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Microsoft: Frühbucher-Rabatte für Windows-Käufer

Ein reizvoller Köder: Ab Mittwoch bietet Microsoft Windows 7 für knapp 50 Euro an, obwohl das neue Betriebssystem erst in drei Monaten auf den Markt kommt. Zusammen mit einem neuen PC gibt es den Vista-Nachfolger unter Umständen sogar gratis. Vor der Installation muss man allerdings einige Tücken kennen. stern.de sagt, welche.

Von Ralf Sander

Drei Monate vor dem offiziellen Verkaufsstart von Windows 7 eröffnet Hersteller Microsoft selbst die Rabattschlacht: Vom Mittwoch an gibt es die europäische Version Home Premium des Betriebssystems zum Preis von 49,99 Euro - so lange der Vorrat reicht. Wer einen neuen PC kauft, kann das neue Windows sogar gratis bekommen - unter bestimmten Bedingungen. Auch nach dem Verkaufsstart werden die Preise zumindest vorübergehend deutlich unter denen von Vista vor zwei Jahren liegen.

Diese Angebote wird von Analysten als Antwort auf die aggressive Preisstrategie von Apple für das kommende Mac-Betriebssystem "Snowleopard" gewertet. Dort kostet das Upgrade vom aktuellen System "Leopard" pauschal 29 Euro.

Microsoft verkündet eine "rasante Nachfrage" nach Windows 7. Die Marktforscher IDC schätzte, so der Softwaregigant, dass bis Ende 2010 mehr als 177 Millionen Lizenzen verkauft würden.

Release Candidate immer noch verfügbar

Noch ist es möglich, Windows mit einer Testversion auszuprobieren. Der so genannte Release Candidate (RC) steht immer noch kostenlos bei Microsoft zum Download bereit. Wie lange noch, ist nicht bekannt. Das Programm soll laut Microsoft bis Juni 2010 lauffähig sein. Ab dem 1. März 2010 allerdings wird die RC-Version darauf hinweisen, dass sie demnächst ausläuft und außerdem alle zwei Stunden den Rechner herunterfahren.

Was man für die Installation wissen muss

Die Tatsache, dass Microsoft in Europa Windows 7 ohne Internet Explorer 8 ausliefern wird, hat einige Folgen, die man nur als kundenunfreundlich bezeichnen kann. stern.de erklärt, wie man sich jetzt günstig das neue Windows sichern kann und was man vor der Installation im Oktober unbedingt bedenken muss.

Wo gibt es Windows 7 zum Aktionspreis?

Vom 15. Juli 2009 an bietet Microsoft die Privatnutzer-Version Windows 7 Home Premium E zum Aktionspreis von 49,99 Euro an.

Das Angebot ist laut Microsoft bei den großen Elektronikmärkten wie Saturn und Media-Markt, Computerfachhändlern sowie bei Onlineshops wie Amazon verfügbar: Der Käufer erhält einen Gutschein, der vom 22. Oktober 2009 an eingelöst werden kann.

Die Anzahl der Gutscheine pro Händler ist begrenzt. Das Angebot gilt, solange der Vorrat reicht oder bis Mitte August.

Es ist nicht möglich, eine unbegrenzte Mengen an Gutscheinen zu erwerben. Bei Amazon ist die Rede von "handelüblichen Mengen". Beim Media-Markt gibt es laut "Computerbild" höchstens drei Gutscheine pro Person.

Ich brauche jetzt einen neuen PC, möchte aber später Windows 7 nutzen

Seit dem 26. Juni bieten viele PC-Hersteller ihre Rechner mit vorinstalliertem Windows Vista sowie einem Gutschein für Windows 7 an, der nach dem Releasetermin im Oktober eingelöst werden kann. Das neue Betriebssystem selbst ist dann gratis, einige PC-Bauer berechnen aber eine Bearbeitungsgebühr. Diese liegt in den meisten Fällen in der Größenordnung von 20 Euro. Microsoft führt eine Liste der teilnehmenden PC-Hersteller.

Die Versionen von Vista und dem späteren Windows 7 müssen einander entsprechen. Das bedeutet: Wer später eine Professional-Version von Windows 7 benötigt, muss jetzt einen PC mit Vista Business ordern, um das Upgrade nutzen zu können. Einfach vom Einsteigermodell Vista Home auf die High-End-Ausgabe Windows 7 Ultimate zu wechseln, wird nicht möglich sein.

