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Nach irrem Hype: Die Bitcoin-Blase platzt - und das ist der Grund

Nach langem Hype scheint die Bitcoin-Blase in sich zusammenzufallen. Auch andere Krypto-Währungen stürzen ab. Der Grund liegt in den Währungen selbst.

Die Luft ist raus. In der letzten Woche fiel der Bitcoin zuerst von 12.000 auf knapp über 10.000 Euro, dann ging es noch weiter nach unten. Heute stabilisierte er sich unter 8000 Euro. Das ist nicht mal mehr die Hälfte des Hochs von 17.000 Euro im Dezember. Auch andere Währungen wie Ether purzeln stark. Viele Investoren dürften viel Geld verloren haben. Die Blase mag nicht mit Wucht geplatzt sein, hat aber ein gigantisches Loch bekommen. Und angepiekst wurde sie wohl von China, Südkorea und Japan. 

Nutzer aus den drei asiatischen Ländern hatten den aktuellen Hype zwar nicht alleine verursacht, ihn mit begeisterten Käufen aber noch einmal mächtig angefacht, stellten Experten schon in November fest. Die Regierungen waren allerdings deutlich weniger enthusiastisch. Der Handel mit den Krypto-Währungen sei zu unreguliert, erklärte der südkoreanische Finanzminister Kim Dong-yeon, das wolle seine Regierung ändern.


Bitcoin scheitert an seinen Ansprüchen

Auch China plant Einschränkungen. Dort stört man sich vor allem an der Anonymität der Währungen, die Regimegegnern und Geldwäschern in die Hände spielt. Zudem sorgt das sogenannte "Mining" der digitalen Zahlungsmittel für Ärger. Um neue Bitcoin oder Ether zu schaffen, müssen Computer komplizierte Rechnungen lösen. Wegen der enormen Belastungen des Stromnetzes will China das Mining nun verbieten. Andere Staaten könnten folgen.

Dass die Ankündigungen nun für Ärger sorgen, liegt aber auch an Bitcoin selbst, ist sich Derek Thompson von "The Atlantic" sicher. Die Währung wollte eigentlich unabhängig von staatlichem Einfluss sein. Daher sollte sie frei gehandelt werden, anders als durch Zentralbanken regulierte Währungen dezentral funktionieren und so keine einzelnen Versagenspunkte bieten. Doch sie kann keines dieser Versprechen halten.

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Falsche Freiheit

Zum einen wird Bitcoin nicht wirklich frei gehandelt. Ein großer Teil des existierenden Bitcoin-Vermögens liegt bei sehr wenigen Nutzern, 40 Prozent der Währung werden von weniger als 1000 Nutzern gehalten, berichtet Bloomberg. Weil die Kurse auf Bewegungen reagieren, reicht ein einzelner großer Verkauf in einem solch engen Markt, um zu einem allgemeinen Preissturz zu führen. Andererseits schaffte es ein einzelner Betrüger, den Preis durch gezielte Manipulation zu verachtfachen.

Dass der Handel am Ende nur auf einigen, wenigen Börsen stattfindet, hilft der Situation nicht. Zum einen, weil die Marktplätze ausfallen können. Sei es durch Zahlungsunfähigkeit wie bei Mt. Gox oder schlicht durch technische Probleme. Zum anderen, weil die Währungen durch die Konzentration auf wenige Märkte doch anfällig für staatliche Eingriffe werden. China und Korea hatten schlicht gedroht, die lokalen Handelsplätze zu schließen - und so die dortigen Händler zum Verkauf getrieben.

Zuletzt bleibt das Problem des Vertrauens. Während eine Zentralbank durch Regulierung für eine weitgehend stabile Währung sorgen kann, haben Krypto-Währungen diese Möglichkeit nicht. Wollen viele Händler gleichzeitig aussteigen - etwa, weil ihr Handelsplatz geschlossen wird - sinken die Preise weltweit. Und die Blase sackt in sich zusammen.

Und jetzt?

Wie es mit Bitcoin - und anderen betroffenen Krypto-Währungen - weitergeht, wird sich zeigen müssen. Da die meisten anderen Digital-Währungen mit denselben Problemen kämpfen, scheint es unwahrscheinlich, dass sich der Hype um Bitcoin einfach mit einer anderen Währung wiederholt. Gut möglich, dass sich der Markt nur gesundschrumpft und sich zu einem niedrigeren Preis endgültig einpendelt. Das wäre durchaus wünschenswert. Als Zahlungsmittel lässt sich Bitcoin in der aktuellen Lage nämlich ohnehin nicht mehr nutzen. Warum, erfahren Sie hier.

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