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Neues BlackBerry Curve - starkes Design und BB OS 7 BlackBerry Curve 9360 - Ein erster Test


Das BlackBerry Curve 9360 von RIM ist wohl das bisher designstärkste und attraktivste Smartphone des kanadischen Konzerns.

Das BlackBerry Curve 9360 von RIM ist wohl das bisher designstärkste und attraktivste Smartphone des kanadischen Konzerns.

Der Ruf nach einem stilvolleren Modell von RIM wurde in der Vergangenheit immer lauter und auch die kommenden BlackBerry-Smartphones Torch 9810 und 9860 können die Ansprüche in Sachen Design nicht wirklich erfüllen. Das Bold 9900, das bereits vorbestellt werden kann, ist zwar in seinem Äußeren sehr ansprechend, spielt allerdings nicht in derselben Liga wie die marktführenden Smartphones.

Das Curve 9360 ist das eindrucksvollste Smartphone innerhalb der neuen Modelle von RIM.

Das Curve 9360 ist lediglich 11 Millimeter dick und bietet das gleiche Keyboard wie die anderen Smartphone-Modelle der Curve-Serie. Das Keyboard ist von hoher Qualität und bietet weit auseinander stehende Tasten. Vor allem für Besitzer des Curve 9300 und 8520, die eine sehr enge Tastenanordnung haben, ist das Curve 9360 einen Umstieg wert. Verglichen mit der Bold-Serie ist das Keyboard des Curve 9360 sehr kompakt. Das Tippen auf der QWERTZ-Tastatur geht durchaus schnell vonstatten, aber das einhändige Tippen fällt trotzdem schwer.

Ebenso wie andere Modelle der Curve-Serie verfügt das 9360 über ein optisches Trackpad. Dieses ist auch notwendig, denn das 9360 bietet im Gegensatz zum Bold 9900 keinen Touchscreen-Bildschirm.

Auf der Rückseite des BlackBerry-Smartphones befindet sich eine 5-Megapixel-Kamera samt LED-Blitzlicht. Videos können in VGA aufgenommen werden, was für ein YouTube-Video aber in jedem Fall ausreichend ist.

Die Kamera und das Blitzlicht sorgen bei den Fotos für die gewohnt hohe BlackBerry-Qualität, die zwar nicht extrem hochklassig, aber für Standardansprüche ausreichend ist.

Die Kamera-Taste befindet sich an der Seite des Smartphones. Mit der Taste kann die Kamera schnell und einfach ausgelöst werden, jedoch eignet sich das Trackpad für Landschaftsaufnahmen besser.

Zwischen den Lautstärketasten hat RIM auf dem 9360 eine Taste integriert, die sich an Anwenderwünsche anpassen lässt. Mit ihr lässt sich beispielsweise der Media Player oder eine der anderen Funktionen starten. Bei vielen wird diese Taste wohl zur Wiedergabe von Musik verwendet werden, denn leider hat RIM beim 9360 auf separate Tasten für die Musikwiedergabe und -steuerung zugunsten der schmalen Maße verzichtet.

Der 2,4-Zoll-Bildschirm des Curve 9360 stellt durch seine HVGA-Auflösung gegenüber den anderen Curve-Modellen durchaus einen Fortschritt dar. Mit 246 dpi bietet er jedoch nicht die beste Detailgenauigkeit, die man derzeit auf dem Markt finden kann. Im Vergleich zu anderen Smartphones dieser Geräteklasse ist der Bildschirm aber einer der besten.

Als Betriebssystem kommt BlackBerry OS 7 zum Einsatz. RIM wollte das mobile OS eigentlich nur auf Smartphones mit Hochleistungs-CPUs anbieten. Die 800 MHz des Curve 9360 sind aber ausreichend und obwohl es noch keine Informationen zum Arbeitsspeicher gibt, ist es sehr unwahrscheinlich, dass das Curve 9360 in diesem Bereich mehr als das Bold 9780 bieten wird.