Das Angebot ist zunächst befristet bis 31. Januar 2010. Pro Person oder Firma gibt es maximal 25 PCs mit den Upgrade-Gutscheinen. Für Computer, die vor dem 26. Juni gekauft wurden, gilt das Angebot nicht.

Wichtig: Der Kunde muss den Händler ausdrücklich nach der Upgradefunktion für Windows 7 und sich den Kauf schriftlich bestätigen lassen.

Microsoft hat eine umfangreiche FAQ zum konkreten Ablauf des Upgrades zusammengestellt.

Was wird Windows 7 am Verkaufstag kosten?

Offizielle Verkaufstermin für Windows 7 ist weltweit der 22. Oktober. In der EU wird Windows 7 ohne vorinstallierten Browser ausgeliefert. Diese Versionen sind erkennbar an dem Zusatz "E".

Zunächst befristet bis zum 31. Dezember 2009 wird Microsoft Vollversionen von Windows 7 zu Sonderpreisen anbieten. Die danach gültigen Preise sind noch nicht bekannt.

Die Versionen Windows 7 Starter (für Netbooks) und Enterprise (für Unternehmen) werden nicht über den Einzelhandel verkauft.

Die unverbindlichen Preisempfehlungen

  • Windows 7 Home Premium E : 199,99 Euro
  • Windows 7 Professional E: 285,00 Euro
  • Windows 7 Ultimate E: 299,00 Euro

Zum Vergleich die Startpreise von Vista (2007):

  • Vista Home Premium: 299,00 Euro
  • Vista Business: 369,00 Euro
  • Vista Ultimate: 499,00 Euro

Was ist mit der Version für Netbooks?

Neue Netbooks mit Windows XP sind von der Gratis-Upgrade-Aktion ausgenommen. Die für so genannte Netbooks - besonders kleine und günstige Laptops - optimierte Version Windows 7 Starter wird laut Microsoft auch nicht im Einzelhandel verkauft werden. Dieses Betriebssystem soll ausschließlich auf Netbooks vorinstalliert ausgeliefert werden. Was es kosten wird, ist noch nicht bekannt.

Hat Windows 7 nun einen Webbrowser oder nicht?

Microsoft liefert die neue Software in der Europäischen Union zunächst ohne seinen Browser - den Internet Explorer - aus, um im laufenden Wettbewerbsverfahren nicht mit der Europäischen Kommission aneinander zu geraten. Diese Versionen sind mit einem "E" (wie Europa) gekennzeichnet. PC-Hersteller werden sicherlich den Internet Explorer kostenlos auf einem Extra-Datenträger beilegen, sollte der Kunde dies wünschen.

Wer Windows 7 auf einem bestehenden Computer neu installiert, sollte sich vorher den Browser seiner Wahl - seien es Firefox, Opera oder auch der Internet Explorer 8 - auf einem externen Datenträger wie CD, USB-Stick oder Festplatte parat legen. Denn schließlich kommt man mit Windows 7 direkt nach der Installation nicht in Internet, um Programme herunterzuladen.

Stimmt es, dass ich Windows 7 nur als Neuinstallation aufspielen kann?

In der Tat lässt sich die europäische Version von Windows 7 bis auf Weiteres nur "frisch installieren": Die Festplatte wird formatiert, alle vorher gespeicherten Daten gehen dann verloren. Eine Installation über ein bestehendes System, bei dem Programme und Daten erhalten bleiben ist nicht möglich.

Der Grund ist wieder das Kartellverfahren in der EU um den Internet Explorer. Microsoft will auf jeden Fall vermeiden, dass in Europa nach der Installation von Windows 7 ein Internet Explorer vorhanden ist - auch wenn er von einem vorher aufgespielten Vista stammt. Weil Microsoft auf die Schnelle die Installationsroutinen von Windows 7 nicht so umschreiben konnte, dass der Internet Explorer alter Installationen vollständig entfernt würde, sei eine Neuinstallation nötig. Das sagte eine Microsoft-Sprecherin dem "Handelsblatt"

Wichtig: Diese Einschränkung gilt auch für Komplett-PCs mit Upgrade-Option (siehe Frage 2.) Wenn Sie heute einen Computer kaufen und im Oktober den Gutschein für Windows 7 einlösen, werden Sie den Rechner "platt machen" müssen, um Windows 7 zu installieren. Wahrscheinlich werden die Hersteller der Computer Hilfsprogramme für den Umzug von einem Betriebssystem zum anderen beilegen. Ein umfangreiches Datenbackup wird aber unverzichtbar sein.