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SCHEIBES KOLUMNE: Nur noch Werbespiele?

Welcher Anwender kauft sich eigentlich noch ein Computerspiel? Die werden doch längst alle verschenkt! Fast täglich schlagen neue Werbespiele in den Download-Depots des Internets auf.

Es war einmal das Moorhuhn. Eine Werbeagentur namens Phenomedia erfand das flatternde Geflügel, um dem Spieler bei der Schrotflintenjagd Lust auf Hochprozentiges von Johnnie Walker zu machen. Das Spiel war so erfolgreich, dass die Fans mit aller Macht einen zweiten Teil einforderten. Das Moorhuhn 2 wird seitdem zusammen mit Dutzenden von Sonder-Editionen, Patches und Klonen exklusiv beim Computer Channel zum Download angeboten.

Phenomedia ist seit dem Moorhuhn dick im Geschäft. Sehr zur Freude der Fans, die den Programmierstil des Teams zu schätzen wissen, erscheinen seitdem immer wieder neue Phenomedia-Spiele. Klassiker sind bereits das Langfinger-Epos »Ede Kowalski« und der ungewöhnliche Frogger-Klon »Nanuk«.

Eine echte Überraschung für alle Moorhuhn-Fans war das schräge Phenomedia-Spiel »Poodle eRazor«, das für einen Rasierer von Panasonic wirbt. Hier durfte sich der Spieler als Friseur in einen Hundesalon stellen, um mit flinker Hand störrische Pudel von ihrer Haarpracht zu befreien. Noch ganz frisch ist der StockBlaster, von Phenomedia für die Direkt Anlage Bank programmiert. Wie weiland Dagobert Duck hockt der Spieler hier auf einem Geldsack, um die im Aktienmarkt so verhassten Bären (stehen für Kursverluste) abzuwehren, während die Bullen (Kursgewinne) passieren dürfen. Zusammen mit Ferrero und T-Online entstand jüngst auch das Spiel »Spacys Space-Hockey« . Im schnellen Funspiel tritt der Anwender zu einer Partie Weltraum-Hockey an, die nicht eben leicht zu gewinnen ist.

Doch nicht nur Phenomedia mischt bei den Werbespielen ganz vorne mit. Auch die Agentur Kanai sitzt gut im Sattel. Sie programmierte letztes Jahr für Aral den »BikeFlyter«. Mit der Maus musste der Spieler eine fette Fliege über einen Highway führen, ohne dass dabei sie an den Helmen der entgegenbrausenden Motorradfahrer zermatscht. Inzwischen liegt mit »Aral SuperPlus« ein weiteres Werbespiel für Aral vor. Und was für eines! Endlich wurde die in den Kinderzimmern so beliebte Carrera-Autobahn für den PC simuliert. Anderthalb Minuten lang hat der Rennfahrer Zeit, seinen Boliden so oft wie möglich über den Kleeblatt-Parcours sausen zu lassen. Für die Kidstation im Internet entstand der K-Racer. Kinder steigen in diesem Spiel in die Seifenkiste, um bei einem spannenden Autorennen mitzumachen.

Die Konkurrenz schläft nicht. So konnte der frühe Moorhuhn-Klon »Vampirjagd« schon damals dank seiner knuffigen Grafik und dem guten Gameplay überzeugen. Auch die Fortsetzung »Vampirjagd 2 – NightRace« wirbt wieder für Stella und das Musical »Tanz der Vampire«. Diesmal bleibt allerdings die Schrotflinte stecken, gilt es doch, einen vorwitzigen Vampirjungen im Seat-Auto schnell heim ins Schloss zu fahren, bevor die Sonne aufgeht. Von den gleichen Programmierern stammt auch das Werbespiel »Jaxx SpaceLotto« für einen Lottodienst. Es gilt, im Weltall Meteoriten zu zerstrahlen und dabei Lottokugeln einzusammeln.

Neu im Angebot der Werbespiele ist auch der »Aspirin Protector«. Er zeigt mitten im menschlichen Adergeflecht auf, wie gut es tut, mit Aspirin-Tabletten auf Thrombosen zu schießen.

Eher ungewöhnlich: »Midtown Madness VW«. Dabei handelt es sich um eine für VW adaptierte Spezialversion des Microsoft-Spiels. Mit dem VW Beetle kann der Spieler mitten durch das Zentrum einer amerikanischen Stadt brettern und eine Menge Schaden anrichten.

Derweil die Agenturen noch um die Aufträge der großen Konzerne buhlen, erkennt die Spieleindustrie die Zeichen der Zeit. Wer kauft eben noch teure Computerspiele, wenn es doch die Werbespiele gibt? Vielleicht helfen ja auch hier Werbespiele? BlueByte machte den Anfang und legte das Spiel »Hiebe für Diebe« auf Kiel. Das forderte den Spieler auf, Goldbarren zu bewachen und den angreifenden Wikingern Watschen mit der Maus zu verpassen. Dabei lernte der Anwender gleich die neue Technik von »Siedler IV« kennen – demnächst in Ihrem Fachhandel. JoWood zog mit dem kostenlosen Gimmick »Herr der Pilze« nach, um »Die Völker 2« zu bewerben. Als Dritter im Bunde geht Software 2000 mit dem Freebee »Bundesliga Manager X Elfmeterschießen« an den Start, um die Fußballsimulation zu bewerben.

Kennen Sie weitere Werbespiele? Schreiben Sie uns.

Carsten Scheibe

Kann ich mich auf Geschwindigkeitsanzeige FritzBox verlassen?
Hallo zusammen, erstmal herzlichen Dank für die Leute, die sich Zeit nehmen Fragen zu beantworten oder ihre Erfahrungen mit anderen teilen. Das ist oft hlifreich, wenn man sich nicht so auskennt. Ich hoffe, dass mir jemand weiterhelfen kann. Die Telekom hat hier nach langer und ersehnter Zeit schnelle Leitungen verlegt. Mitarbeiter waren auch zu Besuch da und auch nett:-) Sie wollten ja auch, dass ich von 1und1 wieder zurück wechsel. Das ist für mich in Ordnung und gehört zum Wettbewerb. Da jedoch die Mitarbeiter mir sagten, dass die Telekom für paar Jahre das Vorrecht hätte, könnte ich schnelles Internet nur über Telekom beziehen. Sprich entweder Telekom und schnelles Internet oder langsames Internet. Da habe ich im Internet recherchiert und rausgefunden, dass das so nicht mehr stimmt. Das war der Grund, warum ich dann bei 1und1 DSL100 abgeschlossen habe, da man mir am Telefon gesagt, dass es ohne Probleme möglich wäre. Nun ist es jedoch so, dass wir gar nicht so merken, dass unser Internet schneller ist. Gerade in der oberen Etage kann man nicht ohne Router surfen oder Sky über Internet Fernsehen. Nun meine Frage: Bei der Fritzbox wird es jedoch angezeigt. Kann ich mich drauf verlassen? Oder wie macht ihr eure Messungen? Ich weiss, dass es Software gibt, aber der feste Rechner ist bereits alt und hat einen alten Internet Explorer drauf. Wenn ich mit einem Laptop im Wlan mich reinhänge, wird sicher die Geschwindigkeit sowieso niedriger und nicht verwertbar sein, oder? Vielen Dank für die Antworten.