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Neue Hackerangriffe Nutzerkonten von Twitter geknackt


Das Netz wird angegriffen. Nun ist Twitter Opfer einer Attacke geworden. Der Hackerangriff gleicht den Angriffen gegen US-Medien in den letzten Tagen. Und wieder soll China der Urheber sein.

Wichtige Leitmedien und ein zentraler Social-Media-Anbieter werden ausgespäht, und der Ursprung der Attacken wird in China vermutet. Vor kurzem wurden "New York Times" und das "Wall Street Journal" von Hackern angegriffen, nun ist der Online-Kurznachrichtendienst Twitter Opfer eines Angriffs geworden.

Passwörter und Profilinformationen von rund 250.000 Nutzern seien gestohlen worden, teilte das US-Unternehmen mit. Besorgniserregend ist die hohe Professionalität der Attacke. Die Hacker hätten "extrem ausgefeilte" Technik eingesetzt, und offenbar seien andere Unternehmen und Organisationen "in jüngster Zeit auf ähnliche Weise angegriffen worden", teilte der Twitter-Sicherheitsdirektor Bob Lord in seinem Blog mit. Die Hacker hätten sich Nutzernamen, Email-Adressen, Passwörter und andere Daten verschafft, erklärte Lord. Als Reaktion hat Twitter die Zugangsdaten der betroffenen Nutzerkonten sicherheitshalber ungültig gemacht und die Kontoinhaber per Mail aufgefordert, neue Passwörter anzulegen.

Reihe von ähnlichen Angriffen

Lord vermutet Profis hinter der Tat. "Der Angriff war nicht das Werk von Amateuren", schrieb er in einem Blog. Der Angriff ist kein isolierter Vorfall, sondern vermutlich seien andere Unternehmen und Organisationen zuletzt ähnlich attackiert worden. Auch die großen US-Zeitungen sehen sich im Visier chinesischer Hacker. Selbst die "Washington Post" räumte nun einen mehrere Jahre zurückliegenden Angriff vermutlich aus China ein. Wenige Tage zuvor hatten auch die "New York Times" und das "Wall Street Journal" von Attacken berichtet, hinter denen chinesische Hacker-Gruppen vermutet werden.

Ein nun bekannt gewordener Angriff bei der "Washington Post" ist älteren Datums. Er sei bereits 2011 entdeckt und gestoppt worden, berichtete die Zeitung. Die Eindringlinge seien wohl seit 2008 oder 2009 unbemerkt im Computer-Netzwerk unterwegs gewesen, hieß es unter Berufung auf unterrichtete Personen. Dabei hätten sie wahrscheinlich auch Administrator-Passwörter gestohlen, die ihnen weitreichenden Zugang zu allen Systemen gewährt hätten. Es sei unklar, ob und welche Informationen gestohlen worden seien.

Die "New York Times" und das "Wall Street Journal" hatten jüngst ebenfalls von höchstwahrscheinlich aus China geführten Hacker-Attacken im vergangenen Jahr berichtet. Die "New York Times" entdeckte den Einbruch nach etwa sechs Wochen und ließ die Angreifer rund vier Monate agieren, um sie auszuspähen.

Die Attacken ereigneten sich, als die Zeitungen an Berichten über das Vermögen von Familien führender chinesischer Politiker arbeiteten. Die Behörden in China weisen die seit Jahren andauernden Vorwürfe der Cyberspionage stets zurück.

Die "Washington Post" räumte den Angriff erst ein, nachdem der IT-Sicherheitsexperte Brian Krebs in seinem Blog darüber berichtet hatte. Er behauptete darin auch, dass die Zeitung einen Server zur Auswertung US-Behörden überlassen habe. Eine Sprecherin der Zeitung erklärte, dazu sei es nicht gekommen.

Kra/DPA DPA

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