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Apple Watch, Macbook und Co.: Was Sie über die Apple-Show wissen müssen

Einer 18.000 Euro teuren Smartwatch sollte so leicht niemand die Show stehlen. Der Star des Apple-Abends war aber überraschend ein anderer.

Von Malte Mansholt

Die Apple Watch Edition besteht aus 18-karätigem Gold - Apple lässt sie sich entsprechend bezahlen

Die Apple Watch Edition besteht aus 18-karätigem Gold - Apple lässt sie sich entsprechend bezahlen

Apple hat in San Francisco die Apple Watch vorgestellt. Noch einmal. Denn bereits im Rahmen der Vorstellung von iPhone 6 und iPhone 6 Plus im letzten September hatte das smarte Schmuckstück einen ersten Überraschungsauftritt. Dieses Mal nahm sich der Erfolgskonzern mehr Zeit, die endgültige Version seiner ersten Smartwatch vorzustellen. Doch auch einige andere Produkte durften glänzen. Der stern verrät die wichtigsten Neuigkeiten des Abends.

Apple TV fällt im Preis

Viele hatten im Vorfeld der Veranstaltung auf ein neues Apple TV gehofft, sie wurden von Tim Cook enttäuscht. Eine gute Nachricht gibt es nur für Leute, denen die Streaming-Box bislang zu teuer war: Bis heute kostete das Apple TV 99 US-Dollar, der Preis in Europa lag ebenfalls bei 99 Euro. Apple will den Einstieg in sein Ökosystem nun günstiger machen - und senkt den Preis auf 69 Dollar. In Deutschland werden daraus 79 Euro. Apple konnte 25 Millionen Apple TVs verkaufen, ob sich die Zahl durch die Preissenkung noch deutlich steigern lässt, muss sich zeigen.

Das erste Mal gibt es bei Apples Metall-Notebooks eine Farbauswahl

Das erste Mal gibt es bei Apples Metall-Notebooks eine Farbauswahl

Apple bringt das Macbook zurück - in Gold

Die große Überraschung des Abends war das neue Macbook. Apple hat seinen Klassiker wiederbelebt - und das mit Bravour: Es ist noch einmal dünner als das ohnehin schon schlanke Macbook Air. An der dicksten Stelle kommt es gerade mal auf 13,7 Millimeter. Das nur noch in 12 Zoll erhältliche Notebook ist komplett aus Metall gebaut. Als Bildschirm dient ein extrem scharfes Retina-Display mit einer Auflösung von 2304 x 1440 Pixeln. Obwohl es dazu auch noch heller als das Display des Vorgängers ist, verbraucht es 24 Prozent weniger Energie. Da freut sich der Akku. Der ist zudem noch deutlich gewachsen. Denn Apple verzichtet vollständig auf einen aktiven Lüfter. Das macht das neue Vorzeige-Notebook auch noch beinahe lautlos.

Auch an anderer Stelle hat Apple die Macbooks runderneuert. Sie besitzen eine neue Trackpad-Technologie und eine überarbeitete Tastaturen-Mechanik. Leider hat Apple allerdings die USB-Anschlüsse weggekürzt. Stattdessen gibt es nun einen einzigen Anschluss für USB, HDMI, VGA, DVI - und sogar das Ladekabel. Mache Nutzer dürften sich wohl darauf vorbereiten, regelmäßig Adapter einzupacken - die sie aber erst einmal teuer kaufen dürfen.

Ebenfalls neu: Erstmals gibt es das Macbook in verschiedenen Farben. Zur Wahl stehen die vom iPhone bekannten Farben Silber, Spacegrey und Gold. Das günstigere Modell beginnt bei 1299 Dollar, in Deutschland werden daraus leider bereits 1449 Euro. Für das bessere Modell mit mehr Festplattenspeicher und einem schnelleren Prozessor kann man dann noch einmal 350 Euro drauflegen. Ab dem 10. April sind die beiden Geräte im Handel.

Macbook Pro und Macbook Air

Auch Apples bisheriges Notebook-Lineup wurde nicht vernachlässigt. Macbook Air und Macbook Pro erhalten ein wenig Produktpflege wie neue Prozessoren. Die überarbeiten Modelle sind ab sofort zu bekommen.

Apple Watch: Preise und Verfügbarkeit

Die Apple Watch hatte Apple bereits im September vorgestellt, heute hat der Konzern in erster Linie offene Fragen beantwortet - etwa die nach Verfügbarkeit und Preisen. Die unterscheiden sich je nach Modell, Edition und Armband. Da Apple drei Editionen mit jeweils zwei Modellen (mit 38 Millimeter und 42 Millimeter Diagonale) und eine Vielzahl an Armbändern anbietet unterscheiden sie sich allerdings deutlich - und fallen zum Teil extrem happig aus.

Den Preis für die aus Aluminium gefertigte Einsteiger-Version "Apple Watch Sport" hatte Tim Cook bereits im September genannt. Er beträgt 399 Euro für das Modell mit 38 mm und 449 Euro für das größere Modell. Die reguläre Edition aus besonders hartem Edelstahl ist da schon teurer. Hier beginnt das Einsteiger-Modell bei 649 Euro. Je nach Wahl des Armbandes steigt der Preis aber schnell - bis zu 1249 Euro und damit mehr als 200 Euro über dem teuersten iPhone.

Das Apple sich die "Edition" genannte Version aus 18-karätigem Gold auch ordentlich bezahlen lassen würde, hatte man auch im Vorfeld schon vermutet. Die tatsächlichen Preise liegen aber noch einmal deutlich über den gemunkelten 500 Euro: Ab 11.000 Euro können die Kunden Apples Edel-Smartwatch ihr Eigen nennen. Die teuerste Kombination bringt es auf einen Preis von sage und schreibe 18.000 Euro. Wohlgemerkt: Technisch unterscheiden sich die Apple Watch Sport und die teuren Modelle überhaupt nicht voneinander.

Ab dem 10. April können Kunden ihr Lieblingsmodell vorbestellen, ab dem 24. April ist sie dann endgültig im Handel zu erwerben - zumindest in ausgewählten Staaten. Deutschland ist von Anfang an dabei.

Apple Watch als Freisprechanlage

Apple zeigte zudem einige neue Features. So kann man mit der Apple Watch auch telefonieren. Den Gesprächspartner hört man über einen kleinen Lautsprecher. So kann man die Uhr zuhause als Freisprechanlage nutzen - und das iPhone einfach liegen lassen. Mit Glances zeigte Apple zudem eine Art Schnell-Menü der Uhr. Durch eine Swipe von unten nach oben lassen sich die wichtigsten Funktionen wie Termine, E-Mails und ähnliches schnell abrufen.

Die wichtige Frage nach der Akku-Laufzeit klärte Tim Cook ebenfalls. Bei "normaler" Benutzung soll die Apple Watch einen ganzen Tag halten. Bis zu 18 Stunden gibt Apple an.

Gelungener Abend

Mit der Vorstellung des neuen Macbooks, der Preisreduktion und der endgültigen Präsentation der Apple Watch hat Apple insgesamt einen sehr runden Abend geboten. Auch wenn Details wie der Wegfall der Anschlüsse am Macbook und die hohen Preise der Apple Watch sicher für hitzige Diskussionen führen werden. Eine wichtige Frage bleib allerdings unbeantwortet: Warum über weite Teile der Präsentation ausgerechnet das extrem alberne Mickey-Maus-Ziffernblatt zu sehen war, bleibt wohl Apples Geheimnis.