HOME

Rätselhafter Konflikt: Kurzarbeit und Millionenausfall: Warum eskalierte der VW-Streit?

Spielen zwei Zulieferer in größter Not "Robin Hood" gegen Volkswagen? Oder will in Wahrheit jemand VW so richtig wehtun, weil es offene Rechnungen zu begleichen gilt? Fest steht: Der Konflikt ist höchst rätselhaft.

Gekippter Großauftrag ließ Zulieferer-Streit bei VW eskalieren

Ein gekippter Großauftrag ließ den Zulieferer-Streit bei VW eskalieren.

Es wirkt wie David gegen Goliath, soviel ist schon einmal klar. Nur: Wer im Streit zwischen zwei kleinen Zulieferern und dem Weltkonzern Volkswagen eigentlich der Böse ist, das liegt noch nicht auf der Hand. Ein Erklärungsansatz: Die Zulieferer spielten "Robin Hood", heißt es im Umfeld der Firmen. Zwar falle ihr Handeln aus dem üblichen Rahmen, sei aber das letzte Mittel gegen "Ausbeutung und Machtmissbrauch". Nicht minder spannend klingt der andere Versuch der Erklärung: VW bekomme es an seiner Achillesferse mit einer Mischung aus verletztem Stolz, Zockermentalität und hemdsärmeligen Methoden zu tun. Dahinter stehe das lange geplante Drehbuch für einen wahren Wirtschaftskrimi.

VW ist gelähmt

Fest steht bisher ohne Zweifel nur: Der Versorgungsstopp zweier Zulieferer aus Sachsen lähmt den Autobauer. Erste Kurzarbeit und ein millionenteurer Produktionsausfall sind die Folgen. Betroffen sind ausgerechnet die wichtigsten VW-Modelle: Passat und Golf. Die Firma Car Trim aus Plauen liefert keine Sitzbezüge mehr, was vor allem den Passat im Emder Werk trifft. Car Trims Schwesterfirma ES Automobilguss, kurz ES Guss, aus Schönheide setzt die Belieferung mit Gussteilen aus, die in Automatikgetrieben stecken. Das legt den Bau des Golf im VW-Stammwerk und in Zwickau lahm. Insgesamt können 28 000 Werker nicht so arbeiten, wie sie sollten. Kurzarbeit wird geprüft.

Wie konnte es nur soweit kommen? Ein Teil der Antwort ist einfach: VW verlässt sich bei Gehäusegussteilen für seine Golf-Automatikgetriebe nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur nur auf den Partner ES Guss. Einquellenbeschaffung ist riskant, hilft aber beim Sparen.

Warum eskalierte der Konflikt?

Doch das Getriebe ist eine Schlüsselstelle: Selbst wenn es mal eben auf die Schnelle einen alternativen Zulieferer gäbe, müsste VW das dort georderte Teil umfangreich testen. Das ist branchenüblich. Das alles dauert Monate. Leichter könnte es da bei den Sitzbezügen sein, heißt es aus Kreisen des Konzerns. Die Stoffe können schon vorab zertifiziert sein, etwa auf Allergieverträglichkeit oder Robustheit. Und: Mit Sitech hat VW eine 100-prozentige Tochter fürs Sitzebauen unter dem eigenen Dach.

Das erleichtert Wege für einen Plan B. Auch sei die Gefahr bei einem Wechsel in der laufenden Produktion weit geringer als bei Teilen für Getriebe. Und bei denen erlebte VW schon böse Überraschungen: Das DSG (Direkt-Schalt-Getriebe) machte in Regionen mit viel Luftfeuchtigkeit und dem Hang zu Staus Probleme. Ein teurer Rückruf war die Folge. Das hatten auch die umfangreichen Tests vorab nicht ändern können.

Das alles erklärt die heikle Einkaufs- und Produktionssituation. Aber warum nur eskalierte der Konflikt derart, dass zwei mittelständische Zulieferer dem Größten in der Branche tagelang den Hahn abdrehen? Car Trim und ES Guss haben doch einen Namen zu verlieren, die Reputation.