Mit dem BlackBerry OS 7 können Anwender auf ihrem Home-Screen die App-Symbole in Reihen anordnen oder in unterschiedlichen Anordnungen gruppieren, um benötigte Apps so einfach wie möglich finden zu können. Leider hat man nur die Möglichkeit, sich entweder drei oder gar keine Reihen anzeigen zu lassen.

Eines der am sehnlichsten erwarteten neuen Features des Curve 9360 ist der Webkit-Browser. Dieser soll im Vergleich zu denen älterer Curve-Modelle erheblich verbessert worden sein.

Der Browser ist im Allgemeinen zwar wesentlich besser, aber ist teilweise aber auch sehr langsam. Beim Laden von Seiten wie stern.de fror der Bildschirm ein. Es brauchte eine Weile bis Bilder angezeigt wurden und selbst über WLAN war der Browser nur sehr langsam.

Auf dem Testgerät war allerdings noch nicht die endgültige Version des Browsers installiert. Bis das Smartphone erscheint, könnte sich also noch alles zum Positiven entwickeln.

Die Möglichkeiten zur Kommunikation auf dem BlackBerry sind wie gewohnt hervorragend. Die Integration in BlackBerry OS 7 ist gut umgesetzt worden. Neben der Nutzung von NFC können die Anwender problemlos zwischen dem BlackBerry Messenger, E-Mail und SMS wechseln sowie von einer gelungenen Facebook- und Twitter-Integration profitieren.

Die Kontakte im BB OS 7 bieten nun eine clevere Integration von FourSquare und dem BlackBerry Messenger. Ein beeindruckendes Widget ist der Social Feed des Smartphones. Dieser ist zwar nicht neu, wurde aber an das BlackBerry OS 7 angepasst. Den Anwendern wird der Feed auf jeden Fall gefallen, denn er zeigt alle Neuigkeiten aus Twitter, Facebook, RSS-Feeds und Podcasts innerhalb einer langen Liste an. Die jeweiligen Updates können aber auch individuell in einer separaten Liste betrachtet werden. Es können auch bevorzugte Feeds ausgewählt werden. Eine ähnliche Funktion bietet bereits Samsung mit der Anwendung "Buddies Now" auf dem Galaxy S an. Ein personalisierter Stream ist aufgrund der Update-Flut zahlreicher Netzwerke immer von Vorteil. Das BlackBerry hinkt Android-Smartphones in Sachen Social Networking zwar nach wie vor hinterher, aber RIM hat auf jeden Fall schon die richtige Richtung eingeschlagen.

Auch das Medienangebot ist trotz des gering auflösenden Bildschirms sehr beeindruckend.

Videos werden auf dem Curve 9360 durchaus gut wiedergegeben und schnell geladen. Allerdings ist das Smartphone für Anwender, die regelmäßige Filme-Marathons absolvieren, nicht geeignet. Stattdessen bietet es akzeptable Qualität für YouTube-Inhalte.

Das Durchsuchen der Listen einzelner Songs ging sehr schnell und obwohl die Navigation mit dem optischen Trackpad nicht immer einwandfrei funktioniert hat, konnten gesuchte Lieder leicht aufgefunden werden.

Das Suchfunktion "Universal Search Tool" beim BlackBerry OS 7 ist auch ein sehr gutes Feature und bietet nun zusätzlich eine sprachgesteuerte Suche. Einfache Wörter konnte das Programm problemlos erkennen, bei längeren Wörtern kam es allerdings zu Schwierigkeiten.

Fazit: Entscheidend beim Curve 9360 wird der Preis sein, zu dem bisher jedoch noch nichts bekannt ist. Wäre es beispielsweise mit Vertragsabschluss schon für 20 Euro im Monat zu haben, könnte es für RIM durchaus ein Erfolgsgerät werden.

Durch seine NFC-Funktion bietet das Curve 9360 definitiv moderne Technologie und sein Design könnte Anwender, die der BlackBerry-Plattform eigentlich den Rücken kehren wollten, vom Umdenken überzeugen.

Sorgen bereitet allerdings der schwache Prozessor. Fraglich ist, ob das Curve 9360 noch reibungslos funktioniert, sobald eine Reihe von Apps auf dem Smartphone installiert wurden. Auch das Internet könnte dann noch verlangsamen.

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