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Big Brother Awards 2012: "Oscars" für die Datenkraken

Wer sind die größten Datenschnüffler? Zum zwölften Mal wurden besonders eifrige Datensammler mit dem Big Brother Award ausgezeichnet. Neben Innenminister Friedrich traf es diesmal auch Bofrost und Brita.

Von Christoph Fröhlich

Sie schnüffeln, sie spionieren, sie sammeln: Immer wieder setzen sich Behörden und Konzerne über geltende Datenschutzbestimmungen hinweg und speichern private Informationen von Kunden und Bürgern. Der gemeinnützige Verein FoeBud macht es sich seit Jahren zur Aufgabe, auf diese Missstände hinzuweisen. Wer besonders dreist vorgeht, bekommt den Big Brother Award verliehen. Der Name stammt aus George Orwells Buch "1984", dass die Vision eines totalitären Überwachungsstaats beschreibt.

Handyüberwachung und Cyber-Abwehrzentrum

Als besonders dreist empfand der Verein das Vorgehen des sächsischen Innenministers Markus Ulbig (CDU) - prompt wurde er für die umstrittene Funkzellenauswertung in der Kategorie "Behörden und Verwaltung" ausgezeichnet. Nachdem am 19. Februar 2011 in Dresden rund 20.000 Menschen gegen einen Nazi-Aufmarsch demonstrierten, forderten das Landeskriminalamt und die Dresdener Polizei die Verbindungsdaten für 28 Funkzellen an. Am Ende wurden rund eine Million Datensätze zu inzwischen mehr als 55.000 identifizierten Anschlussinhabern gesammelt. Bis heute bezeichnet Ulbig den Einsatz als rechtmäßig.

Der Preis in der Kategorie "Politik" geht in diesem Jahr an Bundesinnenminister Hans Peter Friedrich (CSU) für die Einrichtung des Cyber-Abwehrzentrums. Die Begründung des Vereins: Das Abwehrzentrum sei ohne Legitimation des Bundestags entstanden, zudem würde eine gemeinsame, zentrale Verbunddatei Polizei, Geheimdienste und teilweise das Militär auf problematische Weise verzahnen. Laut der Verfassung müssten Sicherheitsbehörden strikt voneinander getrennt arbeiten.

Schnüffelnde Arbeitgeber

Die heimliche Videoüberwachung von Lidl-Personal, die Bespitzelung der Novartis-Mitarbeiter oder die umstrittenen Bluttests bei Daimler-Bewerbern: Der Big Brother Award in der Kategorie "Arbeitswelt" prangerte in den vergangenen Jahren zahlreiche Missstände in Konzernen und Unternehmen an. In diesem Jahr geht der Preis an den Tiefkühlkostvertreiber Bofrost. Das Unternehmen hatte Dateien auf dem Rechner eines Betriebsrats gefunden und die Informationen dazu verwendet, einen Mitarbeiter zu entlassen. Das Arbeitsgericht erklärte dieses Vorgehen bereits für unzulässig. Mittlerweile wurde die Kündigung wieder aufgehoben. Auf einem anderen Computer wurde ohne Zustimmung des Betriebsrats die Fernbedienungssoftware Ultra VNC installiert. Erst nach einem Gerichtsvergleich wurde zugestimmt, dies in Zukunft zu unterlassen.

Wasser gegen Daten

Die Firma Brita hat mit ihren kostenpflichtigen Wasserspendern in Schulen, die unter dem Namen "Schoolwater" vermarktet werden, den Zorn der Datenschützer auf sich gerufen. Denn die Geräte geben nur dann Wasser ab, wenn es mit einer Flasche abgezapft wird, die mit einem RFID-Funkchip verwanzt ist. "Dieses Wasserflaschen-System zeigt in besonders eklatanter Weise den Versuch, Übertechnisierung, Überwachung und Bevormundung schon im frühen Kindesalter zu etablieren", heißt es in der Erklärung des Vereins.

Datenhortende Elfen

Was für ein Rechner habe ich? Wie viele Stunden Spielzeit habe ich schon in "World of Warcraft" investiert? Wer sind meine Freunde? Die Videospielfirma "Blizzard Entertainment" kann all diese Fragen über jeden einzelnen Kunden beantworten. Immer wieder werden die Methoden zum Datensammeln in den Nutzungsbedingungen laut dem Verein FoeBud ausgeweitet. Aus den gesammelten Daten lassen sich Persönlichkeitsprofile und Charakterstudien erstellen. "Viele Informationen über die Spieler und Spiel-Charaktere sind im Netz von jedermann öffentlich einsehbar", heißt es in der Begründung. Deshalb geht der Anti-Preis in der Kategorie "Verbraucherschutz" an "Blizzard Entertainment".

Über den Big Brother Award

Die Big Brother Awards wurden 1998 in England ins Leben gerufen. Seit 1999 gibt es sie auch in USA/Kanada und Österreich, 2000 war die Premiere in Deutschland, Frankreich und der Schweiz.

In der Jury sitzen unter anderem Frank Rosengart vom "Chaos Computer Club", Sönke Hilbrans von der "Deutschen Vereinigung für Datenschutz" und Rechtsanwalt Dr. Rolf Gössner von der "Internationalen Liga für Menschenrechte".

Kann ich mich auf Geschwindigkeitsanzeige FritzBox verlassen?
Hallo zusammen, erstmal herzlichen Dank für die Leute, die sich Zeit nehmen Fragen zu beantworten oder ihre Erfahrungen mit anderen teilen. Das ist oft hlifreich, wenn man sich nicht so auskennt. Ich hoffe, dass mir jemand weiterhelfen kann. Die Telekom hat hier nach langer und ersehnter Zeit schnelle Leitungen verlegt. Mitarbeiter waren auch zu Besuch da und auch nett:-) Sie wollten ja auch, dass ich von 1und1 wieder zurück wechsel. Das ist für mich in Ordnung und gehört zum Wettbewerb. Da jedoch die Mitarbeiter mir sagten, dass die Telekom für paar Jahre das Vorrecht hätte, könnte ich schnelles Internet nur über Telekom beziehen. Sprich entweder Telekom und schnelles Internet oder langsames Internet. Da habe ich im Internet recherchiert und rausgefunden, dass das so nicht mehr stimmt. Das war der Grund, warum ich dann bei 1und1 DSL100 abgeschlossen habe, da man mir am Telefon gesagt, dass es ohne Probleme möglich wäre. Nun ist es jedoch so, dass wir gar nicht so merken, dass unser Internet schneller ist. Gerade in der oberen Etage kann man nicht ohne Router surfen oder Sky über Internet Fernsehen. Nun meine Frage: Bei der Fritzbox wird es jedoch angezeigt. Kann ich mich drauf verlassen? Oder wie macht ihr eure Messungen? Ich weiss, dass es Software gibt, aber der feste Rechner ist bereits alt und hat einen alten Internet Explorer drauf. Wenn ich mit einem Laptop im Wlan mich reinhänge, wird sicher die Geschwindigkeit sowieso niedriger und nicht verwertbar sein, oder? Vielen Dank für die Antworten.