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Android muss draußen bleiben Clubhouse: Alles, was Sie zur neuen Hype-App wissen müssen

Clubhouse ist die App der Stunde
Clubhouse ist die App der Stunde
© Montage stern / Getty Images
Clubhouse ist die App der Stunde. Stars und Influencer trommeln derzeit für das exklusive Audio-Netzwerk. Wir erklären, was Sie darüber wissen müssen.

Was ist Clubhouse?

Clubhouse ist eine Social-Audio-App. Anders als in bekannten Netzwerken gibt es keine Fotos, Bewegtbilder, Kommentare oder Likes. Stattdessen gibt es virtuelle Räume, in denen sich Menschen miteinander austauschen können. Als User kann man mit wenigen Klicks einen Raum zu jedem beliebigen Thema eröffnen, die Follower werden dann darüber informiert und können sich bei Bedarf dazuschalten. Dort lauschen sie entweder passiv dem Gespräch oder beteiligen sich auf Wunsch auch aktiv an der Diskussion. Im Grunde ist es ein Mix aus Live-Podcast und Konferenz. In einem Kanal können Tausende Zuhörer einem Redner lauschen. In den USA steht die App bereits seit Längerem zum Download bereit, nun erlebt sie in Deutschland einen Boom.

Warum ist Clubhouse derzeit so populär?

Dafür gibt es mehrere Gründe. Zum einen ist es die Exklusivität. Die App gibt es derzeit nur für das iPhone, und auch dort herrscht künstliche Verknappung. So kann man sich nicht direkt anmelden, sondern muss entweder von bestehenden Nutzer*innen eingeladen werden oder sich auf eine Warteliste setzen lassen. Mit etwas Glück sind bereits Freunde und Bekannte in dem Netzwerk, diese können einen dann an der virtuellen Schlange vorbeischleusen. Ein Hauch von Berghain auf dem Smartphone. Dass viele sich das Netzwerk überhaupt anschauen wollen, liegt an zahlreichen Stars und Influencern, die ihre Anmeldungen öffentlichkeitswirksam teilten. So trommelten etwa Moderatorin Oprah Winfrey, Sänger Drake und Model Paris Hilton für die App. Hierzulande gehören Joko Winterscheidt, Influencerin Caro Daur und Spitzenpolitiker Christian Lindner und zu den bekanntesten Namen.

Gibt es das wirklich nur für das iPhone?

Bisher ja. Das liegt allerdings nicht an der künstlichen Verknappung, erklärten die Gründer am Sonntag, sondern an den geringen Kapazitäten. Das Team bestehe derzeit lediglich aus neun Leuten, die App laufe noch in einer Testphase. Perspektivisch soll die App selbstverständlich auch für Android-Smartphones bereitstehen.

Und das ist erfolgreich?

Und wie. Genaue Nutzerdaten hat das junge Unternehmen noch nicht bekanntgegeben. Doch die App wurde bereits auf 100 Millionen US-Dollar bewertet, als gerade einmal 1500 User angemeldet waren.

Warum beginnt der Hype gerade jetzt?

Dass die App in Deutschland durch die Decke geht, dürfte auch am Podcast "Doppelgänger Tech Talk" liegen. Dort wurde Clubhouse vorgestellt und eine Telegram-Gruppe gegründet, über die Clubhouse-Nutzer ihre Einladungen an Interessierte weitergeben konnten. Da jeder User zwei Einladungen hat, entstand ein Schneeballeffekt - und die Welle rollte los.

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Wer steckt hinter Clubhouse?

Die beiden Köpfe hinter Clubhouse sind Paul Davison und Rohan Seth, die ihre Alpha Exploration Co. im Silicon Valley angesiedelt haben. Zu den Risikokapitalgebern des Unternehmens gehört Andreessen Horowitz, der bereits Facebook und Instagram unterstützte

Soll Clubhouse bald für alle geöffnet werden?

Zukünftig ist das der Plan, erklärten die beiden Gründer in einem Statement. Einen genauen Zeitpunkt nannten die beiden jedoch nicht. Derzeit wolle man erst einmal die tatsächliche Nutzung und Wünsche der User verstehen. Zudem müsse die Infrastruktur permanent erweitert werden.

Gibt es auch Kritik an Clubhouse?

Wie bei jedem sozialen Netzwerk besteht auch hier die Möglichkeit von Hatespeech und Belästigungen. Vereinzelt soll es bereits zu solchen Fällen gekommen sein. Durch sehr strengen Community-Richtlinien versuchen die Betreiber, das Problem einzudämmen. So kann im Ernstfall nicht nur die Person gesperrt werden, sondern auch jene, welche diese zu dem Netzwerken eingeladen hat. Da keine Aufnahmen zugelassen sind, ist der Nachweis eines Regelverstoßes jedoch nicht so einfach.

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