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Kino-Feeling im Wohnzimmer: Sound-Revolution Dolby Atmos: Alles Gute kommt von oben

3D-Fernseher wollte niemand haben. Nun kommt die dritte Dimension doch noch ins Wohnzimmer, aber anders als gedacht: Dolby Atmos verspricht eine raumfüllende Sound-Revolution. Doch was kann die Technik wirklich - und wie bekomme ich sie in die eigenen vier Wände?

Der Fluchtwagen brettert von links nach rechts, Schüsse schlagen hinter dem Sofa ein, der Bass wummert bis zum Nachbarn - so klingt bis jetzt die typische Soundkulisse eines Hollywoodstreifens. Doch fehlt da nicht etwas? Allerdings. Denn während es vor und hinter einem kracht und scheppert, herrscht von oben: Stille. Doch genau das wird sich demnächst ändern. Mit dem 3D-Format Dolby Atmos wird der Sound nicht nur in der Breite und Tiefe des Raums abgebildet, sondern auch in dessen Höhe. Mit der richtigen Anlage scheint der Helikopter im Film dann förmlich über einem zu schweben. In ausgewählten Kinos gibt es die Technik schon seit Jahren, doch allmählich erobert sie auch die Wohnzimmer. Erschwingliche Lösungen gibt es bereits für 900 Euro.

So funktioniert Dolby Atmos

Damit Regen von oben herabprasselt oder die Baumwipfel über dem eigenen Kopf rascheln, mussten sich Toningenieure einiges einfallen lassen. Bislang arbeiteten sie mit einzelnen Kanälen (2.0, 5.1 etc.). Ein Effekt, etwa eine Explosion, wird dann auf einem bestimmten Lautsprecher wiedergegeben, komplexe Richtungswechsel lassen sich so aber kaum abbilden.

Atmos dagegen funktioniert objektbasiert. Dabei speichern die Toningenieure die Geräusche in einer Art Koordinatensystem - sowohl in der Tiefe als auch in der Höhe. Der große Vorteil: Klangobjekte können flexibel durch den Raum bewegt werden, ohne dass sie an einen bestimmten Kanal gekoppelt sind. Schon die erste Generation von Atmos-Prozessoren unterstützt bis zu 128 Tonspuren.

Das bietet dem Toningenieur enorme Freiheiten, stellt ihn aber auch vor neue Probleme. Denn er muss sicherstellen, dass sich die Klangelemente in dem dreidimensionalen Koordinatensystem nicht gegenseitig in die Quere kommen, ansonsten überlagern sich die Effekte - und es klingt matschig.

Die Krux mit der Decke

Im klassischen Atmos-System befinden sich neben den fünf beziehungsweise sieben Rundum-Boxen und dem Subwoofer zusätzlich noch vier Lautsprecher an der Decke, zwei vor und zwei hinter dem Zuschauer. So sitzt er quasi in einer Klangglocke. Wer nur zwei Decken-Lautsprecher unterbekommt, sollte diese vor dem Zuschauer anbringen, das menschliche Gehör kann Geräusche von vorne besser verarbeiten. Weil die oberen Lautsprecher in der Regel eher zur Atmosphäre beitragen und weder Musik noch Stimmen übertragen, reichen hier kleine Exemplare völlig aus.

Doch sind wir ehrlich: Nur echte Heimkino-Enthusiasten stellen sich rund ums Sofa ein halbes Dutzend Boxen auf und verlegen Strippen quer durchs Wohnzimmer. Und spätestens wenn man anfängt, Lautsprecher an die Decke zu montieren, dürfte der Haussegen in vielen Familien völlig schief hängen. Das weiß auch die Industrie, weshalb sie nun zunehmend auf Atmos-Soundbars setzt. Der große Vorteil: Die Riegel können direkt vor den Fernseher gestellt werden und sind deutlich platzsparender. Und die lästigen Kabel entfallen auch weitgehend.

Der Ton wird mit Atmos-Soundbars über die Decke reflektiert

Der Ton wird mit Atmos-Soundbars über die Decke reflektiert

Samsung setzt auf Atmos-Soundbar

Eine der aktuellsten Atmos-Soundbars ist die HW-K950 von Samsung. Der stern hat das 1100 Euro teure Exemplar getestet. Im Lieferumfang sind neben der knapp ein Meter langen Soundbar (eignet sich am besten für Geräte ab 55 Zoll) ein Subwoofer und zwei etwa Milchpackungs-große Rücklautsprecher enthalten. Der Clou: Sowohl die Bassbox als auch die Rücklautsprecher verbinden sich kabellos mit der Soundbar, sie benötigen lediglich eine Steckdose.

