Fahrer-Kabine passt sich dem jeweiligen Einsatzgebiet an. Fast aufrecht stehend im Stadtverkehr, aerodynamisch günstig liegend auf der Autobahn.

Ein Motorradfahrer will kräftig angeben und blamiert sich heftig.

Zum Ein- und Aussteigen richtet sich die Kabine auf, während sich gleichzeitig die gesamte Vorderwand nach oben öffnet. Anschließend kommt der Sitz seinem Fahrer ein Stück entgegen. Bequemer geht's kaum.

Um die Position des Lenkrades muss man sich keine Gedanken machen. Es gibt keins. Die Lenkbefehle kommen von zwei Joysticks neben dem Sitz. Gelenkt werden die nabenfreien Vorderräder. Jedes Rad ist unabhängig. Im Stadtverkehr lassen sich die Vorderräder zueinander drehen, der PM kann praktisch auf der Stelle wenden.

PM-Zug

Hinzu kommt jede Menge Elektronik-Schnickschnack. Über ein ausgeklügeltes Kommunikations-System kann ein PM mit anderen seiner Art Kontakt aufnehmen und wechselt dabei die Farbe. Haben mehrere PMs das gleiche Ziel, lassen sie sich via Autopilot zu einem PM-Zug zusammenschließen. Dabei übernimmt ein Fahrzeug die Führung, während sich die anderen virtuell anhängen. Eine Idee, mit der Verkehrsplaner in Zukunft Staus verhindern wollen.

Jochen Knecht

Wissenscommunity