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Porno-Plattform 34 Frauen verklagen Pornhub-Betreibende wegen Videos von sexueller Gewalt

Das orangefarbene Logo von Pornhub auf einem schwarzen Hintergrund, von der Seite fotografiert
Die Klägerinnen fordern von der Pornhub-Mutterfirma Mindgeek Schadenersatz und einen besseren Schutz 
© Christoph Hardt/Geisler-Fotopress / Picture Alliance
Die Klägerinnen behaupten, Pornhub mache Geld mit Videos von ihren Vergewaltigungen. Die Mutterfirma Mindgeek sei ein "klassisch kriminelles Unternehmen" und verdiene sogar an Filmen von sexueller Gewalt gegen Kinder. 

"Es geht hier um Vergewaltigung, nicht um Pornographie", heißt es in einer US-Klage gegen die pornografische Plattform Pornhub und seine Mutterfirma Mindgeek. 34 Frauen hatten die Zivilklage am Donnerstag durch ihren Anwalt in Kalifornien eingereicht. Sie alle werfen der Plattform vor, Videos von Vergewaltigungen oder anderen Formen der sexuellen Gewalt gegen sie veröffentlicht und zu Geld gemacht zu haben. 

Das von ihr gepostete Video habe ihr Leben ruiniert, sagte demnach eine anonyme Klägerin. Von den 34 Frauen tritt derzeit nur eine mit ihrem Klarnamen auf. Serena Fleites sagt, sie sei bereits 2014 dahinter gekommen, dass ein "sexuell eindeutiges Nacktvideo" ohne ihre Zustimmung auf Pornhub gelandet sei. Ihr Freund hätte sie zu dem Clip gedrängt, als sie erst 13 war. Pornhub habe ihn erst entfernt, nachdem sie sich als ihre Mutter ausgegeben habe. Seither sei er von unterschiedlichen Personen aber immer wieder hochgeladen worden. 

Insgesamt sagten 14 der 34 Klägerinnen, sie seien wie Fleites in den auf Pornhub zu sehenden Videos minderjährig gewesen. Alle gemeinsam unterstellen die Frauen Mindgeek und seinen mehr als 100 pornografischen Tochterfirmen, finanziell von Videos mit sexueller Gewalt, expliziten Vergewaltigungen und sogar sexueller Gewalt gegen Minderjährige und Kinder zu profitieren – und das im großen Stil. 

Pornhub bezeichnet die Vorwürfe als "absurd"

In der Klage, die der Nachrichtenagentur AFP vorliegt, heißt es, Mindgeek sei ein "klassisches kriminelles Unternehmen". Pornhub sei vermutlich "das größte nicht behördliche Lager von Kinderpornografie in Nordamerika und weit darüber hinaus". Die Firmenstruktur sei so eingerichtet worden, dass nicht-einvernehmliche sexuelle Handlungen und Bilder davon dem Unternehmen zu Geld verhelfen würden. Zu Mindgeek gehören neben Pornhub auch Youporn und Redtube. Insgesamt sollen die Plattformen rund 3,5 Milliarden Aufrufe im Monat haben. 

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Die Betreibenden von Pornhub dementierten die Vorwürfe in einem Statement und beschrieben diese darin als "absurd". Viele der Inhalte auf der Seite werden von Usern und Userinnen aus der Community selbst hochgeladen. Allerdings, so Pornhub, würde das Material vor der Veröffentlichung von menschlichen Moderierenden überprüft werden. Vorwürfe wie jene der Klägerinnen nehme das Unternehmen aber sehr ernst.

Behauptungen gegen Pornhub sind nicht neu

Immer wieder gibt es Vorwürfe gegen Porno-Plattformen im Internet, denen zufolge die Identität und das Alter der Personen in den Videos oder auf den Bildern beim Upload nicht überprüft werde.

Erst im vergangenen Dezember hatte die "New York Times" nach einer investigativen Recherche entsprechende Vorwürfe erhoben. Demnach sei Pornhub "verseucht" mit Material, das Vergewaltigungen von Erwachsenen und sogar Kindern zeige. Die Plattformbetreibenden dementierten und kündigten eine Überarbeitung der Sicherheitsstandards an.  

Die 34 Klägerinnen in dem aktuellen Fall fordern von der Pornhub-Mutter Mindgeek neben einem besseren Schutz nun auch Schadenersatz. Es sei an der Zeit, dass Firmen und Einzelpersonen zur Verantwortung gezogen werden, wenn sie von nicht-einvernehmlichen und illegalen Inhalten profitiert hätten.

"Ich ziehe bei der Klage mit, weil ich Gerechtigkeit für mich selbst suche", so eine der Frauen. "Und für die zahlreichen Opfer, die sich nicht äußern."  

Quellen: BBC / CNN / mit AFP

reb

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