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"Don King Boxing": Als Don uns kennenlernte ...

Alles andere als ein Volltreffer: Selbst Don Kings Vermarktungskünste dürften sein Box-Game für Xbox 360, Wii und NDS nicht vor dem vorzeitigen K.O. retten.

Für alle Unwissenden: Don King ist der wohl bekannteste Promoter des Boxsports. Wer es unter die Fittiche des Mannes mit der Starkstromfrisur geschafft hat, kann sich über einige lukrative Boxkämpfe freuen. Unter anderem arrangierte der 1931 als Donald King geborene Exzentriker den weltberühmten als "Rumble in the Jungle" angekündigten Kampf zwischen Muhammed Ali und George Foreman 1974 im heutigen Kongo. Weitere bekannte Kämpfer, die für King in den Ring stiegen, waren Evander Holyfield, Mike Tyson und Lamon Brewster.

"The Kid", der Protagonist im Spiel Don King Boxing, ist allerdings pure Fiktion. Nichtsdestotrotz wird im Storymodus des Spiels eine unterhaltsame Geschichte um den Aufstieg des Faustkämpfers erzählt. Die aufwendigen Filmschnipsel wirken einer autobiografischen Dokumentation entnommen, echte Boxhelden wie Joe Calzaghe und Don King persönlich erzählen vom Werdegang des imaginären Akteurs.

Dazwischen wollen natürlich auch diverse Trainingssitzungen und Kämpfe absolviert werden - und genau das ist das Problem. Lassen sich die ersten Gegner noch mit stupidem Knöpfchendrücken auf die Bretter schicken, sind bei späteren Herausforderern gezielte Schlagkombinationen aus der Deckung heraus nötig, um überhaupt Land zu sehen. Dumm nur, dass die Gamepad-Steuerung der optisch gelungenen Xbox-360-Version überbelegt ist. Selbst für Standard-Attacken wie einem Uppercut müssen zwei Tasten gleichzeitig gedrückt werden!

Aber auch die Wii-Fassung überzeugt nicht ganz. Zwar werden beim anstrengenden Gefuchtel mit Wiimote- und Nunchuck-Controller sowie dem optionalen Balance-Board-Einsatz (zum Ausweichen) die unterschiedlichen Schlagarten ordentlich vom Programm erkannt. Dafür geht der tristen Grafik schnell die Puste aus. Das eigentliche Geschehen steht mit seinen groben Texturen, kantigen Kämpfern und detailarmen Arenen in krassem Kontrast zu den gelungenen Zwischensequenzen. Die Kameraperspektive macht Spielern zusätzlich das Leben schwer: Trotz "Mittendrin"-Gefühl ist es ziemlich schwer, ein Gefühl für die Distanz zum Kontrahenten zu entwickeln. Oft werden wie wild Jabs, Uppercuts oder eine Gerade geschlagen, ohne den Gegner überhaupt nur zu berühren.

Don King Boxing

Hersteller/Vertrieb

2K China/Take2

Genre

Sport

Plattform

Nintendo DS, Wii, Xbox 360

Preis

ca. 40 Euro

Altersfreigabe

Ab 12 Jahren

Unterm Strich bietet "Don King Boxing" zumindest auf der Wii eine schweißtreibende Erfahrung für zwischendurch - ohne Langzeitmotivation. Xbox-360-Spieler sollten eher auf "Fight Night 4" warten ...

Alexander Hildebrand/Teleschau / TELESCHAU