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Unpacked Event: Galaxy S20 und Z Flip vorgestellt: Samsungs große Wette auf die Zukunft

Leistungsstark, edel und zum Klappen: Mit dem Galaxy S20 und seinem neuen Galaxy Z Flip zeigt Samsung die neuen Spitzenmodelle. Die Koreaner setzen dabei voll auf Zukunftstechnologie - und könnten so der erste Stresstest für das 5G-Netz werden.

Video: Nächster Anlauf für Samsungs Falt-Handys

Es hat seine Tradition: Mitte Februar, wenige Wochen vor dem Mobile World Congress, stellt Samsung seine Spitzenmodelle für das neue Jahr vor. Dieses Jahr hatte man beim Galaxy Unpacked genannten Event gleich vier neue Smartphones im Gepäck. Und die könnten auf dem Mobilfunkmarkt für kräftig Druck sorgen.

Galaxy S20: Der neue Highend-Standard

Die S-Klasse von Samsung stand lange als Vorreiter-Gerät an der Spitze des technologisch machbaren. In den letzten Jahren fielen die Neuerungen allerdings etwas magerer aus. Mit den drei neuen Modellen Galaxy S20, S20 Plus und S20 Ultra zieht Samsung aber wieder an: Als erste Mainstream-Serie bringen alle Modelle den neuen 5G-Standard mit - zumindest in manchen Staaten. In Deutschland wird es auch reine LTE-Modelle geben.

Auch sonst hat das Galaxy aber genug zu bieten. Bei den Displays gilt das Motto: groß, größer und gigantisch. 6,2 Zoll Bildschirmdiagonale bringt schon das "kleinste" Modell mit, das Plus bringt es schon auf 6,7. Den Vogel schießt aber das Ultra mit seinen 6,9 Zoll ab. Das galt früher als passables Mini-Tablet. Samsung verbaut erstmals ein Display mit 120 Hertz Bildwiederholrate. So sollen Animationen, wie beim Scrollen, deutlich flüssiger werden.

Samsung schielt zu Huawei

Bei der Kamera rüstet Samsung auf wie lange nicht mehr. In den beiden Topmodellen finden sich nun nicht mehr "nur" drei, sondern gleich vier Knipsen. Schon das S20 bietet eine Hauptkamera, eine mit Ultraweitwinkel sowie eine Zoom-Linse. Im Plus- und Ultramodell kommt ein sogenannter Time-of-Flight-Sensor hinzu, der die Entfernung zu Objekten erfassen kann und so neue Optionen bei 3D-Erkennung und Tiefenschärfe ermöglicht.

Samsung: überraschende Fakten über den Weltkonzern aus Südkorea

Nachdem die Megapixel-Zahl lange kaum noch eine Rolle spielte, holt Samsung nun wieder Rekorde: Ganze 108 Megapixel (MP) bietet die Hauptkamera des Ultra-Modells. Bei den anderen beiden sind es nur zwölf MP. Dafür haben sie eine mit 64 MP deutlich höher auflösende Telephotolinse. Das Ultra löst hier mit 48 MP aber immer noch enorm hoch auf. Die niedrigere Auflösung hat einen einfachen Grund: Wie schon beim Huawei P30 verbirgt sich hinter der Telephotolinse des Galaxy S20 Ultra ein Prisma, über das ein echter Zoom möglich wird. Mithilfe von Software soll es dadurch einen zehnfachen Hybridzoom ohne Qualitätsverlust hinbekommen, als reiner Digitalzoom ist dann sogar 100-fache Vergrößerung drin.

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Bei Video will Samsung ebenfalls alles bieten. Passend zu den aktuellen Samsung-TVs beherrschen die Galaxys Videoaufnahmen in 8K. Stark: Die Leistung des Prozessors soll hoch genug sein, um die ultrahoch aufgelösten Clips trotzdem auf dem Smartphone schneiden zu können. Wie gut das klappt, muss sich - genauso wie die bekannte Marketingaussage von den besten Bildern auf dem Markt - erst in einem Test beweisen. 

