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Computerviren: Würmer locken mit Sex, Gewalt und Fußball

Die Autoren von Computerviren versuchen, sich das grassierende Fußballfieber zunutze zu machen. Aktuelle Schädlinge legen nackte Fans und brutale Hooligans als Köder aus.

Die allgemeine Fußballbegeisterung zur WM nutzen zunehmend auch Programmierer von Internetschädlingen aus. Auf verschiedende Arten wird versucht, die Würmer "Sixem.A" und "Soccer.A" unters Volk zu bringen.

Die elektronische Post verspricht ihren Empfängern Nacktbilder von Fußballspielern und -fans. Tatsächlich verberge sich im Dateianhang der E-Mail jedoch der Wurm "Sixem-A", teilt Sophos in Mainz mit.

Beim Öffnen der Datei installiere sich der Schädling auf dem Rechner, versuche Sicherheitssoftware zu deaktivieren und versende sich selbstständig an die gespeicherten E-Mail-Adressen. In der Betreffzeile infizierter E-Mails steht den Angaben zufolge häufig "Naked World Cup Game" oder "Crazy soccer fans". Die Sicherheitsexperten raten bei entsprechender elektronischer Post zur Vorsicht.

Gewalt statt Sex

Mit makabren E-Mails anlässlich der Fußball-WM versuchen Unbekannte, den Computer-Wurm Soccer.A zu verbreiten. Seit kurzem sind englischsprachige Mails im Umlauf, in denen von gefährlichen Hooligans die Rede ist, die angeblich mehrere Jugendliche getötet haben sollen, wie die IT-Sicherheitsfirma Avira mitteilte. Der Empfänger werde aufgefordert, entsprechende Fotos zum angeblichen Tathergang zu begutachten und eventuell zur Aufklärung beizutragen. Nach Avira-Informationen sind die Mitteilungen frei erfunden. Sie tauchen den Angaben zufolge häufig mit den Absenderadressen hotnews(at)cnn.com oder todaynews(at)cnn.com auf. Sobald ein Empfänger die vermeintlichen Fotos anklicke, aktiviere sich der Wurm und lade weitere Schadprogramme auf den Rechner. Zudem würden auch Sicherheitsanwendungen oder System-Funktionen der gängigen Windows-Systeme deaktiviert. "Wir haben fest damit gerechnet, dass während der WM ein Angriff erfolgt, und deshalb ist unser Virenlabor in erhöhter Bereitschaft", erklärte Antivir-Sicherheitsexperte Gernot Hacker.

Vor Wochen erste Versuche

Bereits im Mai hatte das Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) in Bonn vor E-Mails mit WM-Bezug gewarnt, in deren Dateianhang ein Trojaner versteckt ist. Installiert sich das Spionageprogramm auf dem Rechner, können unbemerkt Zugangsdaten zum Beispiel für das Online-Banking ausgespäht oder die Rechner für Spam-Attacken ferngesteuert werden.

Anwender sollten laut dem BSI insbesondere bei E-Mails, die von unbekannten Absendern stammen, kritisch sein und trotz WM-Begeisterung grundlegende Sicherheitsvorkehrungen nicht vernachlässigen. Hacker nutzten Großereignisse wie die Fußball-WM, um Viren und andere "Malware" zu verbreiten. Die versteckten Schadprogramme sind laut BSI meist einer E-Mail mit verlockender Betreffzeile angehängt - im Fall des Trojaners war das Schadprogramm als vermeintlicher WM-Spielplan getarnt.

Wachsender Softwaremarkt

Der Markt für Antiviren-Software ist 2005 mit einem Umsatz von vier Milliarden Dollar um 13,6 Prozent gewachsen. Es gebe klare Anzeichen dafür, dass sich Antiviren-Schutz unter den Konsumenten immer mehr durchsetzt, sagte Gartner-Analystin Nicole Latimer-Livingston. Den Umsatz macht die Branche mit 51,5 und 48,5 Prozent etwa zu gleichen Teilen mit Geschäftskunden und Verbrauchern.

Mit einem Marktanteil von zusammen 86 Prozent teilen sich die großen drei Hersteller Symantec, McAfee und Trend Micro den Großteil des Marktes. An erster Stelle rangiert weiterhin Symantec (54,2 Prozent Marktanteil), gefolgt von McAfee (13,1 Prozent) und Trend Micro (9,1 Prozent).

DPA/AP / AP / DPA
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