HOME

Öffentlicher Nahverkehr: In elf Städten wird das Handy zur Fahrkarte

Vereinzelt gibt es solche Projekte in Deutschland bereits, nun starten auf einen Schlag elf Großstädte und Regionen: Fahrkarten für den Öffentlichen Personennahverkehr können übers Handy gekauft und bezahlt werden.

Fahrgäste in elf Deutschen Städten und Regionen (siehe Kasten) können ihre Tickets für Busse und Bahnen ab sofort über ihr Mobiltelefon kaufen. "Zeitdruck am Automaten und die Kleingeldsuche gehören der Vergangenheit an", sagte der Präsident des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV), Günter Elste, in Hamburg. Die Kunden benötigten jedoch ein Java-fähiges Handy mit Internetzugang. Der Ticketpreis werde beispielsweise per Lastschrift oder Kreditkarte abgebucht.

Voraussetzung für den Fahrscheinkauf per Handy ist laut VDV die einmalige Anmeldung im Internet. Nach der Registrierung erhält der Kunde eine SMS, mit der das "Ticket-Programm" heruntergeladen werden kann. Der Kartenkauf sei dann innerhalb weniger Sekunden möglich und könne bequem erledigt werden, erklärte Elste. Bei der Ticketkontrolle müsse der auf dem Telefon gespeicherte Fahrschein gemeinsam mit einer EC-Karte oder einem Personalausweis vorgezeigt werden. Neben dem üblichen Fahrkartenpreis kommt für den Kunden noch die Verbindungsgebühr des Handynetzbetreibers dazu.

Neben dem Ticketkauf informiert das Programm auch über Fahrpläne und aktuelle Änderungen. Mit ein und demselben Programm können auch Fahrkarten für die anderen teilnehmenden Regionen erworben werden.

Ganz neu sei das Handy-Ticket jedoch nicht. In Frankfurt/Main wird ein entsprechendes Java-Programm bereits seit mehr als einem Jahr angeboten. Das nun gestartete Pilotprojekt des VDVsoll zunächst zwei Jahre laufen.

Anmelden kann man sich unter: www.dashandyticket.de. Die Website ist zurzeit allerdings etwas instabil und nicht immer erreichbar. Vermutlich wegen der hohen Nachfrage.

Die Bahn startet "Touch and Travel"

Im Oktober will die Bahn das Pilotprojekt "Touch and Travel" starten, bei dem die Fahrgäste eine komplette Reise mit dem Handy abrechnen lassen können. Damit kann die komplette Mobilitätskette von Haus zu Haus an einem Stück sowie draht- und bargeldlos abgerechnet werden, wie der für Personenverkehr zuständige Bahnvorstand Karl-Friedrich Rausch berichtete. Eine 200-köpfige Testgruppe soll zwischen dem Potsdamer Nahverkehrssystem, Berlin und Hamburg Erfahrungen mit einer neuen Technologie sammeln. Sie besteht aus "Berührungspunkten" an jeder Haltestelle und jedem Bahnhof der Testgebiete, die der Kunde bei Antritt und Abschluss der Reise mit einem NFC- (Near Field Communication-) Handy für mobile Zahlungsdienste berührt. Dieses reagiert jeweils mit SMS an bestimmte Rechner, die monatlich einmal die jeweils günstigsten Preise für die gefahrenen Strecken abbuchen.