Hat VW überreizt?

Das Fass lief wohl Ende Juni über. Damals zog VW den Stecker bei einem Zukunftsprojekt, bei dem Car Trim von 2017 an Sitzbezüge für VW und Porsche liefern sollte. Dabei sei es um eine halbe Milliarde Euro Auftragsvolumen gegangen - selbst für den VW-Konzern keine Peanuts.

Dem Vernehmen nach machte VW Qualitätsmängel geltend. Inwieweit es dabei auch um Preisfragen ging, lässt sich objektiv nicht bewerten. Doch Car Trim war in Vorleistung getreten, etwa mit neuem Personal. Und daher sollte VW einen "mittleren zweistelligen Millionenbetrag" als Wiedergutmachung für das plötzlich beendete Projekt zahlen. Nur: Vom Autobauer ist zu hören, dass die Forderungen "absurd hoch" seien und vor allem nicht nachvollziehbar begründet werden könnten. Von der Zuliefererseite heißt es, VW habe das Blatt schlicht überreizt.

Dann geschah etwas, womit VW möglicherweise nicht rechnete. Car Trim ist über die Konstellation einer verschachtelten Dachgesellschaft mit ES Guss verbandelt. Und die Schwesterfirma soll Forderungen an VW auf ES Guss übertragen haben. Von den Zulieferern heißt es, Car Trim und ES Guss seien "eigenständige Unternehmen", sie seien aber finanziell verzahnt - also quasi eine Schicksalsgemeinschaft. Der Fokus fällt dabei auch auf die Eastern Horizon, eine Beteiligungsgesellschaft aus den Niederlanden, die im Firmengeflecht der Prevent-Gruppe auftaucht, zu der Car Trim und ES Guss erst seit einigen Monaten gezählt werden.

Wie genau die Abhängigkeiten sind und wer das Sagen hat, ist unklar. Fest steht, dass der Lieferstopp der Getriebe VW am härtesten trifft.

"VW zwingt uns zu diesem Vorgehen"

Die Firmen erklären schriftlich: "VW zwingt uns zu diesem Vorgehen, um unsere eigenen Mitarbeiter in Niedersachsen und Sachsen zu schützen und letztlich den Fortbestand des Unternehmens zu sichern." VW missbrauche seine Marktmachtstellung. Von den Zulieferern heißt es, VW habe zuerst Verträge gebrochen und schere sich nicht um die Folgen. Man begreife sich nun auf Zuliefererseite wie Geschwister, die einander in großer Not helfen und füreinander einstehen. "Die Art und Weise, wie VW mit Zulieferern umgeht, ist in keiner Weise akzeptabel und kann jeden kleineren Betrieb in den Ruin treiben", sagt Alexander Gerstung, Mitglied der Geschäftsleitung bei ES Guss.

Doch nach DPA-Informationen hat der Streit zwischen dem Einflussbereich der Eastern Horizon und dem VW-Konzern tiefere und ältere Wurzeln, die unter anderem auf den Balkan und nach Brasilien reichen. "VW kloppt sich massiv mit Eastern Horizon", sagt ein Insider von der Zuliefererseite. Aus VW-Kreisen ist von einer "undurchsichtigen Lage" die Rede, die Hintergründe seien völlig unklar. Demnach könnte die Eastern Horizon gezielt als Aufkaufsvehikel genutzt worden sein, um VW-Schlüsselzulieferer unter Kontrolle zu bekommen, mit denen sich zur Not Druck aufbauen lasse.

Bisher müht sich Volkswagen gerichtlich darum, die Teile notfalls vom Gerichtsvollzieher beschlagnahmen zu lassen. Parallel aber soll der Konflikt am Verhandlungstisch die Wende bringen. Das Ende ist offen.

cf / DPA

Wissenscommunity

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.
kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(