Neben dem Galaxy S20, dem Galaxy S20 Plus und dem Galaxy S20 Ultra (von links) stellte Samsung auch noch eine neue Variante seiner Kopfhörer vor. Viel spannender war aber das neue Klappsmartphone Galaxy Z Flip (Bild unten im Text)

Neben dem Galaxy S20, dem Galaxy S20 Plus und dem Galaxy S20 Ultra (von links) stellte Samsung auch noch eine neue Variante seiner Kopfhörer vor. Viel spannender war aber das neue Klappsmartphone Galaxy Z Flip (Bild unten im Text)

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Über ein Feature dürfte sich übrigens nahezu jeder potenzielle Kunde freuen: Beim Akku hat Samsung eine kräftige Schippe draufgelegt. Das S20 bringt schon 4000 mAh mit, beim S20 Plus sind es 4500 mAh und beim Ultra gar 5000 mAh. Auf dem Papier klingt das enorm vielversprechend, allerdings ist mit dem Display mit hoher Bildwiederholrate auch ein echter Stromfresser hinzugekommen. Ob und wie stark die Laufzeit im Alltag tatsächlich steigt, wird sich zeigen.

Die neuen Galaxys kommen am 13. März in den Handel. Die Preise beginnen bei 899 Euro für das S20, das S20 Plus bei 999 Euro und das Ultra gar bei 1349 Euro. Für mehr Speicher und 5G zahlt man extra. 

Das Galaxy Z Flip lässt sich bei Nichtbenutzung einfach zusammenklappen. Außen weist ein Minidisplay auf Anrufe und Notification hin

Das Galaxy Z Flip lässt sich bei Nichtbenutzung einfach zusammenklappen. Außen weist ein Minidisplay auf Anrufe und Notification hin

Galaxy Z Flip: Klappe, die zweite

Wer sich mehr Revolution erhofft hat, könnte Gefallen am Galaxy Z Flip finden. Nachdem Samsung letztes Jahr mit dem Fold als erster Hersteller ein Smartphone herausbrachte, dass sich zum Tablet ausklappen ließ, kommt mit dem Flip nun die gegenteilige Variante. Ähnlich wie Motorola mit seiner Neuauflage des Razr setzt auch Samsung auf Nostalgie. Das Smartphone lässt sich ganz in Tradition der alten Klapp-Handys bei Nichtbenutzung zusammenfalten.

Dabei lernte Samsung aus seinem Debakel mit der ersten Variante des Folds. Anders als beim Motorola setzt das Flip nicht auf ein reines Foliendisplay, sondern verstärkt das Plastik zusätzlich mit einer Schicht aus biegbarem Glas. Clever: Das Display erkennt, wenn es nicht voll aufgeklappt ist und zeigt dann auf beiden Hälften ein unterschiedliches Bild. So lässt es sich auch geklappt hinstellen und wie ein Mini-Laptop benutzen.

Rein technisch ähnelt das Z Flip sonst seinen unflexiblen Geschwistern der S-Reihe. Der verbaute Prozessor ist etwas schwächer auf der Brust, statt vier gibt es nur zwei Kameras.

Das Klapp-Smartphone kommt in den USA schon am Freitag in den Handel, ein Europa-Start wurde noch nicht angekündigt. Der Preis von 1380 Dollar ist im Vergleich zu anderen Foldables recht günstig.

Ein Blick in die Zukunft

Obwohl keine der Neuerungen völlig überrascht, legt Samsung heute wichtige Meilensteine vor. Gerade die Konzentration auf 5G könnte größere Auswirkungen haben, als man zunächst vermutet. Das Galaxy S20 und seine Varianten dürften die ersten massenhaft verkauften Smartphones mit der neuen Technologie sein. Damit sind sie für die Netzbetreiber Fluch und Segen. Zum einen dürften erstmals Kunden im großen Maßstab nach 5G-Tarifen verlangen, zum anderen sind die Galaxys ein Stresstest für die noch wenig ausgebauten 5G-Netze. Die müssen nun beweisen, ob die mit den vielen Nutzern zurechtkommen und überhaupt genug Abdeckung bieten.

In Deutschland dürfte der Druck auf die Provider sich noch in Grenzen halten. Während in den USA jedes der vier neuen Geräte nur mit 5G angeboten wird, muss man hierzulande extra dafür zahlen. Angesichts des mageren Ausbaus dürften sich viele den Aufpreis aber sparen. 

Quelle: Samsung


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