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Präsidententochter Ivanka Trump spricht über die Zukunft der Arbeit – und erfindet Xing und das Zeugnis

Auf der CES sprach Ivanka Trump über die Zukunft der Arbeit
Auf der CES sprach Ivanka Trump über die Zukunft der Arbeit
© Damairs Carter/MPI/ / Picture Alliance
Dass Ivanka Trump bei der Technikmesse CES auftreten sollte, sorgte für Schlagzeilen. Auf der Bühne sprach sie über die Möglichkeiten, mehr Jobs zu schaffen und hatte überraschende Vorschläge.

Ivanka Trump und Jobs in der Technologie-Branche – das passt nicht so recht zusammen. Entsprechend negativ fiel das Echo aus, als die Tochter des US-Präsidenten als Sprecherin auf der aktuell stattfindenden Technik-Messe CES angekündigt wurde. Doch Trump, die ihrem Vater als Beraterin zur Seite steht, hatte tatsächlich etwas zum Thema zu sagen. Ihre Ideen dürften vielen aber bekannt vorkommen.

So hatte Trump einen Gedankenblitz, wie Unternehmen bei der Bewerbung Arbeit abgenommen werden könnte: "Warum gibt es keine Möglichkeit, seinen Schulabschluss verifiziert bei sich zu haben? So ließe sich verhindern, dass Arbeitgeber bei der Schule anrufen müssen, um zu fragen, ob man diese tatsächlich besucht hat. Das wäre verifiziert." Trumps Idee bezog sich zwar auf eine digitale Variante. Dass man aber auch in den USA ein beglaubigtes Papier-Zeugnis mit zum Bewerbungsgespräch bringen kann, scheint sie verdrängt zu haben.

Neuerfindung Job-Netzwerk

Auch die zweite große Idee dürften die meisten Arbeitnehmer schon mal gehört haben. So sollen die Arbeitssuchenden eine Möglichkeit bekommen, ihre Qualifikationen digital zu listen - und passende Job-Angebote zu bekommen. "Wäre es nicht großartig, wenn Jobs in der Umgebung, die zu den eigenen Fähigkeiten passen, per Push auf dem Handy landen würden? Das ist nicht schwer umzusetzen – es hat bloß noch keiner getan." Das würden das Business-Netzwerk Xing und das US-Äquivalent Linked.In vermutlich anders sehen.

Eine Idee klingt aber tatsächlich spannend: Trump schlägt vor, dass gelernte Fähigkeiten wie Lebensrettungstraining als Rettungsschwimmer ähnlich wie Gesundheitsdaten in einer zentralen Akte gesammelt werden, auf die man als Arbeitnehmer zugreifen kann. "All das müsste katalogisiert und gesammelt werden, um so das Individuum zu stärken, statt in den Personalabteilungen der einzelnen Unternehmen herumzugammeln." Wie das "Resümee der Zukunft" vor möglichem Missbrauch der Daten oder Manipulation geschützt werden, verriet Trump aber nicht.

Auch für die große Herausforderung durch die Automatisierung hat sie wenige Antworten. Zwar äußert sie Unverständnis, dass sich Firmen über Fachkräftemangel beschweren, gleichzeitig aber geringqualifizierte Jobs abbauen. Eine andere Lösung als Umschulungen hat sie aber nicht. An die müsse man sich aber gewöhnen. "Es wird normal werden, mehrfach im Leben neue Fähigkeiten lernen zu müssen."

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Als Sprecherin zum Job der Zukunft war Trump nicht zu Unrecht umstritten. Sie hat keine Erfahrung in der Tech-Branche, verbrachte weniger als ein Jahr als Angestellte in der freien Wirtschaft: Seit 2005 arbeitet sie im Unternehmen ihres Vaters, betreibt nebenbei eigene Schmuck- und Modefirmen. Und auch auf der Bühne war sie klar die Botschafterin ihres Vaters. Ein guter Teil des Gesprächs mit dem CES-Chef Gary Shapiro nahm der Lob für die "großartige" Wirtschaftspolitik der Trump-Regierung ein.

mma

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