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Internet-Piraterie: "Operation Fastlink" - Schlag gegen Raubkopierer

In der weltweit größten Aktion gegen Organisationen, die in Internetpiraterie verwickelt sind, wurden 65.000 Raubkopien und 200 Computer beschlagnahmt. Ermittlungen laufen auch in Deutschland.

Internationale Strafverfolgungsbehörden haben den bislang größten Schlag gegen Online-Piraterie gestartet. Bei der Operation "Fastlink" handele sich um das "weit reichendste und aggressivste Vorgehen" gegen Organisationen, die in Piraterie über das Internet verwickelt sind, teilte US-Justizminister John Ashcroft in Washington mit. In Deutschland hätten Ermittlungen gegen vier Verdächtige zu Durchsuchungen in Gelsenkirchen, Hannover, München und Würzburg geführt, bestätigte das Bundeskriminalamt (BKA) in Wiesbaden.

In der seit Mittwoch andauernden weltweiten Aktion wurden nach Angaben des Software-Verbands BSA Software-, Spiele-, Musik- und Film-Raubkopien im Wert von etwa 50 Millionen Euro gefunden. "Internetpiraten gefährden den europäischen Wirtschaftsstandort und schaden Verbrauchern und der Softwareindustrie gleichermaßen", sagte Beth Scott, Vizepräsident der europäischen Sektion des Verbands. Zu den Hauptzielen der Ermittlungen gehörten Piraten-Ringe, die unter den Namen "Fairlight", "Kalisto" und "Echelon" bekannt sind und als Hauptquelle für die meisten raubkopierten Güter im Internet gelten.

Elf Länder sind an den Untersuchungen beteiligt

Bereits 100 Personen seien im Zuge der weltweiten Aktion ins Fadenkreuz der Ermittlung geraten, darunter möglicherweise Führer oder hochrangige Mitglieder international operierender Organisationen. Mehr als 200 Computer wurden beschlagnahmt. Allein auf einem in den USA betriebenem Server sollen die Ermittler insgesamt 65 000 Raubkopien sicher gestellt haben. "Der Diebstahl geistigen Eigentums ist ein globales Problem, das die Wirtschaft weltweit schädigt. Um effektiv zu sein, müssen wir auch global reagieren", sagte Ashcroft.

An den Untersuchungen sind elf Länder beteiligt, neben den USA, Deutschland und Frankreich auch Belgien, Dänemark, Ungarn, Israel, die Niederlande, Singapur und Schweden sowie Großbritannien und Nord- Irland. Die andauernden Aktionen werden neben dem Softwareverband Business Software Alliance (BSA) auch von den Verbänden der amerikanischen Musik- und der Filmindustrie (RIAA und MPAA) unterstützt.

DPA / DPA