Wir haben weiter oben geschrieben, dass Atmos-Soundbars am besten vor und nicht unter dem Fernseher platziert werden. Das hat einen Grund: Neben den neun Frontlautsprechern sind in dem Soundriegel noch zwei weitere Membranen verbaut, die den Ton schräg nach oben abstrahlen und über die Decke reflektieren. Der Zuschauer nimmt die Geräusche anschließend so wahr, als kämen sie tatsächlich von oben. In den beiden Rück-Boxen gibt es jeweils einen weiteren Deckenlautsprecher.

Samsung heuerte Harman-Experten an

Für die Ingenieure war die Entwicklung der Soundbar enorm kompliziert. "Die größte Herausforderung war es, Schallenergie zur Zimmerdecke zu senden, ohne den Klang zu beeinträchtigen, der den Hörer direkt erreicht", sagt Allen Devantier, Leiter von Samsungs Audio-Forschungslabor in Kalifornien. Er ist seit drei Jahrzehnten im Audio-Business, verbrachte 22 Jahre beim Hifi-Spezialisten Harman.

Die größte Schwierigkeit war es, dass sich die Töne, die eigentlich von oben kommen sollen, nicht mit dem frontalen Sound vermischen. Das schade der Illusion von Höhe und verzerre den Direktschall, so Devantier. Samsung hat deshalb viel experimentiert: "Unsere nach oben gerichteten Lautsprecher fokussieren den Klang nach oben und dämpfen die Töne, die direkt auf den Hörer gerichtet sind, stufenweise ab." Insgesamt habe die Entwicklung der Soundbar ein Jahr gedauert.

Das Ergebnis ist beeindruckend. Bei der HW-K950 schaut man unweigerlich nach oben, wenn das Flugzeug über dem eigenen Kopf hinwegzischt. Und sie kann richtig laut sein, weit mehr als in einem normalen Mietshaus zuzumuten wäre. Zwar macht die Soundbar auch bei "normalen" Tonspuren eine gute Figur, richtig die Muskeln spielen lassen kann sie aber nur bei Atmos-Clips. Diese findet man bislang aber meist nur auf UHD-Blu-rays, man benötigt deshalb auch ein passendes Abspielgerät. Perspektivisch setzen aber auch Netflix, Amazon, Maxdome und Co. mehr auf Atmos. 

Abstimmung

Dolby Atmos bringt 3D-Sound ins Wohnzimmer. Was sagen Sie zu der Technik?

Die Technik ist beeindruckend, aber nicht perfekt

Wer noch warten kann, sollte das tun. Zum einen sinken die Preise für UHD-Blu-ray-Player (derzeit etwa 250 Euro) und die passenden Filme (etwa 25 Euro pro Stück) beständig. Zum anderen ist die Technik noch nicht frei von Kinderkrankheiten: So bequem wie die kabellose Verknüpfung der Komponenten mit der Soundbar auch ist, sitzt man direkt neben den Rücklautsprechern, vernimmt man ein deutlich zu hörendes Rauschen. Laut Samsung betrifft dieses Problem aber nur die erste Generation der Soundbar, neue Geräte sollen das Rauschen nicht mehr aufweisen. Betroffene können die Rücklautsprecher kostenlos bei Samsung umtauschen.

Zudem kommt es stark auf das eigene Wohnzimmer an, wie gut der Sound wirklich ist: Hat man sehr hohe Decken, keinen symmetrischen Aufbau oder schwere Stoffvorhänge, kann die Soundbar den Klang nicht perfekt entfalten. Das Problem haben aber alle Hersteller. Lösen lässt es sich nur, indem man wieder einzelne Lautsprecher aufstellt, ausrichtet - und Strippen legt.

Das Nonplusultra der All-in-One-Lösungen scheint derzeit Yamahas Soundprojektor YSP-5600 zu sein. Der beherrscht nicht nur Dolby Atmos, sondern auch DTS:X, insgesamt feuert er aus 46(!) Lautsprechern, sechs davon sind für die Decke vorgesehen. Mit knapp 1700 Euro ist das Set aber noch einmal deutlich teurer. Doch fest steht: In diesem Jahr dürfte das Angebot an bezahlbaren Atmos-Soundbars weiter wachsen. Erste Hersteller haben die magische 1000-Euro-Marke bereits unterschritten. 

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