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Verkaufsstart: Japan im Playstation-Rausch

Nach vielen Verschiebungen ist sie nun endlich da: Sonys neue Videospielkonsole Playstation 3 ist in Japan auf dem Markt. Vor den Geschäften hatten sich viele Stunden vor Öffnung lange Schlangen gebildet.

In Tokio hat die Markteinführung der neuen Spielekonsole von Sony einen wahren Ansturm der Fans ausgelöst. Tausende Menschen standen am frühen Samstagmorgen Schlange vor den Elektronikgeschäften, in denen die PlayStation 3 erstmals verkauft wurde.

"Die Grafik ist Wahnsinn, um Längen besser als bei der PlayStation 2", sagt der 20-jährige Doug Morrison, der sich die Spielkonsole während einer Sony-Messe auf Hawaii schon mal anschauen konnte. Eine Woche nach dem Verkaufsstart in Japan sind die USA dran. Nur in Europa müssen die Videospiel-Freaks wegen Produktonsproblemen bei den Blu-Ray-Laufwerken bis März 2007 warten. Das war bisher die offizielle Information. In einem Interview mit dem offiziellen Playstation-Magazin sorgte allerdings jüngst Phil Harrison, Chef der Sony Worldwide Studios, für Verwirrung, weil er sich weigerte, den Europa-Starttermin zu bestätigen: "Ich möchte dazu keine definitiven Aussagen machen."

Mehrere tausend Interessenten testeten die Konsole vorab auf der "2007 Sony Expo" in Honolulu. Fast alle waren männlich, von kleinen Jungs bis zu bereits ergrauten großen Jungs. Mittelpunkt der Begierde war die schlanke Maschine im schwarzen Kunststoffgehäuse. Das Spielgeschehen werde noch weitaus realistischer auf den Bildschirm gebracht als bisher, sagt der Student Morrison. Alle Bewegungen seien sanft gleitend, es gebe keinerlei Ruckler mehr.

Die PlayStation 3 kostet mit einer 60-Gigabyte-Festplatte voraussichtlich 600 Euro. Zumindest in Japan und den USA gibt es auch eine kleinere Ausführung mit einer 20-Gigabyte-Festplatte, die 500 Dollar kosten soll. Die Nachfrage ist so hoch, dass vorreservierte Geräte bei Ebay für mehr als 1.500 Euro gehandelt werden. Bei Beginn der Vorreservierungen in den USA am 10. Oktober waren die verfügbaren Posten in einigen Geschäften schon nach wenigen Minuten ausverkauft. Für den US-Markt sind nach Angaben des amerikanischen Sony-Managers Kazuo Hirai zum Start 400.000 Konsolen vorgesehen. Weitere 600.000 sollen bis Ende des Jahres nachgeliefert werden. Bis Ende März 2007 will Sony allein in den USA zwei Millionen PlayStation 3 verkaufen.

Engpässe angekündigt

"Leider wird es einige Engpässe geben", sagt Hirai. "Ich bitte da alle um Geduld." Er habe selbst noch keine PlayStation 3 daheim, obwohl sein zwölfjähriger Sohn ständig danach frage. "Das ist nur gerecht für alle."

Kernstück der PlayStation 3 ist ein Cell-Prozessor mit einer Rechenleistung von 2,18 Teraflops (Billionen Fließkommaberechnungen pro Sekunde). Der Grafikprozessor Nvidia RSX beherrscht unter anderem 100 Milliarden Farbberechnungen (Shader-Operationen) je Sekunde. Das Disk-Laufwerk akzeptiert neben CDs und DVDs auch Blu-Ray-Disks mit hochauflösenden Filmen. Für Online-Spiele gibt es eine Ethernet-Verbindung.

Fast alle, die sich die neue Konsole in Honolulu angeschaut haben, wollen sie auch kaufen - selbst unter erschwerten Bedingungen. Der 35-jährige Computeranalyst Dyron Mack, sagt, er werde sie sich kaufen, ohne seiner Frau etwas zu sagen. "Ich komme einfach damit an und lasse sie ausrasten. Dann sage ich: 'Es tut mir leid, ich habe den Kassenzettel verloren.'"

san mit Material von AP/Reuters / Reuters